Die angekündigte Abkehr von physischen PlayStation-Spielen sorgt weiter für Diskussionen – inzwischen sogar auf politischer Ebene. Nachdem Sony angekündigt hat, ab 2028 keine neuen Spiele mehr auf Disc zu veröffentlichen, fordert der französische Präsidentschaftskandidat Jean-Luc Mélenchon gesetzliche Änderungen für digitale Käufe.
In einem Beitrag auf Twitter erklärte der Politiker laut einer maschinellen Übersetzung von The Gamer: „Mit GTA 6 als Spiel ohne Disc und Sonys Ankündigung, den Verkauf physischer Spielediscs ab 2028 einzustellen, stellt sich die Frage, wie diese Produkte künftig rechtlich behandelt werden sollen. In Zukunft bezahlt ihr, ohne jemals wirklich etwas zu besitzen. Kein Verleihen, kein Weiterverkauf und keine Garantie, dass ihr das, wofür ihr bezahlt habt, auch behalten dürft.“
Weiter betonte er: „Videospiele sind nicht nur Waren, sondern Kulturgüter. Die aktuelle Gesetzgebung muss auch für sie gelten. Wir werden dieses Thema im Wahlkampf 2027 aufgreifen. Gamer haben ebenfalls Rechte.“
Debatte um digitales Eigentum gewinnt an Bedeutung
Hintergrund der Forderung ist die Sorge vieler SpielerInnen, dass rein digitale Käufe lediglich Lizenzen darstellen, die unter bestimmten Umständen entzogen werden könnten. Das ist übriges längst auch kein hypothetisches Szenario mehr: Erst vor kurzem wurden hunderte gekaufte Filme von den Konten einiger PlayStation-Nutzer entfernt – ebenfalls wegen Lizenzproblemen, ohne Rückerstattung versteht sich.
Außerdem entfallen ohne physische Datenträger der Gebrauchtmarkt sowie die Möglichkeit, Spiele zu verleihen oder langfristig zu archivieren.
Ob Mélenchon mit seiner Initiative tatsächlich etwas bewirken kann, bleibt allerdings offen. Erst vor Kurzem erhielten ähnliche Bestrebungen auf europäischer Ebene einen Dämpfer, als entsprechende Forderungen zum langfristigen Erhalt digitaler Spiele keine gesetzliche Unterstützung fanden. Derweil läuft es in den USA auch nicht viel besser.
Dennoch zeigt die aktuelle Entwicklung, dass die Debatte um digitales Eigentum längst nicht mehr nur die Spielebranche beschäftigt, sondern inzwischen auch die Politik erreicht hat.
via The Gamer, Bildmaterial: Sony Interactive Entertainment

Doch, doch! Das sind diese Daddel-Maschinen, die dafür sorgen, dass die Leute zu wenig arbeiten.
Die angestaubten Begrifflichkeiten der traditionellen Marktwirtschaft, und da gehört das "Monopol" dazu, kriegen wir definitiv nur mit viel Pattex auf das digitale Zeitalter gepappt.
Valve diktiert keine Preise: Richtig, das tun sie nicht.
Sie lassen die Studios auf Gedeih und Verderb wie Gladiatoren auf einem unendlich großen Marktplatz gegeneinander kämpfen, und nur der höchste Rabatt gewinnt. Finde ich jetzt ganz ehrlich auch nicht besser.
Valve kauft keine Konkurrenz auf: Richtig, das tun sie nicht.
Aber erstens, welche Konkurrenz soll das auch sein? Bei 75-80% Marktanteil? Und zweitens: Seit kurzem könnte ich mich bei GOG mit meinem Steam-Account einloggen. Kein Witz! Was genau soll das für eine "Konkurrenz" sein?
Valve verhindert nicht, dass andere einen neuen Shop aufmachen: Richtig, das tun sie nicht.
Müssen sie auch nicht. Weil's ja nun ein erschreckendes Verlustgeschäft ist. Der Epic Store ist noch immer nicht in der Gewinnzone angelandet. Der macht seit siebeneinhalb Jahren Verlust! GOG steht seit Jahren kurz vor dem Kollaps und gerettet wird der Store immer nur dann, wenn CDPR mal einen neuen Witcher rausbringt.
Als Entwickler willst du deine Verkäufe auf Steam konsolidieren. Erstens, weil sich der Absatz vervielfacht, sobald dein Spiel in den Steam Charts aufpoppt. Diese Chance willst du nicht verspielen, indem du Kunden die Möglichkeit bietest, dein Spiel woanders zu kaufen. Zweitens, weil du so nur eine einzige Version deines Spiels upzudaten hast. Die Centbeträge, die du bei GOG & Co. obendrauf bekommen würdest, sind den Aufwand einfach nicht wert. Auf GOG publizierst du aus ethisch-moralischen Gründen, nicht finanziellen. Auf GOG publizierst du, wenn dich die Marktstellung Valves erschreckt.
Die schaurige Wahrheit ist, dass Valve eine so marktbeherrschende Stellung hat, dass sie faktisch für eine Vielzahl von Spielen der einzige Anbieter sind. Exklusivität fordern sie nicht vertraglich ein, Exklusivität bezahlen sie nicht – Exklusivität wird ihnen nachgeworfen! Das kann man Monopol nennen oder auch nicht. Ich nenne es Monopol, bis mir jemand einen passenderen Begriff nennt.
Zum Jahrtausendwechsel sah es so aus, als würden wir hier wirklich eine Liberalisierung des PC-Markts hinbekommen. Ich erinnere mich da gerne dran. Es gab ein halbes Dutzend Launcher, die wechselnd gut funktionierten, aber z. B. über den Humble Store auch viele komplett DRM-freie Spiele. Mein damaliger Lieblingsentwickler Telltale Games betrieb seinen eigenen Store mit seinen eigenen Installern. Das wäre heute komplett undenkbar. Der PC ist synonym mit Steam.
Uff ... entschuldigung, das gehört natürlich nur sehr am Rand zum Thema. Hier ging's mir ursprünglich nur darum aufzuzeigen, dass Valve die Digitalisierung des Marktes so aggressiv vorangetrieben hat wie kein Zweiter. Und dass Valve praktisch das Patent für diesen Key-in-a-box-Müll hat.
Nichts gegen das Sony-Bashing aktuell, echt nicht.
Aber Sony hechelt hier ja auch nur Valve hinterher.
Und Valve hat 15 Jahre Vorsprung.
Wenn jetzt französische Politiker irgendwelche Modethemen aufgreifen und sich in der irrigen Vorstellung bewegen, dass man 2025 noch seine Spiele im Elektro-Discounter gekauft hat – und dass Sony jetzt irgendetwas anderes aufgeben würde als einen unrentablen Nischenmarkt – dann finde ich das wirklich nicht erfreulich oder ermutigend. Obwohl ich ein physischer-Medien-Fetischist sondergleichen bin.
Politiker, die sich populistisch in Themen einklinken, von denen sie überhaupt keine Ahnung haben, die haben wir hierzulande ja auch. Es sind halt andere Themen.
Da will ich nicht widersprechen, bin kein Freund von Steam. Einen Pluspunkt muss man Valve allerdings zugestehen: Mit Proton für ihre Linux-Distros haben sie generell das Spielen auf Linux um Jahre, wenn nicht gar ein Jahrzehnt vorangetrieben. Klar, basiert auf Wine, ist also nicht allein Valve zuzuschreiben. Da hat eine Open-Source-Community schon mächtig Vorarbeit geleisest. Ohne diesen kräftigen Push gäbe es aber Proton nicht, Wine wäre nicht so weit entwickelt und Spielen auf Linux wäre deutlich eingeschränkter möglich im Vergleich zu Windows. Es war in Valves eigenem Interesse (besonders im Hinblick aufs Steam Deck), aber eine der wenigen Situationen, wo eine ganze Community davon mitprotifieren kann.
Da gehst du aber ziemlich hart ins Gericht. Mélenchon muss kein Experte sein oder im Lebenslauf so wie ich unter Qualitifkationen "langjährige Gaming-Karriere" auflisten, um sich des Themas annehmen zu dürfen. Er hält eine Tür offen für Retail-Käufer*innen und wischt die Belange nicht einfach vom Tisch.
Sony wird keine volle Kehrtwende machen, das dürfte uns allen bewusst sein. Wenn sich aus Mélenchons Engagement und dem anderer Politiker irgendwann ein Kompromiss entwickelt oder gestärkte Verbraucherrechte bei Digital-Käufen hervorgehen, wäre das ein Gewinn für uns alle.
Von den Vorteilen für Linux-Gamer werde ich vermutlich zukünftig auch enorm profitieren (müssen/wollen), also nehme ich den Punkt gerne an.
Ich bin natürlich auch definitiv für die Stärkung von Verbraucherrechten, sehe die gegenwärtige Stoßrichtung jedoch als Sackgasse an. Ganz egal, ob Mélenchon oder Stop Killing Games, ein digitales Produkt kann und wird rechtlich nicht als Besitz be- und gehandelt werden.
Und diese Diskussion um Festmedien, naja, es ist kein Zufall, dass ich in den Diskussionen nicht so mitmische.
Wie sieht's denn aus in unseren Wandschränken? Die ganzen physischen PC-Discs, die da stehen, kannst du doch wegschmeißen. Zwei-drei-vier Betriebssysteme später kriege ich Mass Effect 1 und 2 über DVDs ja nicht mehr zum Laufen: Vorteil digitaler Vertrieb. Auf GOG bin ich nur deswegen gekommen, weil mein heißgeliebtes Beyond Good & Evil aufgrund seines no good, just evil Kopierschutzes nicht mit Windows 7 kooperieren wollte: Vorteil digitaler Vertrieb. Wenn meine PS4 irgendwann den Geist aufgibt, bin ich ebenso gelackmeiert: Vorteil digitaler Vertrieb.
Ich beteuere noch einmal, ich liebe Festmedien! Meine DVD- und Blu-Ray-Sammlung alleine umfasst über 400 Filme und Serien.
Auf dem Spielesektor jedoch scheint irgendwie die Regel zu gelten, dass die rein digitale Fassung im nächsten Jahrzehnt, auf dem nächsten Betriebssystem, auf der nächsten Konsole noch funktioniert, das Festmedium jedoch nicht mehr zwangsweise.
Da kann ich vielleicht ein bisschen Hoffnung wecken (außer bei EA Games, deren Kopierschutz ist ... naja ...). Etliche ältere Games hab ich auf Windows 7/10 nicht mehr zum Laufen bekommen. Auf Linux - danke viel Vorarbeit der Community - hab ich nahezu alle wieder am Start.
Bei neueren Games (GOG, Epic, etc.) ist ja der Heroic Launcher nahezu perfekt. Für ältere hat sich Lutris als hervorragend erwiesen. Entweder gab es auf Lutris passende Starter für Games oder man hat sich per DVD normal installieren können wie auf WIndows und dann an den Einstellungen herumtetüftelt, bis es funktioniert hat. Bei vielen lief es von Haus aus einwandfrei, bei anderen musste ich noch zusätzliche DLL-Dateien nachreichen und wieder andere haben spezielle Startoptionen gebraucht. Aber dadurch hab ich mehrere Titel zum Laufen gebracht, von denen ich dachte, sie seien verloren oder ich müsste nachkaufen.
Cleverere Leute können das auch mit Wine und Bottles hinbekommen, indem sie für jedes Spiele eine eigene "Bottle" mit spezifischer Parametern erstellen - hat bei mir irgendwie gar nicht funktioniert, deshalb bin ich bei Lutris geblieben.^^"
Also wenn man etwas Geduld mitbringt, kann man auf Linux heutzutage mindestens genauso gut wie auf Windows zocken - teilweise sogar besser.