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Fast nur Mittdreißiger spielen Final Fantasy und Yoshida hofft, dass der neue Ableger das ändert

Seit Jahren schafft es Square Enix offenbar nicht, das „Final Fantasy“-Publikum zu verjüngen. Final Fantasy XVI soll laut DLC-Director Takeo Kujiraoka „mehr Menschen im Teenageralter und in den Zwanzigern“, doch die Remake-Trilogie entwickelt das Publikum offensichtlich wieder in die andere Richtung.

Wie Analyst Mat Piscatella bei Bluesky verrät, sind 62 Prozent der US-SpielerInnen von Final Fantasy VII Rebirth 35 Jahre oder älter. Der Anteil der über 30-Jährigen liegt gar bei 77 Prozent. Piscatella teilte diese Zahlen in Reaktion auf einen GamesRadar-Bericht, der Naoki Yoshida zur Thematik zitiert.

In einem Youtube-Video zur Feier der Veröffentlichung von Dissidia Duellum bringt Yoshida seine Hoffnung zum Ausdruck, dass das neue Mobile-Game auch jüngere und neue Fans (ebenso wie langjährige) anzieht. Für die „jüngere Generation“, die mit „actionbasierten Kämpfen und Online-Kompetitivität“ ausgewachsen sei, „waren die jüngsten Teile der Serie vielleicht schwerer zugänglich“.

Das liege auch an den Intervallen der Veröffentlichung der Spiele, die länger geworden seien. Eine bekannte wie beliebte These, die erst kürzlich in der japanischen Community ausführlich diskutiert wurde und die sich hier offensichtlich auch Yoshida zu eigen macht.

Zu wenig Spiele in zu vielen Jahren

Dissidia Duellum könnte hier eine wichtige Rolle spielen, glaubt Yoshida: „Besonders für jüngere Spieler – wenn dies ein Ort wird, an dem sie eine Community bilden, sich gemeinsam begeistern und sogar die weitere Welt von Final Fantasy entdecken können – fände ich das großartig.“

Dass Final Fantasy VII Rebirth in Größenordnungen ein Publikum über 30 Jahre anspricht, scheint plausibel. Schließlich handelt es sich um ein Remake eines alten Spiels. Aber Final Fantasy VII selbst ist erst knapp 30 Jahre alt und das bedeutet, dass sehr viele SpielerInnen der genannten Statistik noch gar nicht im spielfähigen Alter waren, als das Original erschien.

Denn, auch das ist ein Punkt: Das Durchschnittsalter der Videospielenden steigt schlicht. In Deutschland liegt das Durchschnittsalter von Gamern bei 38 Jahren. Es ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen, vor zehn Jahren waren Spielende noch 33,6 Jahre alt.

Bildmaterial: Dissidia Duellum Final Fantasy, Square Enix, NHN PlayArt

10 Kommentare

  1. Witzig, gerade eine Werbung zu Duellum Final Fantasy bekommen und mal kurz hiterherrescherchiert. Die Story und Welt sieht ja interessant aus, aber das Gameplay ist wieder so vorhersehbar ausgelegt.

    Als "Premium" Action-RPG-Ableger - wie es viele moderne Gachas machen - hätte es sogar solide Chanchen. Aber so ist die gleiche alte Forman zum X-ten mal neu aufgegelgt.

  2. Witzig, gerade eine Werbung zu Duellum Final Fantasy bekommen und mal kurz hiterherrescherchiert. Die Story und Welt sieht ja interessant aus, aber das Gameplay ist wieder so vorhersehbar ausgelegt.


    Es ist halt typische Mobile-Kost. Das Spiel würde sich vermutlich auch spielen, wenn du geistig nicht anwesend bist oder nebenbei deinen beanspruchten Daumen dafür verwendest, TikTok Videos zu scrollen.

    In Duellum scheint man wirklich einige Hoffnungen zu setzen. Und rein von den Designs her möchte man hier wohl deutlich jüngere Menschen ansprechen. Denn alle bekannten Charaktere haben ja ein trendiges Kleidungs-Makeover erhalten und das Setting wurde ins moderne Japan verlegt. Duellum erinnert vom Artstyle vermutlich eher noch an The World Ends with You.

    Aber das kann ja unmöglich ihre Antwort auf die Frage sein, warum man nicht ältere Spieler erreicht. Und vielleicht ist diese verzweifelte Suche auch der falsche Ansatz. Man hat bereits ein komplettes Mainline-FF dadurch verbraten. Man muss eben auch einsehen, dass solche Spiele sich mittlerweile größtenteils durch eben die Ü30 Generation finanzieren. Das ist die Zielgruppe. alle anderen spielen Fortnite und Minecraft.

    Vielleicht sollte man eher nach anderen Ansätzen suchen. Laut offiziellen Angaben hat zum Beispiel Resident Evil über die vergangenen Jahre einen deutlichen Zuwachs bei weiblichen Spielern erhalten. Aber ich kenne jetzt auch nicht den Männlich/Weiblich Split bei Final Fantasy. Gut möglich, dass der relativ gleich ist.

    Ansonsten, das größte Problem steht ja in der News selbst geschrieben. Es erscheinen tendenziell zu wenig Spiele. Und es ist und bleibt wohl international gesehen ihre erfolgreichste IP, auch, wenn Dragon Quest gefühlt immer mehr den Rang abläuft, weil es aber, obwohl es keinen neuen Mainline-Ableger gibt, deutlich präsenter ist. Ein Final Fantasy Mobile-Ableger wird nicht reichen. Und der finale Teil einer laufenden Trilogie vermutlich auch nicht. Der letzte Teil der Final Fantasy VII Remake Trilogie wird sich für Square Enix kommerziell vermutlich ebenfalls nicht wirklich lohnen, sich am Ende aber dann doch vermutlich anfühlen, wie einen hochbezahlten Fußballprofi der nicht abliefert als Verein endlich von seiner Payroll zu bekommen.

    Man muss sich da auch keine großen Illusionen machen. Final Fantasy XVII wird noch Jahre entfernt sein. Man wird alleine durch diese Umstrukturierung der Firma eine noch viel größere Dürre an neuen Ablegern haben als je zuvor. Das ist zu viel Zeit, die vergeht, bis wirklich was neues erscheint. Die Werberelevante Gruppe ist ja immer 14-49 Jahre. Wenn du dir bei Final Fantasy noch mehr Zeit lässt, dann ist deine Fanbase irgendwann Ü50.

  3. Man könnte einfach ein RICHTIGES Dissidia machen, dass dann den elften Krieg erzählt.

    Das wäre eh das, was die Masse will.

  4. In einem Youtube-Video zur Feier der Veröffentlichung von Dissidia Duellum bringt Yoshida seine Hoffnung zum Ausdruck, dass das neue Mobile-Game auch jüngere und neue Fans (ebenso wie langjährige) anzieht. Für die „jüngere Generation“, die mit „actionbasierten Kämpfen und Online-Kompetitivität“ ausgewachsen sei, „waren die jüngsten Teile der Serie vielleicht schwerer zugänglich“.

    Selbst wenn dieser Plan aufgeht und man tatsächlich neue und vor allem Jüngere Fans damit gewinnt (was ich doch stark anzweifle), gewinnt man damit aber dennoch vermutlich nicht Fans dessen, wofür die Mainline FFs stehen... Klar, actionbasierte Kämpfe hat man da mittlerweile drin aber der Fokus liegt dennoch woanders als bei Dissidia Duellum :/

  5. Vor diesem Hintergrund kommt mir SEs krampfhafte Anbiederung an die Jugend ähnlich hilflos vor wie ein Midlife-Crisis-Typ, der in einem Club unbedingt bei den 20jährigen Frauen punkten will, statt sich in etwas reiferen Semestern umzusehen und dort vielleicht sogar echte Chancen auf gelungene Dates zu haben.

    Blöd halt nur, dass die Analogie hier so gar nicht funktioniert. Ein steigendes Durchschnittsalter bedeutet nichts geringeres, als das wir in ein paar Jahrzehnten auf Wiedersehen zu Final Fantasy sagen müssen. Aktuell haben die Älteren (aus irgend einem Grund vor allem hier in Deutschland) nichts besseres zu tun, als der Jugend jegliche Art der Kompetenz komplett abzusprechen. Aber das wird eher spät als früh ganz verheerende Folgen für uns haben. Sei es jetzt im Videospielkosmos oder sonst wo.

    Zumal auch Square demnächst nicht länger von alten Hasen geführt wird. Ich würde allen mal raten, kurz das Interview zu Duellum anzuschauen und wer da die Führungsrolle übernehmen darf. Und was für Implikationen sowohl Yoshida als auch Nomura machen. Unser geliebter Tetsuya ist morgen nicht mehr in der Firma, wenn es nach seiner Tonalität geht.

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