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Im Test! Das neue „LEGO Batman“ eine Liebeserklärung an Batman und Pflichtprogramm für LEGO-Fans

Titel LEGO Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters
Japan 22. Mai 2026
Warner Bros. Games
Nordamerika 22. Mai 2026
Warner Bros. Games
Europa 22. Mai 2026
Warner Bros. Games
System PS5, Xbox Series, PC
Getestet für PS5
Entwickler TT Games Studios
Genres Open-Word, Action-adventure
Texte
Deutschland Nordamerika Japan
Vertonung Deutschland Nordamerika Japan

 

Der Dunkle Ritter kehrt zurück. Nach Batman: Arkham Knight von Rocksteady Studios aus dem Jahr 2015 bekommen wir tatsächlich elf Jahre später wieder ein großes Open-World-Abenteuer rund um den Dunklen Ritter spendiert. Die Arkham-Reihe gilt zwar längst als abgeschlossen, doch nun übernehmen TT Games gemeinsam mit Warner Bros. Games das Steuer – natürlich im typischen LEGO-Gewand.

Ganz neu ist die Kombination aus LEGO und Batman allerdings nicht. Mit LEGO Batman, LEGO Batman 2: DC Super Heroes und zuletzt LEGO Batman 3: Beyond Gotham existieren bereits drei Ableger rund um die ikonischen Klemmbausteine und den DC-Helden. Doch LEGO Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters wirkt diesmal deutlich größer gedacht.

Neben LEGO Star Wars: Die Skywalker Saga dürfte dieses neue Abenteuer problemlos als eines der ambitioniertesten – wenn nicht sogar das ambitionierteste – LEGO-Spiel überhaupt durchgehen. Ein riesiges Gotham, ein neues Kampfsystem, unzählige Figuren aus dem Batman-Universum und entsprechend hohe Erwartungen setzen die Messlatte gewaltig nach oben.

LEGO-Spiele gelten schließlich traditionell als eher leichte Kost und klar auf jüngere SpielerInnen zugeschnitten. Warum das hier aber nur bedingt zutrifft und weshalb ich mich den bisherigen Stimmen anschließen muss, die das Spiel als das beste LEGO-Spiel überhaupt – und gleichzeitig als eines der besten Spiele des Jahres – bezeichnen, klären wir in diesem Test.

Eine Liebeserklärung an Batman

Die Batman-Lore ist inzwischen gigantisch. Filme, Comics, Serien, Anime, Manga und natürlich Videospiele haben dem Dunklen Ritter über Jahrzehnte hinweg immer neue Interpretationen und Origin-Stories spendiert. LEGO Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters bedient sich dabei großzügig an den ikonischsten Momenten der jüngeren Batman-Geschichte.

Vor allem die „The Dark Knight“-Trilogie von Christopher Nolan mit Christian Bale als Batman dient spürbar als große Blaupause für Struktur und Atmosphäre. Doch auch Einflüsse aus „The Batman“ von Matt Reeves, dem Batman von Tim Burton, der legendären „Batman: The Animated Series“ und sogar der kultigen 60er-Serie mit Adam West werden ständig aufgegriffen und zitiert.

Zwischen Gotham und Gesellschaft der Schatten

Wie könnte es anders sein: Wir begleiten Bruce Wayne auf seinem Weg der Rache nach dem Mord an seinen Eltern. Bekanntes Terrain also. Bruce begegnet Ra’s al Ghul, tritt der Gesellschaft der Schatten bei und verfolgt weiter sein großes Ziel, Gotham aus den Händen der Kriminellen zu befreien. Die Geschichte fühlt sich dadurch fast wie ein „Best-of“ der Batman-Historie an.

Natürlich dürfen dabei auch die ikonischen Weggefährten nicht fehlen: Alfred Pennyworth, Jim Gordon, Catwoman und Robin stehen ebenso im Rampenlicht wie eine ganze Riege legendärer Gegenspieler – vom Penguin über den Riddler bis hin natürlich zum Joker, der Batman über all die Jahre erst zu dem gemacht hat, was er heute ist.

Zwischen Nostalgie und LEGO-Humor

»Man merkt dem Spiel in jeder Sekunde an, dass hier Menschen am Werk waren, die vermutlich seit Jahren in Batman-Bettwäsche schlafen.«

Wenn man dem Spiel etwas vorwerfen möchte, dann vielleicht, dass sich TT Games extrem an die Vergangenheit klammert. Eine wirklich neue oder originelle Batman-Geschichte sucht man hier vergeblich. Dafür erlaubt sich das Spiel an anderer Stelle viele Freiheiten – vor allem dank des allgegenwärtigen LEGO-Humors. Der beschränkt sich glücklicherweise nicht nur auf Slapstick, sondern feuert ständig flotte Sprüche, Running Gags und Referenzen ab, die gerade ältere Batman-Fans sofort erkennen dürften. Denn jeder weiß schließlich: Es ist immer gut, das Anti-Hai-Spray griffbereit zu haben.

Man merkt dem Spiel in jeder Sekunde an, dass hier Menschen am Werk waren, die vermutlich seit Jahren in Batman-Bettwäsche schlafen. Videos mit sämtlichen Referenzen und Easter Eggs würden wahrscheinlich mehrere Tage Laufzeit erreichen. Genau dieser Umstand hat mir als Batman-Fan permanent ein Grinsen ins Gesicht gezaubert – dem Joker würde das vermutlich gefallen. Wer kein Problem damit hat, dass hier eher bestehende Batman-Geschichten gefeiert statt neu erfunden werden, dürfte mit dem Abenteuer extrem viel Spaß haben. Wer hingegen nach einer komplett neuen Interpretation sucht, wird hier eher enttäuscht sein.

„Ich bin Batman“

Oder zumindest fühlt es sich genau so an. Wer auch nur eine Stunde Batman: Arkham Knight gespielt hat, wird sich in LEGO Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters sofort zuhause fühlen. Gotham dient erneut als riesiger Spielplatz, der komplett frei erkundet werden darf. Wir schwingen uns mit dem Greifhaken durch die Häuserschluchten, gleiten mit dem Umhang durch das verregnete Gotham und jagen von Dach zu Dach. Die Parallelen zu Rocksteadys letztem Open-World-Batman sind dabei absolut unverkennbar.

Free-Flow trifft Klemmbaustein

Auch beim Kampfsystem hat sich TT Games ganz offensichtlich inspirieren lassen. Das berühmte Free-Flow-Kampfsystem kehrt erstmals im LEGO-Gewand zurück – und das war auch dringend nötig. Frühere LEGO-Spiele boten kämpferisch meist eher rudimentäre Kost. Jetzt kombinieren wir Angriffe, kontern Gegner und prügeln uns durch ganze Gegnerhorden. Natürlich dürfen dabei Batmans Gadgets wie Batarang oder Batclaw nicht fehlen.

Zusätzlich können wir jederzeit zwischen Batman und mindestens einem unterstützenden Mitstreiter wechseln. Das neue Kampfsystem ist für die LEGO-Reihe ein gewaltiger Schritt nach vorne, auch wenn es letztlich eher als „Free-Flow-Lite“ bezeichnet werden muss. Die volle Tiefe der Arkham-Spiele erreicht es nicht, dennoch fühlt sich das Ganze deutlich dynamischer und moderner an als alles, was die Reihe bisher geliefert hat.

Gotham als riesiger Spielplatz

Abseits der Kämpfe wartet ein gigantisches Gotham darauf, erkundet zu werden. Überall verstecken sich Sammelobjekte, kleine Nebenaufgaben und natürlich auch die berüchtigten Riddler-Trophäen. Allein bei diesem Namen dürfte es vielen Arkham-Fans bereits kalt den Rücken herunterlaufen.

Batman selbst kann zwar weder besonders hoch springen noch klettern, was manche Passagen etwas fummelig gestaltet, insgesamt spielt sich das Abenteuer aber hervorragend. Und natürlich steht auch wieder ein ganzes Arsenal ikonischer Fahrzeuge bereit. Vom modernen Batmobil aus The Batman über das legendäre Batmobil von 1989 bis hin zum Tumbler aus der „The Dark Knight“-Trilogie ist praktisch alles vertreten, was das Fanherz begehrt.

Die Bathöhle als Rückzugsort

Am Umfang mangelt es dem Spiel definitiv nicht. Wer möchte, kann problemlos dutzende Stunden in Gotham verbringen. Die größeren Story-Missionen finden meist in speziell gestalteten Bereichen statt, die mit viel Liebe zum Detail umgesetzt wurden. Dort kämpfen wir, lösen Rätsel und nutzen die individuellen Fähigkeiten der verschiedenen Charaktere – ganz so, wie man es aus klassischen LEGO-Spielen kennt.

Zwischen den Missionen dient die Bathöhle als zentrale Anlaufstelle. Hier verbessern wir unsere Ausrüstung, bestaunen unsere schicken Fahrzeuge oder werfen einen Blick auf die beeindruckende Sammlung an Batman-Anzügen. Und ja – allein damit könnte man vermutlich schon Stunden verbringen.

Das wohl schönste LEGO-Spiel bisher

»Besonders im Performance-Modus überzeugt das Spiel mit konstanten 60 FPS und sieht dabei trotzdem hervorragend aus.«

Mit LEGO Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters hat TT Games meiner Meinung nach das bislang schönste LEGO-Spiel überhaupt auf die Beine gestellt. Getestet wurde auf der PlayStation 5, wo ein Performance- und ein Fidelity-Modus zur Auswahl stehen. Besonders im Performance-Modus überzeugt das Spiel mit konstanten 60 FPS und sieht dabei trotzdem hervorragend aus.

Vor allem die Beleuchtung, die Regeneffekte auf Batmans Cape und die allgemeine Atmosphäre fangen Gotham meisterhaft ein. Überraschend gut funktioniert dabei die Kombination aus semi-realistischer Spielwelt und klassischer LEGO-Optik. Die kleinen Plastikfiguren wirken keineswegs fehl am Platz – im Gegenteil. Gerade die Close-ups der Charaktere können sich sehen lassen. Mit sichtbaren Angussnähten und kleinen Unebenheiten sehen die Figuren tatsächlich so aus, als hätte man sie gerade frisch aus einer LEGO-Packung gekippt. Genau diese Details verleihen dem Ganzen noch mehr Charme und Plastizität.

Eine musikalische Reise durch Batmans Geschichte

Auch musikalisch fährt das Spiel schwere Geschütze auf. Statt komplett neuer Kompositionen greift man großzügig auf die ikonischen Batman-Soundtracks der vergangenen Jahrzehnte zurück – und genau das funktioniert hervorragend. Schon das berühmte Intro der Batman: The Animated Series löst sofort Nostalgie aus und dürfte vielen Fans direkt ein Grinsen ins Gesicht zaubern. Hier wird die DC-Lizenz voll ausgespielt und mit zahlreichen legendären Musikstücken zelebriert.

Leicht zugänglich, aber nie belanglos

Das neue LEGO Batman ist zu großen Teilen komplett auf Deutsch vertont. Die Qualität schwankt dabei allerdings etwas – besonders bei kleineren Nebenrollen merkt man Unterschiede. Die wichtigen Charaktere wie Batman selbst sind dagegen gelungen besetzt. Zwar erreicht der Sprecher nicht ganz die ikonische Präsenz von David Nathan, der vielen vor allem als deutsche Stimme von Christian Bale und Johnny Depp bekannt sein dürfte, dennoch macht er insgesamt einen guten Job. Natürlich stehen zusätzlich auch weitere Sprachoptionen zur Verfügung.

LEGO-Spiele wurden in der Vergangenheit häufig für ihren sehr niedrigen und repetitiven Schwierigkeitsgrad kritisiert – und auch das neue Batman-Abenteuer bleibt insgesamt eher leicht zugänglich. Immerhin gibt es diesmal drei auswählbare Schwierigkeitsgrade. Selbst der höchste davon stellt erfahrene SpielerInnen zwar kaum vor ernsthafte Probleme, die Option ist aber dennoch willkommen. Sehr positiv fallen außerdem die umfangreichen Barrierefreiheits-Einstellungen auf, die heutzutage bei Produktionen dieser Größenordnung eigentlich selbstverständlich sein sollten.

Natürlich darf auch der klassische lokale Koop-Modus nicht fehlen. Im Couch-Koop könnt ihr gemeinsam mit Freunden durch die dunklen Straßen Gothams ziehen, Verbrecher verprügeln und euch gemeinsam durch die Story kämpfen – genau so, wie man es von LEGO-Spielen erwartet.

Das Spiel erscheint am 22. Mai 2026 für PlayStation 5, Xbox Series X and Series S sowie PCs via Steam und Epic Games Store. Eine Version für die Nintendo Switch 2 soll noch im Laufe des Jahres kommen.

Gotham aus Klemmbausteinen war nie besser

LEGO Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters ist weit mehr als nur das nächste typische LEGO-Spiel. TT Games kombiniert die Stärken der klassischen LEGO-Formel mit erstaunlich vielen Elementen aus den Arkham-Spielen und erschafft damit ein Batman-Abenteuer, das sich trotz aller Klemmbausteine überraschend authentisch anfühlt. Besonders Gotham, die unzähligen Referenzen und die spürbare Liebe zur Batman-Historie machen das Spiel zu einer echten Liebeserklärung an den Dunklen Ritter.

Spielerisch sorgt vor allem das neue Kampfsystem für frischen Wind. Zwar erreicht das Free-Flow-System nicht ganz die Tiefe der großen Vorbilder von Rocksteady, für ein LEGO-Spiel ist der Sprung aber enorm. Dazu kommen ein riesiges Gotham voller Geheimnisse, unzählige Figuren, Fahrzeuge und Missionen sowie eine beeindruckende Menge an Fanservice, die Batman-Fans vermutlich permanent grinsen lässt. Wirklich originell wird die Story dabei zwar selten, doch genau das dürfte viele Fans gar nicht stören.

Auch technisch und atmosphärisch liefert das Spiel ab. Die Kombination aus realistischer Gotham-Stimmung und LEGO-Optik funktioniert erstaunlich gut, während die legendären Soundtracks der Batman-Geschichte die Atmosphäre perfekt abrunden. Der niedrige Schwierigkeitsgrad bleibt zwar typisch LEGO, dank Couch-Koop, vielen Optionen und der enormen Menge an Inhalt fällt das aber kaum negativ ins Gewicht. Für mich ist LEGO Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters nicht nur das beste LEGO-Spiel bisher, sondern gleichzeitig auch eines der stärksten Spiele des Jahres.

 

Story

Die Handlung versteht sich als großes „Best-of“ der Batman-Geschichte und kombiniert zahlreiche ikonische Momente aus Filmen, Serien und Comics. Wirklich neue Ideen sucht man zwar vergeblich, Batman-Fans werden die vielen Referenzen und den gelungenen LEGO-Humor aber lieben.

Gameplay

Das neue Free-Flow-Kampfsystem bringt endlich deutlich mehr Tiefe in die LEGO-Formel und orientiert sich klar an den Arkham-Spielen. Dazu kommen ein riesiges Gotham, zahlreiche Gadgets, Fahrzeuge und massenhaft Geheimnisse zum Erkunden.

Grafik

Optisch ist das Spiel vermutlich das bislang schönste LEGO-Abenteuer überhaupt. Vor allem Beleuchtung, Regenstimmung und die plastischen LEGO-Figuren sorgen für eine beeindruckende Atmosphäre.

Sound

Musikalisch wird tief in Batmans Vergangenheit gegriffen. Legendäre Themes und bekannte Stücke aus Filmen und Serien sorgen permanent für Nostalgie und echte Gänsehaut-Momente.

Sonstiges

Trotz drei Schwierigkeitsgraden bleibt das Spiel insgesamt eher leicht zugänglich. Couch-Koop, umfangreiche Barrierefreiheitsoptionen und die große Menge an Inhalten machen das Abenteuer aber zu einem echten Paket für Batman- und LEGO-Fans.

Bildmaterial: LEGO Batman: Das Vermächtnis des Dunklen Ritters, Warner Bros, TT Games

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