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Branchenanalyst sieht kaum Chancen dafür, dass Sony von seinen Digital-only-Plänen abweicht

Sonys umstrittene Entscheidung, die Produktion physischer PlayStation-Discs im Jahr 2028 einzustellen, hat sich rasch zu einer der kontroversesten Entscheidungen entwickelt, die das Unternehmen je getroffen hat.

Zuletzt haben PlayStation-Fans massenhaft ihre PS-Plus-Abonnements gekündigt, um Sony zu signalisieren, dass sie physische Spiele zurückhaben wollen. Auch eine Petition zur Rettung physischer Spiele sammelt Unterschriften am laufenden Band. Alles vergeudete Lebensmüh, wenn es nach einem bekannten Analysten der Branche geht.

Dr. Serkan Toto, CEO des Beratungsunternehmens Kantan Games, äußerte sich kürzlich gegenüber IGN zu den anhaltenden Protesten gegen PS Plus. Seiner Meinung nach werde all das für Sony unerheblich sein.

Toto argumentiert, dass selbst bei einer Kündigung durch 500.000 der insgesamt 120 Millionen AbonnentInnen – was lediglich 1 Prozent der Nutzerbasis entspräche – kaum ein Anlass für Sony bestünde, zu handeln.

Zudem übertreffen die digitalen Verkäufe mittlerweile bei weitem die physischen Absatzzahlen. Die Gewinnspannen seien für Sony schlicht zu attraktiv, als dass das Unternehmen von seiner Strategie abrücken würde. Toto erklärt: „Aus wirtschaftlicher Sicht sind digitale Verkäufe einfach extrem sinnvoll, insbesondere für Plattformbetreiber.“

„Lords of the Fallen 2“-Entwickler stimmt mit ein

Die kontroverse Entscheidung ergäbe aus finanzieller Sicht schlicht Sinn – eine Einschätzung, die CI-Games-Chef Marek Tyminski teilt. Der CEO des Studios hinter Lords of the Fallen 2 erklärte in den sozialen Medien, dass eine rein digitale Veröffentlichung von GTA 6 unfair gegenüber kleineren Studios sei, die weiterhin physische Discs anbieten möchten. Da deren Gewinnspannen oft sehr gering sind, könnten sie die Kosten für eine Veröffentlichung auf physischen Datenträgern meist nicht so leicht stemmen wie große Studios.

Sowohl Tyminski als auch Toto nennen Zahlen zu den zu erwartenden Erträgen bei digitalen vs. physischen Veröffentlichungen: Tyminski geht davon aus, dass Studios pro verkaufter Einheit etwa 26 US-Dollar einnehmen, während Toto anmerkt, dass Sony bei jedem verkauften Spiel eines Drittanbieters einen Anteil von 15 Prozent als Lizenzgebühr einbehält.

Im Vergleich zum digitalen Vertrieb merkt Tyminski an, dass ein Studio bei einem digitalen Verkauf im besten Fall etwa 49 US-Dollar einnimmt, während Toto erklärt, Sony erhalte bei der digitalen Lizenzierung eines Spiels von Drittanbietern einen Anteil von rund 30 Prozent.

Bei PlayStation-Exklusivtiteln sähe die Lage jedoch anders aus, da ein rein digitales, von Sony produziertes Spiel dem Unternehmen einen Gewinn von 100 Prozent einbringen würde. Es versteht sich von selbst: Wenn PlayStation diese Gewinnspannen tatsächlich steigern wollte, wäre der Wechsel zu einem reinen Digitalvertrieb der „richtige“ Weg.

„Die aktuelle Gewinnspanne ist schon seit Jahren zu gering, daher sehen sie sich zum Handeln gezwungen“, so Toto. Angesichts explodierender Technologiepreise und stetig steigender Produktionskosten für Spiele scheint diese Entwicklung unvermeidlich gewesen zu sein. Ein Kampf gegen Windmühlen? Vielleicht. Aber schon über 270.000 Fans kämpfen ihn. Die Petition gegen Sonys Pläne könnt ihr bei Change.org unterzeichnen.

via GameRant, Bildmaterial: PlayStation

4 Kommentare

  1. Hab mich heute früh morgens auch (ein Weiteres Mal) für "diesbezügliche" Verbraucherrechte eingesetzt.

    Allerdings Anders...
    Diese Petition "hier" hat von mir noch Keine "digitale Signatur" erhalten.

    Ich hab mich, in Bezugnahme zum Digital Fairness Act, an die DE-Vertretung der EU-Kommission gewandt...
    Und Darum gebeten, mit der Verkündung der späteren "Endergebnisse" aus der finalen Ausarbeitung des DFA, möglichst Leicht verständlich, Öffentlich zu kommunizieren, welche gesetzlichen Rechte man (dann) in der EU (und in DE) hat, wenn man digitale Spiele-Lizenzen usw. usf. (Auch DLCs...Auch aus Entwickler-Eigenen Stores) käuflich erworbenen hat,
    Sowie die Verbraucherrechte, durch weitere Gesetzgebungsverfahren "auszuweiten" und zu stärken (Auch hinsichtlich Weiterverkauf, nicht-kommerziellem Verleih, Tausch, Verschenken etc. pp. ) .

    Hab dazu, zur Verdeutlichung der Bedeutung & Relevanz, folgendes Video, sowie den X-Beitrag des französischen Präsidentschaftskandidaten, in jenem Schreiben verlinkt.

    Mal schauen, ob sich etwas daraus ergibt...
    Und Falls Ja, Was sich daraus ergibt. 🤷‍♂️

    https://www.youtube.com/watch?v=R-rXt2KdV4E

    https://x.com/JLMelenchon/status/2072744952841314432?s=20

  2. ganz ehrlich. bevor ich digitale spieler auf der PS kaufe geh ich auf steam. und da es final fantasy auch ab jetzt überall gibt, ist mein problem gelöst.

    wenn ich etwas digital haben hätte wollen, dann hätte ich keine ps gekauft sondern X box

  3. Es ist verdammt schade, und ja ich hab auch Digitale Spiele gekauft, aber meine Ps5 Pro steht da eben weil ich für mich wichtige Spiele auf Disc daneben stellen kann.

    Mag nicht viele betreffen, aber mein Pc ist meist recht aktuell und deutlich Potenter wie die Konsolen (aktuell 7800x3d,rtx4090) aber die Phyischen gut optimierten und exklusiven Spiele auf Disc haben ihren Charme. Zum Beispiel Astro Bot, Spiderman, Ratchet und Clank, Ff7 remakes , God of War, Horizon usw und mir geht mein Herz auf wenn ich neben meiner Series X Blue Dragon, Burnout Revenge, Eternal Sonata und Lost Odyssey stehen sehe 🥰 und dahinter sind noch mehr versteckt. Das selbe mit meinen Ps4 und Ps5 Spielen sowie Switch und switch 2 spielen und ehrlich gesagt bin ich stolz auf meine mmorpgs Boxen, von gw 1 über wow + addons bis zu Tera, ff14 , The Secret World usw usw.

    Wenn man das den Konsolen jetzt ganz nimmt und Dragon Quest und Final Fantasy eh für den Pc kommen, war dies aber meine letzte Gen. Die Series X dient nur für Retro, die Ps5 (pro) ist schon gut aber nur digital hätte ich sie auch nicht gekauft und die switch 2 ist eine Enttäuschung was die Spiele angeht.

  4. Soll Sony ruhig das vermeintlich "wirtschaftlich Sinnvolle" tun. Mir kommt dieses selbstherrliche Business-Geschwafel mittlerweile in einer Weise zu den Ohren raus, die sich in Worten kaum beschreiben lässt. Wenn eine halbe Million Kunden mehr oder weniger für Sony keine Rolle spielen, kann ich mit dem Ende der aktuellen Generation ruhigen Gewissens auf Retrokonsolen umsatteln. Man wird ja offenkundig nicht vermisst.

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