Kommentar PS4

Final Fantasy VII Remake: Wie die Auswirkungen des Handelns der Spieler deutlicher werden

Anhand des von Square Enix veröffentlichten Eröffnungsfilmes zum Final Fantasy VII Remake erkundet der PlayStation Blog das neue Midgar. Mit dabei sind auch zwei, die sich bestens dort auskennen, nämlich Producer Yoshinori Kitase und Co-Director Naoki Hamaguchi. Der Eröffnungsfilm wirkt vertraut, und doch ist eigentlich alles neu. Gleich in den ersten Szenen wird deutlich, wie sehr Midgar seine direkte Umgebung zerstört. Freilich, das erkennt man erst mit etwas Hintergrundwissen aus dem Spiel.

Der Eröffnungsfilm soll aber nicht nur zeigen, was die Spieler im Remake erwartet. Sondern erfüllt auch eine andere Funktion, die für das Spiel, die Story und die Emotionen des Spielers sehr wichtig ist. Man erkennt diese Funktion nicht auf den ersten Blick, dabei ist sie offensichtlich. Das Eröffnungsvideo bewirkt nämlich, dass der Spieler sofort in eine lebendige, präsente Welt geworfen wird. Im Original war das nicht der Fall, hier begann das Spiel unmittelbar am Bahnsteig mit der ersten Mission.

Midgar zeigt sich lebendig und belebt

Lebendige, viel befahrene Straßen. Spielende Kinder, eine Kultur. Diese Stadt lebt. Und es war für die Entwickler wichtig, dass der Spieler das anders als im Original auch weiß. Denn die erste Mission – ihr kennt sie aus der spielbaren Demo – endet bekanntlich mit einem Knall. Yoshinori Kitase erklärt dazu im PlayStation Blog:

„Wir wollten unbedingt den Alltag von Midgars Bewohnern zeigen, [unter anderem] um zu zeigen, wie sie in dieser gewaltigen Stadt leben, die von Mako-Energie betrieben wird – wie und wann sie diese Energie nutzen, um diesen Aspekt der Geschichte zu erzählen. Die erste Version begann direkt bei der ersten Sprengungsmission.

Wir wollten dieses Gefühl erzeugen, dass alles schon läuft, dass man mitten ins Geschehen eintaucht. Aber wenn man von da aus direkt übergeht in die Panik, die sich nach der Sprengungsmission ausbreitet, dann versteht man nicht, was für Auswirkungen sie auf den Alltag der Bewohner hat, wie das Leben vor diesem ausschlaggebenden Ereignis war. Darum haben wir mit dieser Szene aus dem Alltag begonnen.“

Einerseits ist ein solcher Eröffnungsfilm nur zeitgemäß. Andererseits freut es mich zu lesen, dass man sich bei den Entwicklern über den Inhalt wirklich Gedanken gemacht hat und nicht einfach nur imposante oder erinnerungsträchtige Szenen ausgesucht hat. Und wenn Kitase sagt, man wolle zeigen, welche Auswirkungen die Sprengungsmission auf die Bewohner hat, dann meint er damit natürlich auch, dass man zeigen möchte, welche Auswirkungen das Handeln von Avalanche und damit des Spielers hat.

Von „schön und belebt“ zu „verheerend zerstört“ in Minuten

Cloud in den Straßen von Midgar.

Im Eröffnungsfilm sehen wir auch einen Blick auf die schöne und belebte Loveless-Allee. Ein Bezirk, der wenige Minuten später verheerenden Schaden genommen hat. Durch die Sprengungsmission von Avalanche! „Der Spieler sieht, wie [der Anschlag auf den Reaktor] sich auf die Stadt auswirkt“, erklärt Hamaguchi. „Wir wollen, dass die Auswirkungen seines Tuns ihn zwiegespalten lassen. Darum haben wir diesen Bereich so detailliert dargestellt.“

Natürlich, der Ausgang der Sprengungsmission ist nichts, was der Spieler beeinflussen könnte. Das ist auch klar. Aber wann spielt man schon mal eine Öko-Terrorgruppe, deren Aktionen nicht nur innerhalb der Spielwelt, sondern auch vor dem TV umstritten und diskutabel sind.

Daran ändern auch die feinen Story-Änderungen nichts, die Square Enix pointiert eingearbeitet hat. Das zeigen die Diskussionen der Fans darüber, nicht nur in unserem Forum. Dass man all diese Eindrücke, die in der ersten Spielstunde entstehen, mit dem Eröffnungsfilm bewusst verstärken möchte, gefällt mir und macht mir Hoffnungen auf den weiteren Verlauf des Spiels.

Die Ausbeutung des Planeten stört die wenigsten Bewohner

Auch auf Seiten der Bevölkerung schlagen die Entwickler mit Bildern in eine ähnliche Kerbe. Es wird von Beginn an viel deutlicher als im Original, dass die Bevölkerung im Gegensatz zu Avalanche zu einem großen Teil kein Problem mit Shinra und der Nutzung der Mako-Energie hat. Im Gegenteil, die Bevölkerung – zumindest die oberhalb der Platten – führt ein angenehmes Leben dank der Mako-Energie und Shinra. Über die langfristigen Folgen scheinen sich die wenigsten Sorgen zu machen. Auch ein tagaktuelles Thema in unserer Welt.

Zwiegespalten? Wie ist es bei euch?

Nicht umsonst wird Square Enix jedenfalls erst den Eröffnungsfilm und dann zwei Wochen später die Demo veröffentlicht haben. Ist es Square Enix gelungen, euch zwiegespalten über das Handeln von Avalanche nachdenken zu lassen?

Final Fantasy VII Remake erscheint am 10. April 2020 hierzulande für PlayStation 4. Bei Amazon winkt Vorbestellern exklusiv als Bonus* ein dynamisches „Sephiroth“-Theme für eure PS4. Außerdem gibt es auch noch die Beschwörungsmateria „Chocobo-Küken“. Die Deluxe Edition des Spiels beinhaltet ein Steelbook, ein Artbook und eine Soundtrack-CD. Vorbesteller der Deluxe Edition erhalten unter anderem bei Amazon* zusätzlich die Beschwörungsmateria „Kaktor“.

Die Eröffnungssequenz vom Final Fantasy VII Remake

Bildmaterial: Final Fantasy VII Remake, © 1997, 2020 SQUARE ENIX CO., LTD. All Rights Reserved. CHARACTER DESIGN: TETSUYA NOMURA / ROBERTO FERRARI. LOGO ILLUSTRATION: ©1997 YOSHITAKA AMANO

1 Kommentar

  1. Ist es Square Enix gelungen, euch zwiegespalten über das Handeln von Avalanche nachdenken zu lassen?

    Die Frage kommt wohl etwas früh. Es nimmt zumindest mal einen guten Anfang. Aber entscheidend wird sein, wie sehr das eine Rolle für die Charaktere über das Game hinweg, spielt.
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