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„Reine Kalkulation“ – Ehemaliger PlayStation-Chef sieht Sony-Pläne zur Disc-Abkehr kritisch

PlayStation kündigte kürzlich an, die Produktion neuer Spiele auf Disc ab 2028 zu beenden. Ein grausiger Paukenschlag, den die meisten sicher immer noch nicht verdaut haben. Im Gegenteil: In den letzten Tagen stehen die Zeichen auf Gegenwehr. PlayStation sieht sich heftig in der Kritik.

Der Protest der Gaming-Community ist gar so laut, dass sich nun auch Branchengrößen zu Wort melden – so etwa der ehemalige Sony-Präsident Shawn Layden, der immer wieder mal gern seinen Senf zu aktuellen Entwicklungen in der Branche dazugibt. Zu den radikalen Plänen von PlayStation äußerte er sich jetzt kritisch.

Ex-PlayStation-Chef hat seine Zweifel

„Ich hatte keine Ahnung, dass das passieren würde“, so Layden in einem Interview mit Eurogamer. „Ich bin nicht unbedingt einverstanden damit, aber ich bin ja nicht mehr in der Branche tätig. Vielleicht ist die Herstellung von Discs einfach zu kostspielig geworden.“

Er erklärt weiter: „Wenn man sich die Entscheidung ansieht, ein Produkt, ein Feature oder ein Modell einzustellen, basiert diese meist schlicht auf Zahlenkalkulationen. Wie verhalten sich die Verkaufszahlen von Discs zu denen digitaler Versionen? Ich bin alt genug, um mich an Zeiten zu erinnern, als der digitale Anteil bei etwa 10 Prozent lag – ja, ich erinnere mich sogar an Zeiten, als er bei null Prozent lag, weil es noch gar keinen digitalen Markt gab! Dieser Anteil ist im Laufe der Zeit einfach gewachsen.“

Natürlich betrachtet Layden das Problem – angesichts seiner Verbindungen zu PlayStation und seiner fehlenden direkten Beteiligung an der aktuellen Auseinandersetzung – aus einer eher besonnenen Perspektive. Dennoch ist es gut zu wissen, dass selbst ehemalige Spitzenmanager nicht voll und ganz hinter dem stehen, was PlayStation derzeit plant.

Zwar ist es unwahrscheinlich, dass das Unternehmen seine Entscheidung revidiert – schließlich strebt man dort schon länger danach, sich von physischen Veröffentlichungen zu verabschieden. Online-Proteste zeigten in der Vergangenheit aber immer wieder Wirkung. Eine Petition gegen Sonys geplante Maßnahmen zählt mittlerweile bereits über 220.000 Unterschriften. Bleibt laut!

via The Gamer, Bildmaterial: PlayStation

3 Kommentare

  1. Natürlich betrachtet Layden das Problem – angesichts seiner Verbindungen zu PlayStation und seiner fehlenden direkten Beteiligung an der aktuellen Auseinandersetzung – aus einer eher besonnenen Perspektive. Dennoch ist es gut zu wissen, dass selbst ehemalige Spitzenmanager nicht voll und ganz hinter dem stehen, was PlayStation derzeit plant.

    Liest sich für mich nach nem Strohhalm (Neutral gemeint) .

  2. Das es reine Kalkulation ist eh klar. Sony hat mit dieser Aktion nur gezeigt das sie gar keinen scheiss mehr auf irgendwelche Kundenfreundlichkeit geben und der Meinung sind das sie zu groß sind um zu versagen. Sie wollen halt mit den Digitalen Wucher preisen das maximum an Geld aus den Kunden rauspressen, was so nicht mit physischen Spiel möglich wäre. Das wird garantiert in den nächsten Jahren nur noch schlimmer, wenn Sony damit durchkommt (was ja so aussieht).

  3. Das es reine Kalkulation ist eh klar. Sony hat mit dieser Aktion nur gezeigt das sie gar keinen scheiss mehr auf irgendwelche Kundenfreundlichkeit geben und der Meinung sind das sie zu groß sind um zu versagen. Sie wollen halt mit den Digitalen Wucher preisen das maximum an Geld aus den Kunden rauspressen, was so nicht mit physischen Spiel möglich wäre. Das wird garantiert in den nächsten Jahren nur noch schlimmer, wenn Sony damit durchkommt (was ja so aussieht).

    Hmm, ich sehe das nicht ganz so schlimm. Ich selbst habe vor gut 10 Jahren aufgehört, Spiele auf Disk oder Card zu kaufen. Ein Grund war tatsächlich die Sales in den jeweiligen Stores, die haben zum Teil Rabatte von bis zu 85 %, die du nie im Leben im Laden bekommst. Ich verstehe das, wenn jemand immer ab Tag 1 die neuen Spiele haben will und dabei vielleicht 10 € spart, aber sobald es wirklich um Spiele geht, die 3, 6 oder 12 Monate draußen sind, ist das digitale Angebot einfach unschlagbar.

    Was ich absolut nachvollziehen kann, ist, dass man die Spiele nicht mehr verkaufen kann, was ein Sammler aber ohnehin eher selten macht. 😄 Das sehe ich noch ein. Aber was zur Wahrheit dazugehört: A) 85 % der Spiele werden digital verkauft, und selbst wenn wir die Indie-Games herausrechnen, sind es mittlerweile gut 70 %, die nur noch digital kaufen. Und B) es wäre so oder so dazu gekommen, ob heute, 2028 oder 2035. Den Aufschrei hätte es immer gegeben, selbst wenn 99 % aller Spieler digital kaufen würden.

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