Heute gehört Persona zu den bekanntesten und erfolgreichsten JRPG-Reihen überhaupt. Mit Persona 3 begann dabei jene Ausrichtung, die später auch Persona 4 und Persona 5 prägen sollte. Doch beinahe wäre es gar nicht dazu gekommen: Nach Persona 2 stand die Zukunft der gesamten Reihe offenbar ernsthaft auf der Kippe.
Darüber sprach Persona-General-Producer Kazuhisa Wada in einem gemeinsamen Famitsu-Interview mit Tales-General-Producer Yusuke Tomizawa, das von Nintendo Everything übersetzt wurde. Nach Persona 2 habe es lange Zeit überhaupt keine Pläne für einen dritten Teil gegeben.
Wada: „Nach Persona 2 gab es eine lange Zeit, in der es keine Pläne für einen dritten Teil gab. Und es sah so aus, als würde Persona in diesem Fall verschwinden. Es war wirklich notwendig, die Reihe wiederzubeleben.“
Persona 3 musste praktisch alles verändern
Atlus habe damals das Problem gehabt, stark mit einer vergleichsweise kleinen Gruppe von Core-Fans verbunden zu werden. Für Persona 3 wollte das Team deshalb bewusst ein breiteres Publikum erreichen – und orientierte sich dabei interessanterweise auch an der „Tales of“-Reihe.
Das Ergebnis war eine massive Neuausrichtung. Social Links, die Kombination aus Schulalltag und Dungeon-Erkundung sowie insbesondere das auffällige UI-Design wurden zu Markenzeichen des Spiels und später der gesamten Reihe. Tomizawa erinnert sich insbesondere daran, wie sehr ihn damals die konsequente Gestaltung beeindruckte.
Tomizawa: „Ab Persona 3 entwickelte sich das Format zu einem Rollenspiel, das für ein breiteres Publikum viel zugänglicher war. Was uns jedoch wirklich schockierte, waren die UI-Design. Die Tatsache, dass etwas so Perfektes plötzlich einfach so auftauchte, war für uns wirklich ein Schock.“
Es ging ums Überleben
Dass Atlus dabei so radikal mit bisherigen Konventionen brechen konnte, hatte laut Wada allerdings einen ernsten Hintergrund. Für das Team ging es um nicht weniger als die Zukunft von Persona: „Das war der entscheidende Moment, in dem sich entschied, ob die Serie fortgesetzt werden würde oder nicht.“
Gerade weil man mit dem Rücken zur Wand gestanden habe, habe es wenig Zurückhaltung dabei gegeben, bisherige Elemente grundlegend zu verändern. Rückblickend wurde Persona 3 damit tatsächlich zum entscheidenden Wendepunkt der Reihe.
Verschiedene Aussagen und Gerüchte der vergangenen Zeit haben übrigens immer wieder Hoffnungen aufkommen lassen, dass Atlus künftig auch ältere Persona-Abenteuer in irgendeiner Form neu auflegen könnte. Gerade die ersten beiden Spiele würden damit nach langer Zeit wieder stärker ins Rampenlicht rücken.
Bis es so weit ist, wartet erstmal das Remake von Persona 4 auf seine Veröffentlichung und natürlich das erst vor wenigen Monaten bestätigte Persona 6.
via Nintendo Everything, Bildmaterial: Persona 4 Revival, Atlus, P-Studio

Ich kenne bislang nur Teil 3 und 5, aber beide sind hervorragend. Wenn Teil 1 und Teil 2 sich so sehr vom Rest der Reihe unterscheiden, müssten die Entwickler wahrscheinlich wieder eine schwierige Entscheidung treffen: Bleiben sie den Originalen treu und ignorieren die Neuausrichtung oder krempeln sie die Titel komplett um, sodass sie in allen Elementen den Nachfolgern nachempfinden? Nachdem mir die Machart der neueren Titel sehr gut fällt, würde ich auf Letzteres hoffen. Davor dürften aber eh P4 Revival und P6 kommen.
Inwieweit jetzt "Tales of" bei der Neuausrichtung geholfen haben soll, verstehe ich nicht so ganz. Da würde ich in der Persona Reihe keine großen Gemeinsamkeiten erkennen. Aber gut, würde sich vielleicht klären, wenn ich P1 und P2 gespielt hätte.^^
Ich liebe ja die Ästhetik von Persona 1 + 2.
Würde töten wenn die Spiele nochmal zugänglich gemacht werden.
Habe zum Glück Persona 2 auf der Vita.
Atlus versucht wirklich mit allen Mitteln, diese Spiele anscheinend aus dem eigenen Erinnerungsvermögen zu löschen
Man könnte beinahe meinen, der Tales of Producer ist hier für Atlus unterwegs
Aber die Aussage ist auch nicht aus der Luft gegriffen. Persona 1 sowie die beiden Persona 2 Ableger befanden sich in ihrer eigenen Nische und vieles erinnerte vom Setting vielleicht zu sehr an Shin Megami Tensei. Für das fortbestehen der Reihe war der Stilwechsel nötig.
Und mit einer Sache hat er noch recht: Die Menüs und UI's in Persona sind immer sehr pornös^^ Mehr Style und trotzdem auch ne eingängige Bedienung ist kaum möglich.
Das kommt auch nicht von ungefähr, weil sich Persona 1-3 noch viel mehr an SMT orientieren. Besonders vond er Stimmung her bei allen drei Teilen, vom Aufbau natürlich eher bei 1 und 2. Ich finds auch schade, dass man so weit von den Wurzeln weg ist mittlerweile und vor allem die düstere Stimmung in den neueren Teilen total anders ist.
Aber gleichzeitig unterscheidet es Persona natürlich auch mehr von den anderen SMT-Ablegern. Bei Teil 6 hoffe ich ja wieder auf ein düsteres Setting, erwarte aber eher, dass die Scooby Gang auf Jagd nach Urban Legends gehen wird
Atlus hatte viele finanzielle schwierige Phasen, daher sind die seit mehreren Dekaden nicht mehr unabhängig und Teil der Indexfamilie geworden im Jahr 2010 und danach ein Teil der Sega Familie.
Ich muss aber auch sagen, ich verstehe nicht wie altes Atlus teilweise funktioniert hat. Du hast Persona 2 Eternal Punishment, was in Japan allein 200.000 Einheiten verkauft hat in seinem Leben (ungefähr die Hälfte bei Release), oder SMT Nocturne, was im 1. Monat 230.000 Einheiten verkauft hat und trotzdem waren beide Fehlschläge. Haben diese in der Produktion so viel Geld verschlungen? Das wirken nicht wie Poor Dogs, sondern eher Question Marks, aber so als Außenseiter ist das schwer zu analysieren.
Ich weiß noch, wo damals ein japanischer Manager der Industrie einst sagte, dass man ab ungefähr 180.000 Einheiten man ein HIT erschaffen hat. Ich frage mich nur, was es damals bei der Entwicklung so für Probleme gab, dass das Budget in die Höhe geschossen hat.
Die Ähnlichkeiten zu Tales of finde ich schon stark ansehbar ab Persona 3. Die Skits von Tales of sind schon in der Handlung von Persona 3 bis Persona 5 in den Haupthandlungen ersichtlich in einer verwandten Form. Persona 1 bis 2 hatte auch seinen Humor, aber der war anders als ab Persona 3. Die Charaktere haben ein Feature, was deren ganze Persönlichkeit ausmacht, ähnlich wie bei Tales of (z.B. Tales of Graces) Alles ab Persona 3 ist heller, kräftiger und hat mehr Ähnlichkeiten mit moderneren Anime zu der Zeit wie Durarara, oder Air Gear. Bei Persona 3 gab es noch ein visuelles Muster, aber das war in erster Linie ein Flavour würde ich sagen. Den Schnitt in Erzählung und Herangehensweise ist da schon etwas verwandt. Jedenfalls kommt es mir so vor.
So spontan aus dem Kopf waren das Titel, die sich enttäuschend verkauft haben bei Atlus.
Persona 2 Eternal Punishment
Shin Megami Tensei: Nocturne
Shin Megami Tensei Strange Journey
Persona Q 2
Soul Hackers 2
alle DemiKids Sequel bist auf den allerersten Ableger
Tokyo Mirage Session
Ich glaube auch die Persona 5 Spinoffs. Man wollte da dasselbe machen wie bei den Persona 4 Spinoffs, aber der Plan ging nicht auf, selbst bei den Persona 5 Pachinko Zahlen
Trauma Center begann auch rückläufig zu werden nach den ersten Ablegern.
Durch die Growlanser Artbooks weiß ich, dass die gesamte Reihe verflucht war in der Produktion. Growlanser 3, war eigentlich vor Growlanser 2 in der Produktion und das geschah nur, weil sich Growlanser 1 gut verkauft hat, wodurch man gleichzeitig die Produktion von Growlanser 2 und 3 in Bredouille gebracht hat. Das war interessant zu lesen.
Bzgl. Persona 1 und Persona 2 Remake. Ich bezweifle das heutige Gamer jemals Dungeon Crawler anrühren würden. Das kann ich mir nicht beim besten Willen vorstellen. Wenn was kommt, dann wird es was komplett anderes sein und falls man das vor hat, dann kann man in meinen Augen eigentlich Persona 7 entwickeln, was mehr Sinn machen würde. JRPG Gamer mögen weniger Mathe in deren RPG's und mehr Charakterinteraktionen und Text. Das ist eher der Trend bei JRPG's (Diese Aussage ist auch weder negativ noch positiv gemeint). Man würde sich finanziell nur ins Fleisch schneiden, weswegen fortlaufende Sequel mehr Sinn machen würden, auch in Bezug auf deren Zielgruppe und jene Zielgruppe, die auch Atlus verfolgt. Alles andere würde in meinen Augen einfach keinen Sinn machen. Ich lasse mich gern überraschen, aber das Schicksal ist hier unausweichlich, wenn man mich fragt.
In Relation zu früher hat sich Atlus schon stark geändert und ist meinen Augen kaum wiederzuerkennen. Das meine ich weder negativ noch positiv. Ich glaube der nebulöse Satz passt perfekt als Abschluss.^^