Wer regelmäßig Gaming-News verfolgt, dürfte das „Phänomen“ längst kennen: Kaum taucht ein bislang unangekündigter Titel bei der südkoreanischen Altersfreigabebehörde auf, machen entsprechende Meldungen die Runde.
Zuletzt traf es etwa Sonic Frontiers, Metroid Prime 4 oder Silent Hill f. Das ist aber wirklich nur die Spitze des Eisbergs. Bei der „Fehlerquote“ sollten Optimierungen drin sein. Doch wie sich nun zeigt, steckt hinter den vermeintlich unabsichtlichen „Leaks“ offenbar gar kein Fehler der Behörde selbst.
Warum so viele Spiele zuerst in Südkorea auftauchen
Wie das koreanische Magazin GameMeca (via Automaton Media) berichtet, liegt die Ursache in einer gesetzlichen Besonderheit. Die südkoreanische Altersfreigabebehörde GRAC (Game Rating and Administration Committee) ist demnach verpflichtet, abgeschlossene Bewertungsverfahren öffentlich zu machen.
Zwar können Publisher während des laufenden Prüfungsprozesses eine vertrauliche Behandlung beantragen, doch dieser Schutz endet in dem Moment, in dem eine Entscheidung getroffen wurde. Sobald eine Altersfreigabe erteilt oder ein Antrag abgelehnt wird, muss die Behörde das Ergebnis laut dem südkoreanischen „Game Industry Promotion Act“ veröffentlichen – sowohl auf der offiziellen Website als auch im digitalen Amtsblatt.
Kein Leak, sondern gesetzliche Pflicht
Ein Vertreter der GRAC erklärte gegenüber GameMeca, dass Unternehmen bereits im Vorfeld über diese Regelung informiert werden. Die veröffentlichten Einträge seien daher streng genommen keine Leaks, sondern ein gesetzlich vorgeschriebener Schritt im Freigabeverfahren.
Für Publisher bedeutet das allerdings, dass sie nur wenig Handlungsspielraum haben. Wer sein Spiel in Südkorea veröffentlichen möchte, muss sich den geltenden Vorgaben unterwerfen. Genau deshalb gelangen Informationen zu bislang unangekündigten Projekten immer wieder frühzeitig an die Öffentlichkeit.
Die Situation sorgt inzwischen sogar bei einigen koreanischen SpielerInnen für Sorgen. Sie befürchten, internationale Unternehmen könnten den koreanischen Markt als unsicheren Ort für geheime Projekte betrachten.
via Automaton Media, Bildmaterial: Sonic Frontiers, Sega

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Da hilft wohl nur, die Spiele so spät wie möglich einzureichen. Gefahr laufend, dass die Alterseinstufung nicht rechtzeitig zum Launch fertig ist und das Spiel nicht erscheinen darf? Auch nicht optimal.