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„Nicht den Anschluss verlieren“ – NieR- und DmC-Schöpfer sprechen über Koreas Spieleboom

Die Videospielbranche in Südkorea wächst seit einigen Jahren rasant und sorgt inzwischen auch international regelmäßig für Aufmerksamkeit. Mit Spielen wie Lies of P, Stellar Blade oder zuletzt Crimson Desert gelangen koreanischen Studios große Erfolge. Jetzt äußerten sich auch zwei bekannte japanische Entwickler zu diesem Wandel – und fanden dabei überraschend offene Worte.

Im Rahmen der G-CON 2025 in Busan und jetzt nochmal von GamesRadar zusammengefasst wurden Nier-Schöpfer Yoko Taro und der Kopf hinter Devil May Cry, Hideki Kamiya gefragt, welche Botschaft sie koreanischen Entwicklern mitgeben würden. Yoko Taro erklärte dabei offen: „Um ganz ehrlich zu sein, habe ich tatsächlich das Gefühl, dass viele koreanische Entwickler Japan in technologischer Hinsicht voraus sind.“

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Auch Kamiya sprach über den zunehmenden internationalen Konkurrenzdruck. Japan habe die Videospielbranche zwar lange angeführt, mittlerweile kämen aber „Spiele von unglaublicher Qualität“ aus vielen Regionen der Welt – darunter Europa, Nordamerika, Korea und China.

Korea setzt neue Maßstäbe

Trotzdem sieht Kamiya die Entwicklung offenbar eher als Motivation denn als Bedrohung. Man wolle sicherstellen, „dass wir mit den Spielen, die wir entwickeln, nicht den Anschluss verlieren“. Gleichzeitig lobte er die wachsende Zahl koreanischer Entwickler, die mit eigenen Ideen und einzigartigen Spielerfahrungen neue Standards setzen würden. „Ich freue mich darauf, in den kommenden Jahren weitere Gleichgesinnte dieser Art aus Korea hervorzutreten zu sehen“, so Kamiya abschließend.

Gerade der Erfolg von Crimson Desert dürfte die Diskussion zusätzlich angeheizt haben. Das Action Adventure zählt bereits jetzt zu den größten Veröffentlichungen des Jahres 2026 und beeindruckte viele SpielerInnen nicht nur technisch, sondern auch durch seine enorme Spielwelt und Präsentation.

Passend dazu diskutierten zuletzt auch mehrere japanische Entwickler über den Erfolg von Neverness to Everness aus China. Dabei ging es unter anderem um die Frage, ob ein vergleichbares Projekt heutzutage überhaupt noch in Japan entstehen könnte. Die Debatte zeigte erneut, wie stark chinesische und koreanische Studios inzwischen als „Konkurrenz“ wahrgenommen werden.

via GamesRadar, Bildmaterial: Crimson Desert, Pearl Abyss

2 Kommentare

  1. Naja... Bisher sind die größten asiatischen Spiele außerhalb Japans alle ziemlich offensichtlich "inspiriert" worden durch... Na, wer hätte es gedacht? Durch japanische Spiele. Sei es Wukong, Stellar Blade, Lies of p, Crimson Desert, Genshin etc. pp. Alle durch japanische Spiele inspiriert.

    Was den technischen Aspekt angeht, muss ich aber leider zustimmen. Selbst ein ehemaliges Powerhouse wie SE ist schon längst nicht mehr auf dem Zenit. FF16 z.B. ist selbst in ruhigen Momenten eher maximal gut aussehend und in Action ist sowohl die frame Rate als auch die Auflösung sehr bescheiden. Höchstens Capcom kann da noch was rausreißen, wobei die ja auch das technisch verhasste MH wilds geschaffen haben aber dafür eigentlich so gut wie sonst nur abliefern was den Aspekt angeht. Selbst auf der Switch hatte man damals mit MH rise eines der best aussehenden switch Spiele rausgeballert.

  2. Kurze Anmerkung für die Headline: wenn man von Hideki Kamiya spricht, dann sollte man "DMC" statt "DmC" schreiben. Das kleine m wird mit dem Reboot verbunden und ich glaube Tameem Antoniades hat nochmal deutlich weniger Schlagkraft im Videospielkosmos.

    Wie dem auch sei, ich muss hier erstmal eine starke Abrechnung mit den koreanischen Entwicklungen machen. Wir würden hier nicht sitzen und über diese Spiele reden, wenn sie nicht rentabel wären. Crimson Desert ist eine absolute Amalgamation und steht in vielen Dingen an zweiter Stelle, wenn man es mit seinen Genrekollegen wie Dragon's Dogma (2) vergleicht (ehrlich gesagt schreit für mich auch nichts mehr "ich bin KI generiert" als dieses Spiel aber was solls). Stellarblade ist thematisch Nier Automata, gameplaytechnisch ein Souls. Genshin Impact (klar, chinesische Produktion, aber um die werden wir diese Diskussion irgendwann auch führen) braucht man auch nicht wirklich wie eine Innovation aufzählen, weil es mit seinem echt dürftigen Kampfsystem und Gacha Geldsaugschema kaum an irgend einer spielerischen Mehrwert grenzt. Auch dieses Spiel wäre nicht ansatzweise irgendwo im Gespräch, wenn es nicht so ein lukratives Einkommen für miHoyo wäre. Unter der glänzenden Fassade steckt da nicht viel Videospiel drin und stinkt da gegen ordentliche Produkte wie Tales of [Epithet] komplett ab.

    @AkiraZwei hat es ja schon erwähnt und es sollte auch klar sein worauf ich hinaus will. Die meisten Spiele dort können sich kaum eine Eigenidentität auf die Fahne schreiben. Spielerisch wird es, mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit, irgend ein Souls Gemisch. Wenn du glück hast, probiert man mit sowas wie Lost Soul Aside was ganz Anderes, lässt aber viel am anderen Ende vermissen. Und technisch sind die nicht ansatzweise dort, wo die Japaner schon seit ihrer Entstehung sind: runde, haptische Spielsysteme mit viel Wiederspielwert. An die Finesse von einem Devil May Cry können die nicht anknüpfen. Von der spielerischen Diversität eines Tales Spiels können die dort nur träumen. Von der kreativen Verspieltheit der Final Fantasy Spiele kommen die mit ihren Plagiaten auch nicht ran. Und auch exakte Genrekopien sind nicht ansatzweise so rund, wie die japanischen Spiele idR immer sind. Es gibt da immer viel Raum für punktgenaue, präzise Choreographien, Speedruns und spielerisches Ausleben der eigenen Identität. Solche Szenen haben koreanische Spiele nicht und können sich auch gar nicht entwickeln, weil sie es schlicht mechanisch nicht anbieten können. Für mich persönlich, für dem Spiele durch Gameplay leben und sterben, ist das auch schon der größte Knackpunkt, wenn man über technologische Vorsprünge diskutieren möchte.

    Ich stimme aber nebenbei nicht zu, dass sie in grafischer Qualität Square Enix voraus sind. Die RE Engine für mich persönlich ist nur eine graue Gorebrühe, da kann man gerne noch irgend etwas argumentieren. Aber Square ist und bleibt für mich da immer noch das beeindruckendste Studio. Allein was in Stranger of Paradise im Opening Sequenz los ist, mit Garland der Prinzessin Sarah entführt, ist schwer zu übertrumpfen. Ingame in Final Fantasy XVI, der gesamte Kampf gegen Bahamut war grafisch eine absolute Meisterleistung. Am gesamten Final Fantasy VII Remake Projekt kann man viel kritisieren, aber für die Augen gibt es da immer bei jeder Gelegenheit etwas. Unter anderem auch deswegen, weil man an Sonys inszenatorischem Katalog anschließen wollte und solche Szenen in Überfluss reingequetscht hat. Für meinen Geschmack auch zu viel des Guten, aber ich sehe da keine koreanischen Spiele, die genauso schön oder aufwendig aussehen.

    Man muss hier leider das Kind beim Namen nennen: über irgend eine Überlegenheit wird hier nur diskutiert, weil koreanische Spiele bei den Gemütern gut ankommen und ihre Gewinne solide einspielen. Sie sehen auch ordentlich aus und sind weit von der ehemaligen, berüchtigten "China Qualität" entfernt, mit den man asiatische Waren assoziiert hat. Aber da hört es auch schon auf. In kreativer Hinsicht sind die Japaner immer noch die Vorreiter, spielerisch sind sie bei weitem überlegen und auch in der Genreverteilung sind sie deutlich diverser. Mir kann niemand erzählen, dass spielerisch in Stellar Blade mehr zu holen ist, als bei einem Devil May Cry. Mir kann niemand erzählen, dass Crimson Desert eine spielerisch eloquentere Wahl ist als Dragon's Dogma 2. Und ich würde lieber nochmal an einem Tales Spiel sitzen, statt mich mit endlos viele UIs und Grindsessions im miHoyos nächsten Geldwäschenkomplott auseinander zu setzen. Man kann ihnen Erfolg zusprechen aber mehr ist nicht drin.

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