Sony macht jahrelange Befürchtungen zur Realität: Ab Januar 2028 wird die Produktion von neuen Spielen auf Disc eingestellt. Das zog bereits die Bemühungen der mexikanischen Abgeordneten Iraís Reyes und des Senators Luis Donaldo Colosio nach sich, die kürzlich eine Beschwerde bei der mexikanischen Kartellbehörde vorbereiteten.
Nun legt das Duo mit einer gemeinsamen Erklärung auf Instagram nach – in dieser erläutern Colosio und Reyes die Beschwerde. Sie werfen PlayStation vor, KundInnen den vollen Kaufpreis zu berechnen, ihnen jedoch lediglich Nutzungsrechte einzuräumen, die eher einer Miete gleichkommen.
Mieter statt Eigentümer
Im Fokus steht dabei Sonys für Januar 2028 geplante Einstellung des Supports für physische Spiele. Die beiden PolitikerInnen argumentieren, dass die Bindung neuer Spiele an den PlayStation Store nach diesem Zeitpunkt monopolartige Zustände schaffen würde. Sony erhielte eine beispiellose Kontrolle über Preise und Zugang, während der Gebrauchtmarkt wegfiele und VerbraucherInnen gezwungen wären, jeden beliebigen Preis zu zahlen.
„Und was man digital kauft, gehört einem nicht wirklich“, heißt es in der Erklärung weiter – dabei wird auf die kürzliche Entfernung hunderter digital erworbener Filme aus PlayStation-Konten verwiesen. Colosio und Reyes weisen zudem auf die bevorstehende Schließung der Stores für PS3 und PlayStation Vita hin, durch die keine neuen digitalen Spiele mehr für diese Systeme erworben werden können.
„Man zahlt den Preis eines Eigentümers, erhält aber nur die Rechte eines Mieters“, schließt der Beitrag. Sonys Entscheidung ist bereits Gegenstand rechtlicher Prüfungen und wird in den kommenden Jahren zweifellos weiteren juristischen Herausforderungen gegenüberstehen.
Erst im vergangenen Monat erklärte ein EU-Vertreter, die EU könne Sony nicht an der Einstellung des Geschäfts mit physischen Spielen hindern, da es Unternehmen freistehe, Spiele und Dienstleistungen nach eigenem Ermessen anzubieten.
via GamesRadar, Bildmaterial: PlayStation

2012 klagte die Verbraucherzentrale Bundesverband gegen Valve, weil Steam in seiner EULA den Weiterverkauf von Spielen bzw. Accounts untersagte. Die Klage wurde 2014 abgewiesen.
Begründung: Ein Steam-Konto umfasse neben der Spielenutzung weitere, an das persönliche Konto gebundene Funktionen. Ein Weiterverkauf sei daher rechtlich nicht möglich.
2015 klagte die französische Verbraucherorganisation UFC-Que Choisir gegen Valve, weil Steam in seiner EULA den den Weiterverkauf von Spielen bzw. Accounts untersagte. Die Klage wurde neun Jahre später, 2024, in letzter Instanz abgewiesen.
Begründung: Für ein komplexes multimediales Werk wie ein Videospiel gibt es kein Recht auf Weiterverkauf einer digital erworbenen Nutzungslizenz.
Die beiden Fälle sind beschränkt auch auf den Fall Sony anwendbar. Beschränkt deswegen, weil Valve sich aus mir völlig unverständlichen Gründen darauf berufen kann, auf dem PC-Markt in "Konkurrenz" zu um den Faktor 25 bis 100 kleineren Anbietern wie Epic oder GOG zu stehen, und weil sich Sony offenbar nicht darauf berufen kann, dass das 'Ökoystem' PlayStation in Konkurrenz zu Xbox oder Nintendo stünde.
Ich find's persönlich echt unverschämt, dass Sony z. B. einen Deal mit StudioCanal eingeht, der nach zehn Jahren endet, und dann einfach gekaufte Inhalte aus meinem Account löscht. Das geht echt gar nicht. Wenn ich ein Single-Player-Spiel online kaufe, erwarte ich, dass es mehrere Generationen von Betriebssystemen bzw. Konsolen übersteht.
Dass ein Multiplayer-Live-Service-Spiel ggf. nach 10 Jahren endet, entspricht dagegen meiner Erwartung.
Dass physische Datenträger aufgrund der massiv gesunkenen Nachfrage nicht mehr angeboten werden, ebenfalls.
Klagewütige populistische Politiker haben für mich ohnehin was Ultrapeinliches an sich.
Genauso ist es und deswegen ist es überfällig, dass die Politik sich mit der Thematik beschäftigt. Wenn man dazu unter EU-Funktionären bislang keinen Anlass sieht, spricht das für sich und gegen selbige.