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„Wirklich merkwürdig“ – Miyamoto äußert sich zu Kritik am Super Mario Galaxy Film

Der Super Mario Galaxy Film läuft seit einigen Wochen in den Kinos und entwickelt sich erneut zu einem großen Erfolg für Nintendo. Mit rund 750 Millionen Dollar Einspielergebnis weltweit – noch vor dem Kinostart in Japan am kommenden Wochenende – gehört der Film bereits zu den erfolgreichsten des Jahres und wandelt in den Fußspuren seines Vorgängers.

Während das Publikum den Film größtenteils positiv aufnimmt, fallen die Meinungen der Kritiker deutlich gemischter aus. Auf Plattformen wie Rotten Tomatoes liegt die Bewertung der Kritiker bei rund 43 Prozent, während Fans deutlich wohlwollender mit 89 Prozent reagieren.

Miyamoto zeigt sich überrascht

Nun hat sich auch Serien-Schöpfer Shigeru Miyamoto zu Wort gemeldet. In einem Interview mit Nintendo Dream, übersetzt von Nintendo Everything und Nintendo Patents Watch, äußerte er sich verwundert über die teils harschen Kritiken.

„Die Situation ist doch ähnlich, oder? Eigentlich fand ich die Kritiken zum ersten Film noch nachvollziehbar. Aber ich dachte, diesmal wäre es anders … und dann fiel die Kritik sogar noch strenger aus als beim letzten Mal, was ich schon seltsam fand“, so Miyamoto lachend.

Und weiter: „Wir sind aus einem anderen Medium dazu gekommen und haben unser Bestes getan, um der Filmindustrie neuen Schwung zu verleihen. Und doch sind es gerade diejenigen, die eigentlich für die Filmindustrie eintreten sollten, die sich so negativ verhalten; das ist wirklich merkwürdig.“

Miyamoto zeigt Verständnis für Kritik am Vorgänger, empfindet die aktuelle Reaktion jedoch als überraschend streng. Trotz der gemischten Stimmen bleibt der kommerzielle Erfolg ungebrochen – und bestätigt erneut die große Beliebtheit der Marke bei den Fans. Teilt ihr eher die Meinung der Kritiker oder seid ihr mit der Mehrheit der Fans einer Meinung?

via Nintendo Everything, Bildmaterial: Nintendo, Illumination Entertainment

7 Kommentare

  1. Ich war noch nicht im Film, ich gehe am Samstag rein, bin aber selbst ein wenig von Miyamotos Überraschung überrascht.
    Miyamotos Philosophie für Videospiele ist nun einmal "Gameplay first", für deepes Storytelling ist er nicht bekannt.
    Und Illumination... sagen wir mal, es war schon erstaunlich, dass der erste Film so gut ankam wie er es tat. Es hätte noch weit, weit schlimmer kommen können.

    Und ja, da haben viele Filmkritiker halt andere Ansprüche, ehrlich gesagt. Während Fans der Spiele sich vermutlich stark über den Fanservice oder so freuen, vergleichen Filmkritiker es eben auch mit anderen Animationsfilmen, was eben legitim ist.
    Warum soll auch ein Mario-Film nicht so großartig sein dürfen, dass er sich mit anderen, tollen Animationsfilmen messen lassen kann? Warum darf der wohl ikonischsten Videospielfiguren nicht eine meisterliche Adaption erhalten, die genau so gelobt wird wie seine Spiele? Und das von der Allgemeinheit und nicht nur von Fans?

    Nicht falsch verstehen, ich mochte den ersten Film echt gerne. Ich selbst mag auch Filme, die mich zwischendurch einfach berieseln und möchte kein tiefes Charakterdrama oder eine tiefe Analyse über Mario, den Charakter. Aber kann ich es Filmkritikern verübeln, dass sie mehr von einem Film möchten? Wäre es nicht unfair, wenn ein Film frei von Kritik wäre, weil es eben "nur" eine Adaption ist?
    Okay, in dem Fall wären aber auch Spieleumsetzungen von Filmen vor Kritik gefeilt, wenn sie nur eine solide Umsetzung sind, aber als Spiel nur so semi taugen.

    Aber auch hier haben Spiele wie die Batman Arkham - Teile bewiesen, dass eine Adaption auch in dem neuen Medium einfach alleinstehend Fuß fassen kann, wenn sie eben auch in diesem neuen Medium für sich stehen genial ist! Also ist es nur fair, wenn man sich so etwas von einem Mario-Film erhofft.

    Ich finde es nur krass wie sehr Manche Personen Zerissen wurden weil die zu Positiv gegenüber den Film waren wo ich mir auch nur Denke: Ja Illumination ist kein Gutes Filmstudio, aber gegen Menschen die den Film mögen einen Hetzjagd zu Starten fand ich schon ziemlich Schwach.

    Das ist wahr, aber das geht halt auch in beide Richtungen. Viele Filmkritiker mussten sich auch einiges anhören lassen, weil sie es gewagt haben, den Mario Galaxy - Film nicht gut zu finden, teils auch von Menschen, die den Film noch nicht mal gesehen haben (auch, weil sie es noch nicht KONNTEN!)

    Warum es durchaus fair ist, auch einen Mario - Film unter der Linse anderer Animationsfilme zu kritisieren, hab ich ja eben erläutert.

  2. Ich habe ihn letzte Woche mit Freunden im Kino gesehen und wir waren, wie schon beim Ersten, durchaus unterhalten. Wir haben keine deepe Story erwartet, nur wie beim ersten viel Fanservice, und genau das haben wir bekommen. Also kann mich auch eher den Publikumswertungen anschließen, Kritiker vielleicht ein wenig harsch. Für die Kids ist es was, für erwachsene Fans ist es was. Das jetzt nicht jeder Film-Connoisseur abgeholt wird, was soll's 😅 Ja als Berieselungspopkorn- Kino mit Fanservice hat er alles richtig gemacht. Und Bild -technisch sah es schon sehr gut aus!

  3. Ich weiß nicht ob es wahr ist, aber angeblich soll Miyamoto bei Goldeneye vorgeschlagen haben, dass beim ende des Spiels James Bond ins Krankenhaus geht und sich bei den Leute entschuldigt die man im Laufe des Spieles getötet hat… Erklärt aber sehr gut seine Philosophie. Er kann Traumwelten erschaffen und ist zurecht in der Branche einer der ganz großen nicht sogar DER größte, aber wir brauchen uns nix Vormachen, also ein Oscar für das beste Drehbuch wird er wohl nie gewinnen…

  4. So wie ich es mitbekommen habe, war die Kritik mehr als fair gewesen und selbst unter Miyamoto musste damals Koizumi mehr oder minder heimlich Zelda Story geben, da dieser schlicht kein Interesse daran hatte. Und ein ähnliches Problem hat nun wohl der neue Film, der eher wie ein Clip-Ansammlung rüberkommt als wie eine konsistente, mitreißende Geschichte. Da geht es gar nicht darum, ob eine Story deep ist oder avantgardistisch, sondern viel mehr darum, dass es überhaupt eine strukturierte Narrative die den Namen wert ist. Und genau da hapert es eben. Dass Miyamoto da überrascht ist, verwundert nicht. Wenn man geistig immer noch in der Arcade-Ära festhängt und mehr Gameplay im Kopf hat als den Rahmen in dem es stattfindet, ist dann unzufrieden, wenn eben jener krude, schiefhängende, schlecht zusammengeklebte Rahmen kritisiert wird.

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