Nintendo hat heute den aktuellen Geschäftsbericht für den Zeitraum endend am 30.06.2026 vorgelegt. Die blanken Zahlen zu Hardware-Verkäufen und Software-Verkäufen haben wir euch bereits in einem anderen Beitrag geschildert. Der Geschäftsbericht bietet aber natürlich auch darüber hinaus viele interessante Zahlen.
So kann sich Nintendo trotz rückläufigem Umsatz über einen explodierenden Gewinn freuen. Wie auch Sony erhielt Nintendo im zurückliegenden Quartal eine dicke Zoll-Rückzahlung. US-Gerichte hatten Donald Trumps „Notstandszölle“ bekanntlich zerlegt.
Neben gestiegenen Speicherpreisen waren Zölle (und die stetige Unsicherheit darüber) ein Grund für steigende Hardware-Preise. Die Rückerstattung bei Nintendo beläuft sich auf ca. 260 Millionen Euro, die jetzt als Gewinn im Bericht erscheinen.
Auch Nintendo hatte den Preis der Switch 2 vor einigen Wochen angehoben, allerdings zunächst nur in Japan. Die Preiserhöhung im Westen fällt mit etwa 30 Euro vergleichsweise überschaubar aus und wird hierzulande erst zum 1. September umgesetzt. Anders als heute in den sozialen Netzwerken oft zu lesen kann also kaum davon die Rede sein, dass Nintendo die Verbraucher abgezockt hätte und jetzt absahnt.
Es lag aber nicht nur an Trump
Trotzdem darf man sich ein Plus von 150 Prozent in die Spalte „Operating Profit“ schreiben. Obwohl der Umsatz um Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9,5 Prozent gesunken ist. Aber nicht nur die Zollerstattungen haben sich positiv ausgewirkt, auch Nintendos Lizenz- und Merchandise-Geschäft verzeichnet deutlich höhere Einnahmen. Na klar: Der im letzten Quartal angelaufene Super Mario Galaxy Film lief blendend. Dem Budget von etwa 110 Millionen US-Dollar steht ein Einspielergebnis von über einer Milliarde Dollar gegenüber.
„Switch 2“-Konsolen wurden im zurückliegenden Quartal 3,83 Millionen verkauft. Ein deutlicher Rückgang von 34 Prozent zum Vorjahresquartal, doch das war gleichzeitig das Launchquartal der Konsole und Nintendo konnte auf Millionen Early-Adopter vertrauen.
Der Rückgang im traditionell eher schwachen Frühjahrsquartal dürfte eingeplant gewesen sein. Und vergleichsweise sind die 3,83 Millionen immer noch fantastisch: Weder die PS4, noch die PS5 haben im zweiten Jahresquartal jemals eine solche Zahl erreicht. Weiterhin verkauft sich die Switch 2 schneller als die alte Switch – und die steht inzwischen bei 156,59 Millionen verkauften Einheiten.
Switch 2 überholt GameCube
Die Switch 2 steht nunmehr bei 23,68 Millionen verkauften Konsolen. Damit überholte die Konsole die Lifetime-Sales des Nintendo GameCube. Die Verkaufsprognose der Switch 2 für das laufende Geschäftsjahr (März 2026 bis März 2027) passte man von 19,86 Millionen auf 16,50 Millionen an.
Viel beachtet natürlich: Die Digital-Physical-Ratio aus dem Geschäftsbericht, wie aktuell in allen Geschäftsberichten. Der Bereich „Digital Sales“ legt um 90 Prozent auf ca. 840 Millionen US-Dollar zu. Diese Zahlen beinhalten auch Abos. Digital verkauft Nintendo inzwischen 61 Prozent aller Inhalte, ein leichter Anstieg. Für Spiele, zu denen es eine physische Version gibt, liegt die Quote niedriger – bei etwa 50 Prozent.
via Bloomberg, GamesWirtschaft, Bildmaterial: Nintendo

Schon krass, was für Auswirkungen die Zölle am Ende hatten. Es wäre natürlich besser gewesen, wenn die Preiserhöhungen gar nicht erst nötig gewesen wären. Immerhin zeigt der Geschäftsbericht aber auch, dass Nintendo die Preise nicht einfach aus reiner Gewinnmaximierung erhöht hat. Ein großer Teil der Unsicherheit kam durch die Zölle und die gestiegenen Kosten zustande. Dass jetzt Geld zurückerstattet wurde, ändert nichts daran, dass die Entscheidungen zuvor unter ganz anderen Voraussetzungen getroffen werden mussten.