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Vor 20 Jahren nahm ein „Final Fantasy“-Mythos den Anfang, der für immer unvollendet bleibt

Vor 20 Jahren nahm ein Final-Fantasy-Mythos seinen Anfang, der wohl für immer unvollendet blieb und dem viele ältere Final-Fantasy-Fans noch heute nachtrauern. Fabula Nova Crystallis war ein Überbegriff für eine Reihe von Final-Fantasy-Spielen, von denen mehrere erhebliche Anlaufschwierigkeiten und andere nie fertig wurden hatten.

Rückblickend spielt Fabula Nova Crystallis wohl nicht die Rolle, in die es einst gedacht wurde. Am meisten spürt man den Mythos vermutlich in Final Fantasy XIII. Als Fabula Nova Crystallis im Jahr 2006 angekündigt wurde, galt Final Fantasy XIII, das 2009 veröffentlicht wurde, als der Flaggschiff-Titel der Reihe.

Der Mythos um Fabula Nova Crystallis wurde von Kazushige Nojima erdacht, der einst auch das Szenario zu Final Fantasy VII geschrieben hat und aktuell in dieser Funktion auch an der Remake-Trilogie arbeitet.

Fabula Nova Crystallis wollte die Spiele in einem übergeordneten Mythos einen, wobei die Geschichten, Charaktere und sogar Welten der Spiele unterschiedlich sein würden. Das klang alles verdammt spannend und nach Final Fantasy XII, auf das wir damals (vergleichsweise) lange warten mussten, war der Durst nach mehr „Final Fantasy“ groß. Nicht alle Pläne gingen auf, wie wir wissen.

XIII, Versus und Agito

Zunächst angekündigt wurden Final Fantasy XIII, Final Fantasy Versus XIII und Final Fantasy Agito XIII. Alle drei Spiele durchlebten Verschiebungen und das düstere Final Fantasy Versus XIII ging schließlich im bis heute nicht so richtig vollendeten Final Fantasy XV auf.

Agito XIII erschien schließlich als Final Fantasy Type-0 und bot einen gewissen Cliffhanger (insbesondere in der späteren HD-Version) für einen Nachfolger. Es gab sogar Trademarks für Type-1, doch es folgte nie eine Fortsetzung. Und Final Fantasy XIII war damals zu ziemlich kontroversen Fan-Meinungen erschienen. Es folgten Final Fantasy XIII-2 und Lightning Returns, die nicht weniger kontrovers aufgenommen wurden.

Mit Final Fantasy Agito fand das „Agito“ dann doch noch seine Verwendung, allerdings nur noch in einem Mobile-Game in Japan. Das Spiel wurde relativ schnell wieder eingestampft. Eine Fortsetzung namens Final Fantasy Awakening erschien 2016 in China und später auch in Nordamerika, hatte aber ebenfalls kaum Halbwertszeit.

Hinter Fabula Nova Crystallis stand eine Idee, die bei der E3 2006 im Mai einen spannenden Anfang nahm, aber gefühlt nie einlösen konnte, was sie versprochen hatte. Sinnbildlich dafür steht bis heute wohl Final Fantasy XV, das am Ende kaum noch die einst angekündigte „Versus XIII“-Atmosphäre aufkommen ließ und spürbar unvollständig war.

Das DLC-Drama um Final Fantasy XV

Im April 2018 kündigte Square Enix das verheißungsvolle DLC-Paket „The Dawn of the Future“ zu Final Fantasy XV an. Fans freuten sich darauf, mit dem DLC-Paket viele fehlende Schnipsel zur Story des Spiels zu erhalten. Im November 2018 jedoch wurden drei der vier DLCs gestrichen: Episode Aranea, Episode Lunafreya und Episode Noctis sollten nie erscheinen. Hajime Tabata nahm seinen Hut.

Heute steht Fabula Nova Crystallis für manche für einen mehr als zehn Jahre andauernden Zeitraum ab 2006, in dem „Final Fantasy“ viele ältere Fans verloren hat. Manche von ihnen würden wohl sagen, daran hat die Serie noch heute zu knabbern. Dass man sich 2015 das von vielen Fans gewünschte, aber unfassbar aufwendige Final Fantasy VII Remake auflastete, das auch zehn Jahre später noch vor seiner Vollendung steht, hat den Weg der Reihe nicht einfacher gestaltet.

Doch in den letzten Jahren hat Final Fantasy auch wieder viel Respekt gewonnen. Final Fantasy XVI, Final Fantasy VII Remake und Rebirth waren gefeierte und oftmals ausgezeichnete Spiele. Und der Name „Final Fantasy“ hat bis heute einen klangvollen Hall. Nicht wenige sind auch nach Fabula Nova Crystallis dabei geblieben … und hoffen auf neue Glanzzeiten.

Bildmaterial: Fabula Nova Crystallis, Square Enix

1 Kommentar

  1. Man muss sich alleine das Ausmaß dieses Rohrkrepierers vorstellen. Das größte Franchise von Square Enix wurde auf diesen Mythos ausgelegt und sollte nichts anderes als ein einziges, miteinander verbundenes Epos werden. Mal durch eine zusammenhängende Story, mal durch eine geteilte Mythologie. Und auf halber Strecke entscheidet sich man sich dann auf einmal: "Ach, Leute, irgendwie war das glaube ich doch nicht..... so eine gute Idee?"

    Wie man den FNC-Mythos bei Square Enix gehandhabt hat war ein genau so großes Missverständnis wie zwei hauseigene Engines, die man verbraten hat, nur um nun mit der veralteten Unreal Engine 4 Engine an Final Fantasy weiterzuarbeiten. Vielleicht war FNC nicht so kostspielig im klassischen Sinne wie eine eigene Engine zu verhunzen, in die viel Geld geflossen ist, aber wenn du wirklich einen gesamten fiktiven Videospiel-Kosmos auf halber Strecke über den Haufen wirfst, ist es wohl keine Überraschung, dass darunter eine menge andere Projekte eben leiden mussten.

    Hinter Fabula Nova Crystallis stand eine Idee, die bei der E3 2006 im Mai einen spannenden Anfang nahm, aber gefühlt nie einlösen konnte, was sie versprochen hatte. Sinnbildlich dafür steht bis heute wohl Final Fantasy XV, das am Ende kaum noch die einst angekündigte „Versus XIII“-Atmosphäre aufkommen ließ und spürbar unvollständig war.


    Auch wenn man mir da vermutlich nicht zustimmen wird, FNC steht sinnbildlich auch noch für die heutigen Probleme, die man mit Final Fantasy hat. Final Fantasy XVI hatte keinen wirklich interessanten Mythos, da man im Spiel gefühlt unzählige Stunden einen politischen Konflikt aufbaut, nur um sich dann mit einem weiteren Deus Ex Machina Showdown aus der Affäre zu ziehen und den Leuten den Mittelfinger zu zeigen, dass alles, was du circa 30-40 Stunden zuvor erlebt hast, gar keinen wirklichen Impact hatte. Final Fantasy XVI ist für mich also auch nicht mehr als eine Idee, die nie richtig zu Ende gedacht wurde.

    Und auch im Final Fantasy VII Remake experimentiert man mir da mittlerweile zu viel mit irgendwelchen Sub-Plots, die in eine einstmals hervorragend erzählte Story grätschen, die keine weiteren Zusätze brauchte.

    Final Fantasy war natürlich schon immer komplett Over the Top was Storytelling angeht. Aber an Final Fantasy X hat man zum letzten mal, meiner Meinung nach, gespürt, dass man dieses Over the Top Storytelling mit gut durchdachten Charakteren und einer spannenden Erzählweise auch in Einklang bringen kann.

    So zu 100% hat sich Final Fantasy von dem ganzen Fabula Nova Crystallis Fiasko nie wirklich erholt. Daher interessiert mich nach wie vor die Zukunft, wie man das Franchise angehen wird. Final Fantasy XVI hatte man schnell zu den Akten gelegt und das Final Fantasy VII Remake wird nun in die letzte Runde gehen. Mich interessiert allen voran, was danach passieren wird. Wie wird man das Franchise handhaben? Kann man endlich mit den Geistern der einst goldenen Vergangenheit (Final Fantasy VII) abschließen? Hat man aus den Fehlern der Vergangenheit (alles rund um Final Fantasy XIII und Fabula Nova Crystallis sowie dem Drama um die Luminous Engine) gelernt? Und viel wichtiger: Möchte man weiter nach einer fremden Identität suchen und Trends hinterherjagen (Final Fantasy XVI) oder sich wieder auf einstige Stärken konzentrieren?

    Final Fantasy XV kann man zurecht dafür anprangern, dass es unvollständig ist. Aber es war eines der letzten Spiele, wo man zumindest noch versucht hat, die eigene DNA der Final Fantasy IP zu fördern. Dass das eine schwierige Aufgabe ist, wenn man so ein Spiel auf den toten Knochen eines anderen Projekts aufbaut, muss bei all der Kritik berücksichtigt werden.

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