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Im Interview! Hoyoverse über das Balancing und die Charaktere in Honkai: Star Rail

Zuletzt ging es um Europa als komplexe und herausfordernde Region und um Technik im Dienst der Kunst. In Teil 3 unserer Interviewreihe zum Jubiläum von Honkai: Star Rail wollten wir einiges zu den Charakteren des Spiels wissen, wie zum Beispiel die „alternativen Versionen“ der Charaktere und das Balancing zwischen neuen und alten Charakteren.

Designphilosophie bei Pfaden und Kits

Zuerst wollten wir von Hoyoverse wissen, was die Designphilosophie bei der Entwicklung neuer Pfade und Charakter-Kits, also den Charakterklassen und Fähigkeiten-Sets, ist. Werden zuerst die Charaktere entwickelt und wird dann das passende Kit erstellt?

Hoyoverse zieht es im Großen und Ganzen vor, von der Figur selbst auszugehen. Das bedeutet, sie überlegen sich zuerst die Eigenschaften und den Hintergrund der Figur sowie ihre Bedeutung in der Geschichte und auf ihrem Pfad. Erst danach wird der dazu passende Kampfstil entwickelt. Das Fähigkeiten-Set ist dabei eher eine Art Erweiterung. Es soll den SpielerInnen im Kampf das Gefühl vermitteln, „warum diese Figur so ist, wie sie ist“.

Jedoch ist die Entwicklung neuer Pfade und neuer Fähigkeiten-Sets ein Prozess, der sich gegenseitig beeinflusst und stetig verfeinert wird. Das Ziel ist es, dass am Ende Figur, Gameplay und Inszenierung eine Einheit bilden.

Alternative Versionen der Figuren

Uns interessierten auch die alternativen Charaktere – also neue Versionen von Charakteren, die bereits bekannt sind. Wird das künftig ein Ansatz sein, eine Mischung aus neuen Charakteren und alternativen Versionen bereits etablierter Figuren?

„Wir glauben, dass brandneue Figuren neue Gebiete, neue Beziehungen und neue Perspektiven mit sich bringen können. Neue Formen bestehender Figuren ermöglichen es den Spielern wiederum, die Entwicklung und Entscheidungen vertrauter Figuren neu zu verstehen“, so Hoyoverse.

Jedoch wolle man beim Erstellen neuer Charaktere kein festes Muster anwenden, sondern flexibel anhand der Bedürfnisse der Handlung und der Gameplay-Planung agieren.

Überangebot weiblicher Charaktere

Wie in den meisten F2P-Gacha-Spielen gibt es auch in Honkai: Star Rail ein Überangebot weiblicher Charaktere, beim Pfad der Erinnerung wurden ausschließlich weibliche Charaktere veröffentlicht – mit Ausnahme des männlichen Trailblazers. Wird sich dieser Trend weiter fortsetzen?

Für Hoyoverse steht die Frage, ob ein Charakter männlich oder weiblich ist, dagegen nicht im Vordergrund. Vielmehr stehen das Setting der Spielwelt, das Motiv der Figur, die Kampfmechaniken und die narrativen Anforderungen im Zentrum. Erst dann wird entschieden, welche Art von Figur am besten zu diesem Pfad passt. Das Ziel ist ein vielfältiges Figurenerlebnis, ungeachtet des Geschlechts.

Spielbalance und Buffs

Unsere letzte Frage zum Thema der Charaktere in Honkai: Star Rail drehte sich um die Spielbalance. Sieht Hoyoverse das sogenannte Powercreep in Honkai: Star Rail als ein Problem an? Wie werden Buffs bei verschiedenen Figuren ausgewählt?

Die Antwort dazu ist überraschend ausführlich. „Wir legen stets Wert auf alle Spielerlebnisse. Für uns ist es wichtig, dass das Gesamterlebnis vielfältig bleibt. Wir möchten nicht, dass das Spiel sich irgendwann nur noch um eine einzige Lösung dreht, sondern dass verschiedene Figuren und Systeme in ihrer jeweiligen Umgebung Bestand haben können“, so Hoyoverse in ihrer Antwort.

Der Ausgangspunkt von „Lodernde Nova“ war keine reine Zahlenanpassung, sondern der Versuch, Figuren in der aktuellen Umgebung wieder „ans Laufen zu bringen“. Es werde stets darauf geachtet, ob der Rhythmus, das Zusammenspiel und die Mechanik der Figuren reibungslos funktionieren, anstatt sie einfach nur stärker zu machen. Es sei wichtig, dass die Figur in das System passt und ob es noch Raum für Weiterentwicklung gibt. Daher fallen die Anpassungsrichtungen bei verschiedenen Figuren auch unterschiedlich aus.

Ungeachtet dessen hat Hoyoverse stets ein offenes Ohr für das Feedback der SpielerInnen. Um ein stabiles Gesamterlebnis aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die Erwartungen unterschiedlicher Spieler zu erfüllen, ist ein Prozess des ständigen Lernens und schrittweisen Verfeinerns notwendig. „Durch kontinuierliche Versuche möchten wir erreichen, dass eure Lieblingsfiguren in verschiedenen Phasen sinnvoll ausgewählt und eingesetzt werden können“, so Hoyoverse.

Bildmaterial: Honkai: Star Rail, miHoYo

1 Kommentar

  1. Mir ist ehrlich gesagt nie aufgefallen, dass Remembrance female-only ist. Da ich mich auch nicht für männliche Charaktere interessiere auch kein Wunder. Ich finde es bis heute noch traurig, dass Archer dem Quantum-Element angehört. Zuvor war das nämlich auch female-only.

    Was das (Re)Balancing angeht, ist HSR etwas seltsam. Manche Charaktere sind von vorneherein besser als andere, während manche Novaflare auch einfach so viel nützlicher sind. Es ist halt wie bei fast allen F2P-Titeln, dass man als Spieler bestimmte Charaktere braucht, um bestimmte Spielmodi abschließen zu können. Nur gut, dass HSR ein tolles Kampfsystem hat und viele Charaktere, die Spaß machen, sie zu spielen.

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