Branche News

Nintendo strebt offenbar an, seine konservative „Switch 2“-Prognose deutlich zu übertreffen

Zuletzt sahen die Zahlen für Nintendo nicht allzu rosig aus. Steigende Preise für Speicher- und Flash-Komponenten belasten das Geschäft, Konsolen und Abos werden zwangsweise teurer. Die Konsequenz: ein Absturz am Aktienmarkt.

Nun berichtet Bloomberg jedoch, dass Nintendo Partner und Zulieferer bat, im Geschäftsjahr, das Ende März endet, rund 20 Millionen Switch-2-Konsolen zu fertigen. Etwa 20 Prozent mehr als in der offiziellen Absatzprognose, die das Unternehmen Anfang dieses Monats veröffentlichte.

Der jüngste Plan zum Produktionsvolumen sei noch nicht endgültig und könne je nach Nachfrage angepasst werden, so die nicht näher bezeichnete Bloomberg-Quelle. Dennoch deute der aktuelle Zeitplan darauf hin, dass das Unternehmen zuversichtlich sei, die Verkaufszahlen der Switch 2 mit seinem bevorstehenden Spiele-Line-up kräftig ankurbeln zu können.

Nintendo hat es sich zur Gewohnheit gemacht, zu Beginn eines Geschäftsjahres eher konservative Prognosen abzugeben und diese im weiteren Verlauf zu übertreffen – eine gängige Praxis bei japanischen Großunternehmen.

Erst vor einem Jahr gab das Unternehmen öffentlich eine Schätzung von 15 Millionen verkauften „Switch 2“-Konsolen für das vergangene Geschäftsjahr bekannt. Und schloss dieses schließlich mit 19,9 Millionen Einheiten ab. Für das laufende Jahr gab das Unternehmen an, den Verkauf von 16,5 Millionen Switch-2-Konsolen zu erwarten.

Branchenanalyst sieht die Lage gelassen

„Für sie birgt es keinerlei wirkliche Nachteile, die Zahlen zunächst eher niedrig anzusetzen und sie später zu übertreffen“, so der in Tokio ansässige Branchenanalyst Serkan Toto. „Das gerade abgeschlossene Geschäftsjahr ist hierfür ein gutes Beispiel.“

Die Switch 2 verfügt bereits über eine Handvoll Hit-Titel, darunter Donkey Kong Bananza, Pokémon-Legenden: Z-A sowie den weltweiten Überraschungserfolg dieses Frühjahrs: Pokémon Pokopia. Das meistverkaufte Videospiel in den USA war im April Tomodachi Life: Wo Träume wahr werden – eine weitere Eigenproduktion von Nintendo –, das laut dem Marktforschungsunternehmen Circana einen Umsatz von 41 Millionen US-Dollar auf dem US-Markt erzielte.

In Japan zeigten Daten der Famitsu, dass sich die Verkaufszahlen der Switch 2 im Land in den zwei Wochen bis zum 10. Mai annähernd vervierfacht haben; zudem verfolgen einige Händler mittlerweile die Richtlinie, nur ein Gerät pro Kunde zu verkaufen. Die angekündigte Preiserhöhung führte in Japan zu weiteren Einschränkungen beim „Switch 2“-Verkauf.

Auch ohne Super Mario soll’s klappen

Nintendo verkauft derzeit nicht so viele Spiele pro Konsole wie noch während des Verkaufsstarts der ursprünglichen Switch im Jahr 2017, und der neuen Plattform fehlt nach wie vor ein entscheidendes Zugpferd vom Kaliber eines Legend of Zelda: Breath of the Wild. Dennoch ist Toto davon überzeugt, dass das Unternehmen sowohl die Preiserhöhungen als auch das wahrscheinliche Fehlen eines großen neuen Titels aus dem Super-Mario-Universum meistern wird.

„Die Verbraucher werden sich mit der Zeit an die höheren Kosten gewöhnen; zudem gibt es für Nintendo kreative Möglichkeiten – etwa durch Bundle-Angebote –, um die finanzielle Belastung abzufedern“, so Toto. „Meine Prognose für das laufende Geschäftsjahr liegt bei 18 Millionen verkauften Einheiten der Switch 2 – und es würde mich nicht überraschen, wenn die tatsächliche Zahl sogar noch darüber läge.“

Entscheidend dürfte nun werden, welche neuen Spiele Nintendo in den kommenden Monaten ankündigt. Welche Titel jetzt schon für die kommenden Monate „bestätigt“ sind, erfahrt ihr hier.

via Bloomberg, Bildmaterial: Mario + Rabbids Sparks of Hope, Ubisoft

0 Kommentare

Zu diesem Beitrag gibt es noch keine Kommentare, besuche das Forum und sei der Erste der einen Kommentar hinterlässt!