Baldur’s Gate 3 und Elden Ring sind für viele Videospiel-Fans echte Meilensteine der Spieleentwicklung. Beide Titel haben die Erwartungen an RPGs verändert und die Messlatte für zukünftige Spiele in diesem Genre deutlich höher gelegt.
Einige Studios empfinden das fast schon als unheimlich, weil sie nun unter dem Druck stehen, Spiele von ähnlicher Qualität zu entwickeln. Der chinesische Medienkonzern Tencent lässt sich davon nicht beeindrucken. Für ihn sind diese Titel eher „die Nordsterne“ in der Spieleentwicklung.
Gegenüber The Game Business äußert man sich über die zukünftigen Pläne: Um ähnliche Spiele zu schaffen, müsse man Studios über längere Zeiträume aufbauen und sich auf die langfristige Entwicklung in einem Genre konzentrieren. Das sagte Yong-Yi Zhu, Vizepräsident von Tencent Games und Leiter der Bereiche Betrieb, Strategie und Compliance, in dem Interview.
Videospiele nur durch eine regionale Brille zu betrachten, sei für Tencent der falsche Ansatz. Für Tencent gehe es darum, „hochwertige Talente und Menschen zu finden, die einzigartige Visionen mitbringen und eine sehr klare Vision haben“. Larian und FromSoftware seien seit Langem in einem bestimmten Genre tätig und hätten dieses Genre kontinuierlich weiterentwickelt.
Tencent will laut Zhu Entwickler finden, die Ähnliches erreichen können. Interessant dabei: Im vergangenen Jahr erhöhte Tencent seine Anteile an Kadokawa, der Muttergesellschaft von FromSoftware, weiter.
Langfristige Verpflichtung, um genreführend zu werden
„Für uns versuchen wir, mit unseren internen Studios dasselbe zu tun“, fährt Zhu fort. „Wir möchten mit euch arbeiten, wenn ihr glaubt, dass ihr eines Tages die Führung in diesem bestimmten Genre übernehmen könnt. Das kann heute sein, in zwei Spielen oder in drei Spielen – solange wir diesen Fortschritt sehen. Das ist die langfristige Verpflichtung.“
Wenn man sich speziell diese beiden Partnerschaften ansieht, war das kein Erfolg über Nacht. „Es waren mehrere Divinity-Spiele, die zu Baldur’s Gate führten. Es war Demon’s Souls, dann Dark Souls, dann Bloodborne und schließlich Elden Ring, das so groß wurde. Wir verfolgen einen langfristigen Ansatz. Das ist etwas, das ich für besonders bemerkenswert an Tencent halte und das gut zu uns passt, wenn wir über lange Zeit mit vielen verschiedenen Entwicklern zusammenarbeiten wollen.“
Live-Service-Ansatz sei der richtige
Für Tencent gibt es jedoch einen Unterschied: Wichtig sei, dass „viele unserer Spiele Evergreen-Live-Service-Titel“ seien. Der dauerhafte Release-Rhythmus verhindere große Einbrüche und Spitzen, die beim üblichen Premium-Spiel-Zyklus entstünden.
Dies biete einen gewissen Schutz vor den Schwankungen der gesamten Branche. Auch kleinere Teams, besonders während „des riskanteren Teils des Projekts“, seien ein Ansatz, um das Risiko gering zu halten. Manche davon feiern am Ende außergewöhnliche Erfolge.
Trotz des Interviews muss man jedoch bedenken, dass Tencent in den letzten Monaten und Jahren eine größere Anzahl an Studios – insbesondere westliche Studios – geschlossen oder ihnen die Finanzierung entzogen hat, wenn sie nicht den gewünschten Erfolg erzielten oder die Entwicklung deutlich verzögerten.
via GamesRadar, Bildmaterial: Elden Ring Nightreign, Bandai Namco, FromSoftware

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