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Boykott: Warum mehrere Händler auf den Verkauf von Grand Theft Auto VI verzichten

Seit heute Nacht ist Grand Theft Auto VI unter anderem bei Amazon* vorbestellbar. Schon Tage vorher war das ein Thema. Wenn schon die Ankündigung der Vorbestellung von Grand Theft Auto VI Wellen schlägt, dann wohl kaum ohne Grund.

Seit gestern kennen wir nicht nur die Preise, sondern leider auch die Bestätigung eines Gerüchts, das vielen SammlerInnen und Fans physischer Spiele gar nicht gefallen dürfte: Die „physische“ Version von GTA 6 enthält keine Disc, sondern lediglich einen Download-Code in der Box.

Für viele ist das ein weiterer Schritt weg vom klassischen Spiel im Regal – und nicht nur bei KundInnen kommt das schlecht an. Denn mehrere Händler, die sich bewusst auf physische Spiele spezialisiert haben, ziehen nun Konsequenzen und nehmen GTA 6 gar nicht erst ins Sortiment auf.

Händler verweigern den Verkauf

Zu den Händlern, die sich gegen den Verkauf entschieden haben, gehört unter anderem Video Games Plus (VGP) aus Kanada. Das Unternehmen betont, seit Jahrzehnten physische Medien und den Wert echter Spielesammlungen zu unterstützen. Deshalb führe man grundsätzlich keine Produkte, die lediglich einen Download-Code enthalten.

In einem Statement macht VGP aber auch klar, dass sich diese Entscheidung nicht gegen das Spiel selbst richtet: „Diese Entscheidung sagt nichts über das Spiel selbst aus.“ Sollte Rockstar irgendwann doch noch eine Version mit Disc veröffentlichen, würde man diese laut eigener Aussage gern anbieten.

Eine ähnliche Haltung zeigt auch der US-Händler Loot Box Gaming, der in einem Statement erklärt, GTA 6 in dieser Form nicht unterstützen zu wollen. Als Grund nennt man dort ebenfalls den Erhalt physischer Spiele und den Wunsch, KundInnen keine Produkte zu verkaufen, die aus Sicht des Unternehmens den Kauf eines echten physischen Spiels nicht mehr erfüllen.

Wird es einen Unterschied machen?

Branchenanalyst Mat Piscatella sieht die Sache allerdings etwas nüchterner. Auf BlueSky merkt er an, dass eine Box mit Download-Code für Händler durchaus sogar Vorteile haben könnte – gerade mit Blick auf den wachsenden Anteil an PS5- und Xbox-Series-Konsolen ohne Laufwerk. Vor allem Geschäfte, die ohnehin keine Gebrauchtspiele verkaufen, könnten von diesem Modell also eher profitieren. An seinen Verkaufserwartungen für GTA 6 ändere die Entscheidung laut Piscatella jedenfalls nichts.

Man wird also abwarten müssen, wie sich die Situation entwickelt. Was ist eure Meinung? Wird sich die Entscheidung von Rockstar auch spürbar auf die Verkäufe auswirken, oder wird es am Ende keinen großen Einfluss haben?

via GamesRadar, Bildmaterial: Grand Theft Auto VI, Rockstar Games

6 Kommentare

  1. Es macht einfach keinen Sinn, eine physische Version an den Einzelhandel auszuliefern, die kein physisches Medium, bzw. kein Produkt enthält.

    Hätte man einfach gesagt: "Es gibt keine physische Version für Konsolen", wäre das zwar enttäuschend gewesen, aber vermutlich hätte es dann nicht mal einen Riesenwirbel darum gegeben.

    Mich würde interessieren, wer diese Code-Packungen überhaupt kauft, warum es die überhaupt gibt. Ist das eine Methode für Spieler in Ländern mit Handelsbeschränkungen, um Sanktionen zu umgehen?

    Ernsthaft: Wer von euch kauft leere Produktpackungen – buchstäblich leere Blu-Ray Crystal Cases – mit Lizenzschlüssel?

    Ganz ehrlich, es ergibt Sinn, weil der Handel nicht an die Preise von Rockstar gebunden ist und man so gute Rabatte erzielen kann. Gerade wenn man noch in Frankreich bestellt sind 20% Rabatt vor Release keine Seltenheit.

    Wenn der Preis stimmt, dann bestelle ich mir auch die Box mit Key. Am Ende kommt es für mich nur auf den Preis an.

  2. Es macht einfach keinen Sinn, eine physische Version an den Einzelhandel auszuliefern, die kein physisches Medium, bzw. kein Produkt enthält.

    Ich bin da bei dir. Ich hab mir selten mal eine physische Version im Sale geholt weil es so krass rabattiert war und mich jedes mal gefragt was das soll. Toll ich hab ein case ... für nen code ... hääää?

    Praktisch sehe ich halt, dass so Omi dem 6 Jährigen das Ding schenken kann. Würde mich echt mal interessieren, was die Leute die sich das kaufen motiviert.

  3. Praktisch sehe ich halt, dass so Omi dem 6 Jährigen das Ding schenken kann.

    Stimmt, das ist natürlich ein ganz wesentlicher Faktor. Die Kunden kapieren schon, dass das nicht so viel Sinn ergibt. Die Omas und Opas mit den dicken Taschen und teils auch die Eltern eben nicht. Und die fragt an der Kasse auch niemand nach dem Ausweis. :(

    Ganz ehrlich, es ergibt Sinn, weil der Handel nicht an die Preise von Rockstar gebunden ist und man so gute Rabatte erzielen kann. Gerade wenn man noch in Frankreich bestellt sind 20% Rabatt vor Release keine Seltenheit.

    Auch interessant. Ich habe mich mal kundig gemacht, 20% Rabatt läuft für diese Einzelhändler praktisch auf eine Nullmarge oder sogar ein Verlustgeschäft hinaus. Das sind dann reine Marketingmaßnahmen für den Elektronik-Discounter bzw. den Publisher.

    Eine gesunde Marktsituation ist das ja auch nicht. :D

  4. ehrlich für die code in the box edition höätte man ne steelbook und vll ne ost und ne karte rein packen können den hätte sich ne box version gelohnt aber so ne

  5. Mir fällt der Boykott leicht, mich interessiert das Game eh nicht.

    Dennoch würde ich bei einem Resident Evil oder Final Fantasy auch eher auf eine digitale Version bzw. Code in a Box zurückgreifen – als ein Spiel, auf das ich mich seit Jahren freue, erst gar nicht zu zocken. Das Spiel wird eh ein Erfolg und mit dieser Aktion baut T2 den eigenen finanziellen Gewinn nochmal weiter aus. Ist schon traurig, wie weit wir gekommen sind, weil Spielern in den letzten Jahren gefühlt alles scheiß egal geworden ist und man irgendwie jeden Dreck mit sich machen lässt.

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