Amerikas Wirtschaft setzt immer mehr auf KI – währenddessen nutzt das Weiße Haus die KI immer wieder für Memes, in welchen bekannte Anime und Videospiele vorkommen. Das stieß in den letzten Monaten schon oft auf Kritik, zuletzt sogar aus der japanischen Regierung heraus.
Abigail Jackson, die Sprecherin der Trump-Administration, findet die Social-Media-Strategie allerdings top: „Mit ansprechenden Posts und ,Banger‘-Memes kommunizieren wir erfolgreich die äußerst populäre Agenda des Präsidenten. (…) Unsere Botschaft kommt an.“
Tetris nimmt das sehr ernst
In der neuesten Welle KI-generierter Inhalte gibt es einige Arcade-Minispiele, welche mit „Slop“ noch wohlwollend umschrieben sind. Im Tetris-artigen Minispiel „Build the Wall: Zombie Border Siege“ geht es beispielsweise darum, mit Blöcken eine Grenzmauer zu errichten. Nur leider funktioniert das Spiel nicht wirklich und softlockt laut Social-Media-Berichten häufiger.
Die Tetris Company findet das Spiel jedenfalls nicht besonders lustig. Tetris solle Menschen verbinden und nicht trennen – außerdem nehme man Copyright-Verletzungen sehr ernst, schreibt die Tetris Company auf Twitter. Würde man im Weißen Haus gelegentlich JPGAMES lesen, wüssten sie das bereits. Allein … ob es dort jemanden stören würde?
Grenzkontrollen und Memecoins als Spielinhalt
Andere Spiele haben ähnliche Themen: In „Rio Run“ sollen Grenzüberschreiter aufgesammelt werden – im Spielprinzip von Snake. Man steuert eine Figur im Business-Anzug, die eine Kette aus Häftlingen in orangefarbenen Overalls einsammelt. Am Ende wird die Anzahl der erfolgreich deportierten Personen eingeblendet.
Dazu kommt „Flappy Bill“, eine offensichtliche Anlehnung an Flappy Bird, bei dem Spieler einen Weißkopfseeadler mit einer wichtigen „Bill“ durch das Kapitol fliegen lassen und in der Luft halten müssen.
Und schließlich lässt „Trump Savings Tycoon“ die SpielerInnen die „Trump-Konten“ ihrer Kinder füllen, indem sie Memecoins und Geldscheine einsammeln, die über eine Skyline von Washington, D.C. regnen.
Animationen von Retro-Konsolen als Werbematerial
In Werbevideos für das Projekt wurden die Startanimationen mehrerer Retro-Konsolen parodiert, etwa der PlayStation 2, Xbox 360 und des Nintendo GameCube. Auch das SEGA-Logo ist ein Teil dieser Parodien – aber so bearbeitet, dass es MAGA buchstabiert.
Bereits in der Vergangenheit reagierten die Betroffenen wenig amüsiert auf die KI‑Parodien. Darunter Nintendo, wo man sich wenigstens im Zollhandelsstreit gegen die USA durchsetzen konnte. Die Regierung zeigt sich davon jedoch unbeeindruckt.
Im März forderte Steve Downes, die Stimme von Master Chief aus der Halo-Reihe, das Weiße Haus auf, seine Stimme aus einem Social-Media-Video zu entfernen, das er als „ekelerregenden und juvenilen Kriegsporno“ bezeichnete.
Kreative Gegenwehr aus China
Immerhin gibt es kreative Gegenreaktionen: HoYoverse hat bereits in der Vergangenheit eine kreative Mission versteckt, welche sich über die Aktionen aus dem Weißen Haus amüsiert. Nach der Quest „Unfinished Comedy“ in Genshin Impact könnt ihr das Buch „The Art of Negotiation“ kaufen. „Dieses Meisterwerk, geschrieben von einem wahren Genie, ist ein absolutes Muss“, lautet die Kurzbeschreibung.
Jetzt legen sie nach: Im frisch lackierten Springbrunnen blättert die Farbe ab, und zu allem Überfluss sind die Tigalda zurück. Da gibt es nur eine Lösung: „Ich habe eine riesige Menge Bleichmittel in den Brunnen gekippt, und er war wieder sauber. Ich habe gewonnen. Ein historischer Sieg, wie ihn noch niemand gesehen hat!“
Natürlich führte das überschüssige Bleichmittel dazu, dass noch mehr Farbe abblätterte. Die Reaktion: „Das ist offensichtlich Fake News. Vollkommen fake“. Und: „Schläger aus Rokot schleichen sich nachts in das Anwesen und reißen die Farbe mit ihren dreckigen Händen ab! Beschämend. So beschämend!“. Die Parallelen zu realen Geschehnissen sind sicher nur Zufall …
via IGN, Bildmaterial: Screenshot von „Arcade.gov“

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