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Die unterschiedliche Resonanz zum Super Mario Galaxy Film ist kein Zufall, sagt Hiroaki Ito

Mit einem Kritikerwert von lediglich 42 Prozent, aber starken 88 Prozent beim Publikum bei Rotten Tomatoes sorgt der Super Mario Galaxy Film weiterhin für Diskussionen. Trotz der eher verhaltenen Kritiken entwickelte sich der Film zum bislang erfolgreichsten Kinostart des Jahres 2026 und spielte weltweit enorme Summen ein.

Vor Kurzem zeigte sich sogar Shigeru Miyamoto überrascht über die teilweise kritische Resonanz. Nun hat sich auch der japanische Filmwissenschaftler Hiroaki Ito in einem Interview mit der Zeitung Sankei News und zusammengefasst von Automaton Media zu Wort gemeldet und eine interessante Erklärung für die große Kluft zwischen Kritikern und Publikum geliefert.

Nintendo setzt bewusst auf Fans statt auf Filmpreise

Laut Ito sei die unterschiedliche Wahrnehmung kein Zufall. Sowohl der erste Mario-Film als auch der neue Super Mario Galaxy Movie wirkten aus seiner Sicht so, als seien sie mit größter Sorgfalt darauf ausgelegt worden, das Image der Marke Mario nicht zu beschädigen.

Dadurch entstünden zwar sichere und familienfreundliche Geschichten, gleichzeitig verzichte Nintendo aber auf größere Risiken bei Handlung und Charakterentwicklung. Genau solche kreativen Experimente seien jedoch häufig Dinge, die Filmkritiker besonders schätzen.

Als Beispiel nennt Ito sogar den berüchtigten Super Mario Bros. aus dem Jahr 1993. Damals hatte Nintendo den Filmemachern große kreative Freiheiten eingeräumt, was letztlich zu einer Verfilmung führte, die sich weit von der Vorlage entfernte und bei Fans wie Kritikern gleichermaßen scheiterte.

Ito vermutet daher, dass Nintendo aus dieser Erfahrung gelernt hat und heute einen anderen Ansatz verfolgt: „Nintendo hat aus diesem Misserfolg gelernt.“

Die Marke steht im Mittelpunkt

Statt auf künstlerische Anerkennung oder Filmpreise zu setzen, konzentriere sich Nintendo laut Ito vor allem darauf, die Fans zufriedenzustellen und den Wert seiner Marken langfristig zu stärken.

Dazu gehören der farbenfrohe Stil, zahlreiche Anspielungen auf die Spiele, Gastauftritte bekannter Figuren und eine Atmosphäre, die sowohl Kinder als auch langjährige Fans anspricht. Für viele Zuschauer scheint diese Strategie aufzugehen, wie die hohen Zuschauerwertungen und die beeindruckenden Einspielergebnisse zeigen.

Ito fasst seine Einschätzung so zusammen: „Anstatt sich auf Filmpreise zu konzentrieren, scheint es das vorrangige Ziel von Nintendo zu sein, im Rahmen einer Strategie zum Schutz geistigen Eigentums (IP) den Markenwert zu steigern und das Interesse an seinem Kerngeschäft – Spielen und Merchandising-Artikeln – wieder zu wecken.“

Ob man den Film nun liebt oder eher kritisch sieht: Der enorme finanzielle Erfolg zeigt, dass Nintendo mit seiner Strategie zumindest beim Publikum genau den richtigen Nerv getroffen hat. Während Kritiker vor allem nach innovativem Storytelling suchen, scheint Nintendo vor allem eines erreichen zu wollen – Mario-Fans ein Abenteuer zu bieten, das sich unverkennbar nach Mario anfühlt.

via Automation Media, Bildmaterial: Nintendo, Illumination Entertainment

3 Kommentare

  1. Bei allem Respekt, 90% der negativen Kritiken von angeblichen "Profis" sind totaler quatsch und an den Haaren herbeigezogen.

    Im Nachhinein lesen sich viele davon wie eine bezahlte Gegenkampagne.

  2. Der Film war ok, für den Fan Service konnte man ihn schauen, aber er war meiner Meinung nach um einiges schwächer als der erste Teil. Besonders da man hier wirklich gemerkt hat das der Film für die Tiktok Generation ist. Hauptsache schnell Szene für Szene ohne das man über was nachdenken muss.

    Allgemein hasse ich den Trend (den dieser Film leider auch folgt) das mittlerweile Kinderfilm immer gleich unkomplex, hyperaktiv, laut und null Anspruch bedeutet. Als ob man Kinder für dümmsten Wesen der der Welt hält. Dabei hat man ja bei den vielen Ghibli und alten Disney Filmen gesehen wie man wunderschöne Kinderfilme machen kann die auch Anspruch haben und somit wirklich für jede Altersgruppe eine gute Erfahrung sind. Echt schade das Nintendo hier mit den Mario filme die Tiktok route geht und der Erfolg gibt ihnen ja leider recht (was nicht überraschend ist).

  3. Der Film war ok, für den Fan Service konnte man ihn schauen, aber er war meiner Meinung nach um einiges schwächer als der erste Teil. Besonders da man hier wirklich gemerkt hat das der Film für die Tiktok Generation ist. Hauptsache schnell Szene für Szene ohne das man über was nachdenken muss.


    Diesen TikTok-Vergleich verstehe ich nicht so ganz jedenfalls (mehr dazu aber im letzten Absatz)^^ Ich meine, du musst bei so einem Film versuchen, in 99 Minuten (ohne Abspann dann 90 Minuten circa) so viel wie möglich an geplanten Ideen unterzubringen. Wenn man eben bedenkt, dass die Vorlage kaum ne Story hat, muss der Film ja irgendeinen USP haben. Und das sind eben die visuellen Aspekte bei Super Mario. Und natürlich Fanservice.

    Du kannst keinen Super Mario Galaxy Film produzieren und mit dem Mindset herangehen, auf einmal einen Hayao Miyazaki bzw. einen Studio Ghibli Film zu produzieren. Das passt ja überhaupt nicht zusammen. Und auch der Disney-Vergleich passt nicht mehr, denn Disney macht halt auch nicht mehr solche Zeichentrickfilme wie in seiner goldenen Ära. In uninspirierten Sequels wie Vaiana 2 kommt ja auch nur das vor, was du hier kritisiert hast, es reiht sich hektisch eine Szene an die nächste. Selbst bei Zoomania 2, den ich absolut solide fand, macht sich die Hektik bemerkbar, einfach weil du eben mit relativ kurzer Laufzeit arbeiten musst und so viel Eyecandy wie möglich in solch animierten Spielfilme mit einbauen musst. Studio Ghibli ist ja fast schon Arthouse als Anime ^^

    Ich würde aber eben zustimmen, dass der Showdown beim Mario Galaxy Film (so die letzten 10-15 Minuten) dann tatsächlich etwas too much waren und der Film sich dort auch etwas verloren hat.

    Ob das ganze nun ne Hetzkampagne der Kritiker und verschiedenen Outlets gegen den Film war, weiß ich nicht. Aber zu so einem ersehnten Film und so einer populären Marke generierst du natürlich mit einem Verriss deutlich mehr Klicks als mit einem positiven Review. Diese Negativität um den Film wurde dann Online zumindest zu einer Art Dominoeffekt und jeder plapperte, gefühlt, die Kritik des jeweils anderen nach. GameXplain sitzt da ja jetzt noch dran. "We re-write the Super Mario Galaxy movie and all of it's contradictions". Also den Film auseinandernehmen aber halt trotzdem 7 mal ins Kino gehen, ist auch mal ein Statement.

    Der Film hat legitime Kritik verdient. Der Großteil resultierte aber eher aus dem erwähnten Dominoeffekt und dem Fakt, dass jeder Fan sich vermutlich in seinem Kopf vorab einen anderen Film zurechtgesponnen hat. Fast jeder wollte gefühlt seinen persönlichen Fanservice im Film sehen und bei so einer gigantischen Marke wie Super Mario ist das wohl auch nicht verwunderlich.

    Bei den Einspielergebnissen wird man es wohl einigermaßen entspannt angehen. Aber vielleicht eben auch die Kritik mitnehmen, kommende Filme weniger überladen anzugehen und vielleicht mal weniger verschiedene Plots einzubauen und sich stattdessen auf 1-2 größere Ereignisse zu konzentrieren.

    Ich möchte diesen TikTok-Vergleich aber auch nicht komplett verneinen. TikTok hat mitunter dafür gesorgt (oder vielleicht einen Nutzen daraus gemacht?), dass die Aufmerksamkeitsspanne der Menschheit enorm gesunken ist. Besonders Filme für Kinder (und für wird eben hauptsächlich so ein Film gemacht), die sowieso kaum 5 Minuten still sitzen können, brauchst du eine Zauberformel, um die bei Laune zu halten.

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