Capcom galt bislang als ein Unternehmen, das KI-Inhalten kritisch gegenüber stand. Umso überraschender war es, dass die neue DLSS5-Technik von Nvidia am Beispiel von Resident Evil Requiem gezeigt wurde. Graces Gesicht wurde kontrovers diskutiert. Auch gab es Entwickler bei Capcom, die von der Technik genauso überrascht waren wie wir alle.
Der Einsatz von KI war eine Frage bei einer kürzlichen Investorenkonferenz im Februar 2026, in der Capcom Fragen zu generativer KI beantwortete. Eine Zusammenfassung der Fragen und Antworten hat Capcom kürzlich schriftlich zur Verfügung gestellt und Automaton Media hat einen Blick darauf geworfen.
„Wir werden keine KI-generierten Assets in unseren Videospielen implementieren. Andererseits planen wir, die Technologie aktiv einzusetzen, um Effizienz und Produktivität in der Entwicklung zu steigern – aktuell testen wir Ansätze in Grafik, Sound und Programmierung“, hieß es dort.
Der Technikdirektor Kazuki Abe hatte bereits letztes Jahr angedeutet, dass Capcom KI einsetzt, um den Ideenfindungsprozess für Umgebungsobjekte zu beschleunigen – ein zeitraubender Prozess mit vielen verworfenen Entwürfen. Hier sind etwa Microsoft Muse, Leonardo.Ai und Meshy gern genutzte Programme, um Assets, Texturen und 3D-Modelle für Spiele zu erstellen.
Ähnlich äußern sich viele in der Branche: Man wolle KI unterstützend einsetzen, aber keine Spielinhalte erzeugen. Vor dem Hintergrund von Fällen wie der Disqualifikation von Clair Obscur: Expedition 33 bei den Indie Game Awards oder den KI-Kunst-Vorfällen in Heartopia und Crimson Desert eine vernünftige Einstellung.
via Automaton Media, Bildmaterial: Digital Foundry; Resident Evil Requiem, Capcom

Sollte das wirklich so bleiben finde ich das einen sehr guten Kompromiss mit dem ich leben könnte. Komplett ohne KI wird eh unrealistisch weswegen das wichtigste ist das wenigsten die Kreativen Bereiche davon verschont bleiben. Hoffentlich nehmen sich andere Studios daran ein Beispiel.
Der "Ideenfindungsprozess" ist die zarte, menschliche Wurzel jeder kreativen Unternehmung.
Wer hier die Maschine ans (Kunst-)Werk lässt, der düngt auch mit Glyphosat.
Und das hochheilige Versprechen, dass aus dem KI-Entwurfsstadium aber auch gar nichts im finalen Spiel landen würde, sieht nach Crimson Claire und Desert Obscur doch ziemlich verlogen aus. Die AAAs verpokern hier reihenweise ihre Glaubwürdigkeit, weil sie fest darauf setzen, dass sich die KI so rasant weiterentwickelt, dass der dumme Spieler in naher Zukunft gar keine Chance mehr hat, KI-Produkte verlässlich zu erkennen.
Tja, hätten sie mal nicht die Künstler und Designer rausgeworfen, die es besser wissen.