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Square Enix ist langsam und versäumt Potenzial, findet Ex-Director of Business Development

Square Enix setzt in letzter Zeit vor allem auf eines: Nostalgie. Sei es mit der Initiative an Neuauflagen rund um die Traditionsmarke Dragon Quest. Oder – und umso prominenter – mit der groß angelegten Remake-Trilogie von Final Fantasy VII.

Alles andere als ideal, findet Jacob Navok, ehemaliger Director of Business Development bei Square Enix und heutiger CEO von Genvid. Frische, junge SpielerInnen der „Genshin-Impact-Generation“ könne man so nämlich nicht ansprechen.

Nicht am Puls der Zeit

„Was muss geschehen, damit sich mein Kind für die Marke interessiert?“, fragt sich Navok in einem ausführlichen Twitter-Beitrag. Darin erörtert er das Versäumnis von Square Enix, sein Know-how im Bereich der Live-Service-Spiele – wie bei Final Fantasy XIV – gewinnbringend zu nutzen und ein Online-Imperium aufzubauen, das auch die jüngsten SpielerInnen mit ihren „iPad-Fingern“ begeistern würde. „Wenn wir dieses Problem lösen, erschließen wir uns damit das gesamte weitere Potenzial“, so Novak.

Er schlussfolgert: „Man muss dort präsent sein, wo sich die jungen Leute aufhalten. Man stelle sich eine Kollaboration zwischen ‚K-Pop Demon Hunters‘ und Final Fantasy vor. Und wie sehr das für Schlagzeilen sorgen und das Interesse an der Marke wecken würde.“

Als Beispiel für jene „einfachen Anpassungen an Gameplay, Grafik und Sound“, mit denen Square Enix neue Fans anlocken könnte, nennt er den Kollaborationsmodus „Demon Rush“ der K-Pop Demon Hunters in Fortnite. „Naoki Yoshida wäre genau der Richtige gewesen, um so etwas erfolgreich umzusetzen“, sinniert der Manager über den Director von Final Fantasy XIV.

Doch wie schon bei Nintendo liegt das aktuelle Problem von Square Enix bei der Gewinnung neuer treuer Fans nicht etwa in mangelnden Fähigkeiten begründet. Natürlich sei der Final-Fantasy-Gigant in der Lage, eine fesselnde Online-Spielmechanik zu entwickeln – genau das beweist schließlich Final Fantasy XIV. Vielmehr habe Square Enix ein Problem mit der nötigen Entschlossenheit.

Weniger Bürokratie, mehr Innovation

Navok formuliert es so: „Ich glaube, Square Enix hat sich so sehr an seine Langsamkeit gewöhnt, dass sich das Unternehmen gar nicht mehr vorstellen kann, wie das Leben wäre, wenn es stattdessen schnell handeln würde. Es gibt dort viel interne Bürokratie; die Aufgabe des CEO besteht eigentlich darin, Entscheidungen zu treffen und diese bürokratischen Hürden abzubauen, damit Innovationen gedeihen können.“

Kit Ellis und Krysta Yang, ehemalige Marketing-Führungskräfte bei Nintendo, äußerten sich Anfang dieser Woche ganz ähnlich über den „Super Mario“-Hersteller. Sie zeigten sich traurig darüber, dass ein „wahrlich kreatives Unternehmen“ beschlossen habe, „diesen Teil seiner selbst zu begraben, weil man zu große Angst vor dem damit verbundenen Risiko hatte.“

Was diesen letzten Punkt betrifft, bezeichnet Navok in einem kürzlichen Twitter-Thread die Finanzergebnisse des Entwicklers für das Jahr 2026 im Vergleich zu Capcom und Konami als „peinlich“. Er fügt hinzu, dass der Dragon-Quest-Produzent Ryutaro Ichimura recht hatte, als er im vergangenen Jahr sagte, Square Enix konzentriere sich zu stark auf „sichere“ Spiele. Hat Navok Recht – wie seht Ihr das?

via GamesRadar, Bildmaterial: Final Fantasy XIV, Square Enix

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