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Es ist nie zu spät, mit Final Fantasy XIV anzufangen

Ich bin Online-Spielen eigentlich grundsätzlich abgeneigt. Früher wie heute. Damals aus anderen Gründen. Als Square Enix – oh man, da hießen sie noch SquareSoft – vor vielen Jahren Final Fantasy XI ankündigte, war ich ziemlich sauer. Ein MMORPG passte mir gar nicht in den Kram, ich habe Final Fantasy lieben gelernt als Einzelspielererfahrungen. RPGs mit Storys und Herausforderungen, in denen ich wochenlang versinken konnte.

Wie das in einem MMORPG funktionieren sollte, war mir nicht nur unklar. Ich hatte auch nicht die technischen Voraussetzungen, um ein MMORPG auszuprobieren. Bis zum Start von Final Fantasy XIV sollte sich meine Einstellung nicht ändern. In den letzten über zehn Jahren ist dann viel passiert: in meinem Umfeld, mit meiner Zeit, mit meinem Geld, mit meiner Technik, in meinem Leben.

Elden Ring Rectangle

Natürlich habe ich, wie ihr wahrscheinlich auch, immer mal wieder gehört, wie gut Final Fantasy XIV: A Realm Reborn doch sein soll. Es war stets verlockend, aber später habe ich das Spiel aus anderen Gründen abgelehnt. Ein MMORPG ist ein Zeitfresser. Zeit, die ich nicht habe. Statt immer wieder in die gleiche Welt einzutauchen, würde ich doch in der gleichen Zeit lieber mehrere Einzelspieler-Titel spielen.

Abendfüllende Streifzüge durch Eorzea, wenig Spontanität bei der Auswahl und zeitlichen Ausgestaltung meiner Spiele-Sessions, vielleicht von anderen abhängig sein – früher wäre das kein Problem gewesen, später waren das meine Bedenken und darauf hatte ich keine Lust. Auch ein bisschen Selbstschutz war dabei: Ich hatte auch die Furcht, dass ich vielleicht ein bisschen zu addictive werde.

Ihr kennt vielleicht den Spruch: Alle sagten, das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht, und hat es einfach gemacht. Frei nach diesem Motto habe ich also vor ein paar Wochen die Free-Trial zu Final Fantasy XIV installiert und losgelegt.

Heute ist vieles anders.

Als Starthilfe diente tatsächlich auch meine PlayStation Portal, mit der ich deutlich spontaner sein darf und mit der man Final Fantasy XIV ganz gut spielen kann. Wenn es dann doch nicht passt zwischen mir und dem Spiel, dann habe ich ja nichts verloren. Es passte aber ganz gut. Vor allem die Bedenken bei der Spontanität meiner Spiele-Sessions waren schnell ausgeräumt. Man kann eben doch jederzeit und auch mal nur 30 Minuten Final Fantasy XIV spielen. Inzwischen kann ich euch nur raten: Probiert es doch mal aus.

Warum ich euch das alles erzähle? Weil Square Enix dazu eingeladen hat, bei einem Preview-Event einen Blick auf Final Fantasy XIV: Dawntrail zu werfen. Bis ich inhaltlich selbst an Dawntrail anknüpfen kann, vergehen wohl noch einige Monate. Das hat mich aber nicht davon abgehalten, einige Gebiete des neuen Kontinents Tural zu erkunden und die beiden neuen Jobs Piktomant und Viper einfach mal auszuprobieren. Um die Story der Erweiterung ging es dabei überhaupt nicht, ich habe mich also selbst nicht gespoilert und kann auch euch nicht spoilern.

Optisch macht Dawntrail einiges her. Ich, der immer noch A Realm Reborn spielt, sehe, dass sich die Welt deutlich hübscher präsentiert. Das Setting mit der bunten, lebendigen Vegetation, azurblauem Wasser und einer karibisch-anmutenden Architektur dürfte daran auch seinen Anteil haben. Viel Spaß hatte ich, mehrere Stunden lang mit dem Piktomant durch Tural und den Raid-Dungeon „Jungle Cruise“ zu ziehen. Der Piktomant setzt auf Farben und Pinsel sowie vor allem auf Fernkampfangriffe. Der Viper verlässt sich im Gegensatz dazu auf seine Nahkampffertigkeiten und seine beiden Schwerter.

Nette Community!

Nach mehreren Fehlversuchen beim Raidboss habe ich mir dann ein bisschen Hilfe in Form des Content Creators Entenburg geholt. In meiner knappen Zeit mit „A Realm Reborn“ hatte ich bereits bemerkt, wie hilfsbereit und nett die Community ist. Wenn ich bei Twitter über Final Fantasy XIV schrieb, hallten mir „ONE OF US“-Gifs entgegen und im Spiel selbst wurde ich in einen Anfängerchat eingeladen, in dem ständig und geduldig die wildesten Fragen beantwortet werden.

Naoki Yoshida selbst lobte seine Community in der Präsentation zum Start des Preview-Events als eine der besten, aber was soll er auch anderes sagen? Stimmt allerdings wirklich; ist nicht nur PR-Sprech, sagt Entenburg, der einen ganzen Haufen MMOs spielt und es wissen muss. Unter seiner Anleitung spiele ich den Raidboss noch einmal, er gibt super-nützliche Tipps und das Vieh fällt gleich nach dem ersten Versuch. Danke, Entenburg!

Probiert es doch mal …

Falls ihr euch jetzt fragt, ob es nach 10 Jahren noch Sinne ergibt, einem MMORPG beizuwohnen: Mit jeder Erweiterung gehen 6 bis 8 Millionen Spielende diesen neuen Weg und auch mit Dawntrail wird es wieder Millionen Neulinge geben. Es ist nie zu spät, mit Final Fantasy XIV anzufangen. Und es ist auch noch nie leichter gewesen. Die Free-Trial bietet mehr Inhalte, als ihr in dem Monat überhaupt absolvieren könnt und Final Fantasy XIV selbst ist inzwischen nicht nur auf PCs und PlayStation, sondern neuerdings auch auf Xbox spielbar. Mit dem Steam Deck und PlayStation Portal sogar ohne TV oder PC.

Gewiss, man merkt „A Realm Reborn“ sein Alter an, aber es wurde über die Jahre natürlich auch mehrfach überarbeitet. Ich jedenfalls habe derzeit aber viel Spaß in der Welt von Final Fantasy XIV und wie Naoki Yoshida erklärte, würde er das MMORPG auch die nächsten zehn Jahre noch gerne mit Inhalten füttern. Ich bin gespannt, was mich noch erwartet. Auch wenn es die Dawntrail-Inhalte wohl so schnell nicht sein werden. Ein paar Stündchen muss man wohl angeblich für jede Erweiterung einplanen und inzwischen gibt es fünf.

Bildmaterial: Final Fantasy XIV, Square Enix

28 Kommentare

  1. auch wenn du overall durchaus valide Gründe nennst warum nicht einfach mal mit der Testversion anfangen? A kannst du sehen ob es von dem Internet her problemlos klappt, B hast du keine Abogebühren und damit auch keinen wirklichen Zeitdruck und C weil das Game is toll ^^


    Ich meine Grundspiel + 2 komplette Addons die man nichts bezahlen muss alleine damit hast du schon genug Content für die nächsten Jahre wenn du es wirklich nur wenig Spielst. Und 98% des Games bzw der Story kannst du wirklich komplett solo spielen ohne auch nur eine Interaktion gemacht zu haben.

    Oha cool danke wusste gar nicht dass so etwas existiert. xD So kann man ja wirklich mal entspannt zocken und falls Story gefällt dann kaufen.


    Obwohl ich bereits bis Endwalker gekauft habe aber hatte nur bis Level 15 gezockt und abgebrochen. Würde es dann auch nochmal kaufen da für Testversion Neue Account angefordert wird aber das Kostet so gut wie nix mehr.

  2. Wow hatte aber schon immer eine stark aisgeprägte kompetative Ebene. Das wurde dadurch noch verstärkt das Mods nicht nur von den Devs erlaubt sind sondern auch teilweise benötigt werden. Dadurch läuft natürlich jeder Hampelmann mit nem DMG Meter rum und hat nen dauerhaften Schwanzvergleich wer nun den längeren hat. Dadurch hast du schon den Grundstein für Toxisität gelegt.

    Ach ja, das Damage Meter und GearScore Zeug hatte ich schon verdrängt.


    Aber ist halot schon interessant (wobei ich natürlich keine objektiven Studien betrieben habe): Prinzipiell zirkeln MMO Spieler gerne zwischen verschiedenen MMO's. Ich würde schon behaupten, dass FF XIV thematisch in die gleiche Richtung geht wie Wow. Also questen, leveln, Dungeons, Raids. Ok, beim PvP weiß ich es jetzt nicht. Und dennoch ist das Miteinander so verschieden.


    z.B. Resourcen Abbau: Bei Wow ist das eher Konkurrenz, da man es sich gegenseitig wegschnappt. In Guild Wars 2 kann es jeder für sich abbauen und da gab es dann auch Gruppen die gemeinsam gelaufen sind.


    Gleichzeitig können auch gut gemeinte und regulierende Mechaniken die den Spieler entmündigen unbeabsichtigte Blüten treiben wie z.b. Dungeonfinder, automatische Lootverteilung, etc.



    Was ich persönlich jetzt nicht verstehe ist, wenn man ein MMO wegen der Story spielt. Ok, ich kenne die gesamte FF14 Story nicht, aber cih denke ich weiß schon wie das bei MMO's aussieht. Das kann eine willkommene Auflockerung sein - aber im Vergleich zu einem brauchbaren Solospiel ist die Scheiße und man pumpt meistens massiv zeit in einen Level-Overhead :huh:


    Aber hey: Am Ende muss es dem einzelnen Spieler Spaß machen und wer ein MMO halbwegs intensiv zockt der zahlt meiner Ansicht auch mit Abo nicht zuviel - im Gegenteil.

  3. Ich würde schon behaupten, dass FF XIV thematisch in die gleiche Richtung geht wie Wow. Also questen, leveln, Dungeons, Raids. Ok, beim PvP weiß ich es jetzt nicht. Und dennoch ist das Miteinander so verschieden.


    Weil Toxizität bei FF14 quasi im keim Erstickt wird und jeder Spieler mit Samthandschuhen angefasst wird. Wenn du in nem Dungeon z.b sagst "Ey dein Schaden ist verdammt gering" dann ist das durchaus schon nen Grund wofür du gemeldet werden kannst. Sämtliche Erwähnungen bzgl Mods sind verboten.


    Im Grunde genommen hat FF14 ne Kultur erschaffen wo jeder möglichst die Fresse hält weil du quasi mit 1 Bein schon im Knast stehst wenn du nur den Mund aufmachst. Und das ist ein Punkt den ich schon seit Jahren Kritisiere weil die Spieler dadurch zu absoliten Memmen verkommen sind und jeder macht was er tut. Der Start des Addons hat wieder deutlich gezeigt was für Spielerischen Abfall dieses Game so hat weil Leute auf lvl 100 noch Grundbasic Mechaniken nicht verstehen die seit 10 Jahren im Game sind und eigendlich absolutes Basicwissen sind. Aber bevor man den Mund aufmacht hält man lieber die Fresse und lässt diese 15 min Dungeon über sich entgehen weil man keine Lust hat das der gegenüber dich für Belästigung reporten könnte.


    Was ich persönlich jetzt nicht verstehe ist, wenn man ein MMO wegen der Story spielt. Ok, ich kenne die gesamte FF14 Story nicht, aber cih denke ich weiß schon wie das bei MMO's aussieht. Das kann eine willkommene Auflockerung sein - aber im Vergleich zu einem brauchbaren Solospiel ist die Scheiße und man pumpt meistens massiv zeit in einen Level-Overhead


    dann solltest du dir ggf wirklich mal ne Story zusammenfassung ansehen ^^ die Memes kommen nicht von umgefähr und viele halten gerade die Shadowbringer und Endwalker Story für die besten Stories die sie je gespielt haben in einem Videospiel. Es gibt nicht wenige die sagen FF14 ist Storywise mit abstand das beste Final Fantasy. Natürlich ist so ein Vergleich immer schwer da ne MMO Story immer weitergeht und dementsprechend schwer mit nem Single Player Game verglichen werden kann das irgendwann endet. Aber selbst wenn man es objektiv sieht ist die Story jedes einzelnen Addons schon nen eigenständiges Spiel. Der Storypunkt mag vielleicht wirklich bei 95% aller MMOs zustreffen aner FF14 ist ja nen RPG first und nen MMO erst dannach. Das Game legt nen deutlich höheren fokus auf Storytelling.

  4. dann solltest du dir ggf wirklich mal ne Story zusammenfassung ansehen ^^ die Memes kommen nicht von umgefähr und viele halten gerade die Shadowbringer und Endwalker Story für die besten Stories die sie je gespielt haben in einem Videospiel.

    Halte ich für ne Art Stockholm Syndrom, aber wenn sie dran Freude haben sei es ihnen gegönnt.

  5. Muss man doch unterm Stein gelebt haben, wenn man nicht langsam mitbekommen hat, dass die Story das beste am Spiel ist. Ich finde jetzt auch nicht, dass es das beste ist was ich ja gespielt habe. Aber im MMO Bereich auf jeden Fall ohne Konkurrenz.

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