Mit dem Erfolg von Fantasy Life i: The Girl Who Steals Time und Inazuma Eleven: Helden der Siegesstraße hat Level-5 dieser Tage gleich mehrere Gründe, die Korken knallen zu lassen. Gerade in letzterem Fall keine Selbstverständlichkeit, war die holprige Entwicklung von „Helden der Siegesstraße“ doch von zahllosen Verschiebungen gezeichnet.
Heute blickt Level-5-Chef Akihiro Hino aber auf weltweit über 800.000 verkaufte Einheiten zurück. Die charmante Fußball-Action begeistert offenbar weiterhin zuverlässig. Im Gespräch mit dem Sportjournalisten und Mangaka Naohiko Ueno für Yahoo News Japan, nahm Hino die jüngsten Erfolge zum Anlass, um unter anderem über die „wahren“ Ursprünge von Inazuma Eleven zu sprechen.
Warum die Reihe nach wie vor so populär ist? Hino versucht sich mit einer Weihnachtsmann-Analogie am Erklärversuch. „Als Kind glaubt man fest an den Weihnachtsmann. Man fragt nicht, warum es ihn gibt oder woher er kommt. Man glaubt einfach, dass er kommt, die schönsten Geschenke bringt und wieder nach Hause geht.“
Fußball quasi Nebensache
Laut Hino soll Inazuma Eleven den SpielerInnen etwas Ähnliches bieten. „Man sieht Fußballspieler durch die Luft fliegen, Tricks vorführen und direkt auf einen zustürmen, aber man hinterfragt nicht, ob das physikalisch möglich ist“, so Hino.
Und weiter: „In typischen Werken werden die übertriebeneren Elemente abgeschwächt, damit sie für Erwachsene nicht kitschig wirken. Da sich Inazuma Eleven aber direkt an Kinder richtet, genau in diesem Lebensabschnitt, gibt es viele Dinge, die Erwachsenen völlig verrückt erscheinen.“ Ueno beschreibt dies als Level-5s „unerschütterliches Vertrauen in die Empfindungen von Kindern“.
Hino erklärt, man habe seinerzeit kein Fußballspiel entwickeln, sondern die Faszination von Shonen-Manga über das Videospielmedium transportieren wollen. „Für mich ging es weniger um Sport an sich, sondern vielmehr um Jungen, die mit ihren jeweiligen Überzeugungen aufeinanderprallten. Ob Fußball, Basketball oder etwas anderes – das Medium war mir eigentlich egal. Selbst während der Arbeit an Inazuma Eleven dachte ich mir, anstatt den Realismus des Fußballs zu verfolgen: ‚Lasst uns einen Dragon-Ball-Ansatz wählen.‘“
Hino kommt zum Schluss: „Es gibt Freundesgruppen, Gegner mit unterschiedlichen Denkweisen und einen Konflikt der Leidenschaften. Diese Dynamik haben wir vor dem Hintergrund des Fußballs inszeniert. Aus der Sicht eines Erwachsenen mögen die aufwendige Präsentation und die showartigen Effekte lächerlich wirken, aber genau das hat die Herzen der Kinder erobert.“
Kürzlich wurde „Helden der Siegesstraße“ übrigens mit einem vierten Inhaltsupdate bedacht. An einem Sequel wird auch bereits fleißig gewerkelt.
via Automaton Media, Bildmaterial: Inazuma Eleven: Victory Road, Level-5

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