Bislang hat sich Stop Killing Games vor allem auf Kampagnen konzentriert, die sicherstellen sollen, dass Spiele auch nach der Abschaltung ihrer Server für SpielerInnen zugänglich bleiben. Zwar hat die EU-Kommission bereits im Juni gegen die wichtigste Initiative von Stop Killing Games entschieden, dafür scheint die Gruppe ihr Tätigkeitsfeld nun zu erweitern.
Stop Killing Games unterstützt SM&C
Stop Killing Games schließt sich einem laufenden Rechtsstreit in den Niederlanden an, der sich gegen das vermeintliche Monopol von PlayStation beim Verkauf digitaler Spiele auf der eigenen Plattform richtet. Auch wenn sich die Klage primär um die Preisgestaltung digitaler Spiele dreht, haben die Sorgen über Sonys Möglichkeit, Preise eigenmächtig festzulegen, durch das drohende Aus für physische Datenträger weiter zugenommen.
Die niederländische Verbraucherschutzorganisation Stichting Massaschade & Consument (SM&C) bereitet diese Klage bereits seit 2024 im Rahmen ihrer Kampagne „Fair PlayStation“ vor. „Sony hat ein Monopol auf den Verkauf digitaler Spiele für die PlayStation“, erklären die Organisatoren in einem Video. „Die PlayStation ist so konzipiert, dass man digitale Spiele ausschließlich über Sonys eigenen Store kaufen kann. Und sobald Sony 2028 den Verkauf physischer Spiele einstellt, hat man überhaupt keine Wahl mehr.“
Kürzlich haben sowohl Stop Killing Games als auch die Community-Plattform DoesItPlay? bekannt gegeben, dass sie die Kampagne „Fair PlayStation“ unterstützen. Sie haben das Video von SM&C unter dem Titel „Es ist an der Zeit, Sony zu verklagen – macht mit“ erneut veröffentlicht.
„Wir unterstützen das Verfahren von SM&C vor dem niederländischen Gericht mit aller Kraft“, erklären die Gruppen in der Videobeschreibung. „SM&C muss dem Gericht beweisen, dass sie tatsächlich die Interessen von Spielern vertreten und dies nicht nur behaupten. Unsere Unterstützung untermauert diesen Anspruch weltweit. Jeder niederländische Spieler, der sich anschließt, stärkt diese Position direkt.“
PlayStations Monopol problematisch
Die Möglichkeit von PlayStation, Preise für digitale Inhalte eigenständig festzulegen, ist problematisch. Auf dem PC, wo digitale Spiele schon seit Jahrzehnten Standard sind, gibt es zumindest eine Vielzahl konkurrierender Anbieter, die unterschiedliche Preise für digitale Spiele aufrufen können. Auf der PlayStation hingegen werden die Preise ausschließlich von Sony und dessen Drittanbietern festgelegt.
Dieselbe Problematik gilt natürlich auch für Xbox und Nintendo – allerdings hat bisher keine dieser Plattformen angekündigt, den Verkauf physischer Datenträger einzustellen. „Am Ende zahlt man deutlich mehr“ für digitale PlayStation-Käufe, so das Argument von SM&C – selbst ohne den Markt für physische Datenträger, der die Preise normalerweise drückt. „Im Durchschnitt bis zu 47 %. Das ist im Grunde eine Sony-Steuer, und das verstößt eindeutig gegen das Gesetz.“
„Mit dem Aus für physische Datenträger fällt die letzte Möglichkeit weg, ein PlayStation-Spiel zu einem wettbewerbsfähigen Preis zu kaufen oder zu verkaufen“, erklärte SM&C im vergangenen Monat als Reaktion auf Sonys Ankündigung, die Produktion von Discs einzustellen. „Keine Discs bedeuten keinen Gebrauchtmarkt und keine Alternative zum PlayStation Store; ab 2028 entscheidet also allein Sony darüber, was ein Spiel kostet und sogar, wie lange man es nutzen darf.“
via GamesRadar, Bildmaterial: PlayStation

"ab 2028 entscheidet also allein Sony darüber, was ein Spiel kostet“
Der MediaMarkt kann natürlich weiterhin selbst entscheiden, für wieviel er den Code in der Hülle verkauft.
Nur weil es keine Disc mehr gibt, heißt das aber nicht, dass der Einzelhandel keine Spiele mehr verkauft.
Der Gebrauchtmarkt ist dann natürlich kaputt, aber das wollen die Unternehmen ja schon seit eh und je.
Und was ist jetzt der Unterschied zu anderen Plattformen die rein digital anbieten?
Sehe hier keinen Handlungsbedarf mehr, da hätte man schon vorher reagieren müssen.
Stimmt, guter Punkt. Es wird sich auch nach 2028 lohnen, seinen örtlichen Media Markt zu konsultieren. Oftmals werden jetzt schon "Codes in Boxes" für die Switch 1 deutlich günstiger angeboten als im offiziellen eShop. Idealo spuckt gerne Code-in-Box-Games für schlappe 2 Euro aus, die im Nintendo-eShop das Zehnfache kosten. Das wäre natürlich auch ein kleiner Strohhalm zum Anklammern, um Sony ab 2028 weniger Kohle zukommen zu lassen.
Naja, welche andere Plattform ist denn komplett digital? Der PC? Da hat man durchaus mehrere Quellen, wo man Spiele-Keys kaufen kann. Von daher ist da schon ein Unterschied.
Ausnahme ist das von @TwentyTwenty genannte Szenario, wenn Playstation-Spiele dann als CiB im Einzelhandel landen. Die digitale Distribution ist stand jetzt dann aber ausschließlich über Sonys-Shop möglich.
Dass, das zum Scheitern bestimmt ist, darüber muss man gar nicht reden. Es ähnelt eher dem verzweifelten Klammern an einem Strohhalm, der sich schon halb aufgelöst hat. Natürlich hat die Firma auf die eigenen Spiele, die auf der eigenen Plattform erscheinen. Am Ende wird man auch mit den Downloadcodes argumentieren können, sowie auch mit den Key Shops, wo man ebenfalls an Keys für Sony-Spiele rankommt. So sehr man Sonys Entscheidung verurteilen sollte, so ist ja alles komplett legal, was sie da planen. Erfolg würde man eher haben, wenn man mehr auf die Käuferrechte gehen würde, die gerade bei Sonys prominenten kürzlichen Filme-Fail, durchaus siegreich seien könnte. Hier wäre es ohnehin wichtig, dass man die Gesetzlage über digitale Inhalte prüft. So gut gehandhabt ist das alles ja nachwievor nicht, was wahrscheinlich auch ein Grund ist, warum Sony das durchdrücken will.
Dennoch finde ich die Aktion diesmal wenigstens nicht komplett sinnlos. Dies sorgt wenigstens für Aufmerksamkeit. Nicht nur bei Sony, sondern eben auch auf juristischer Ebene, wo man vielleicht ja doch nochmal prüfen könnte, ob alles im Reinen ist oder andere motiviert irgendetwas organisierteres zu unternehmen. Das ist der Punkt, der aktuell bei allen Aktionen gegen Sonys Industrieschadenden Entscheidung fehlt, leider. Es wirkt alles wie Kurzschlussreaktionen, ohne sich vorab einen richtigen Plan ausgearbeitet zu haben.
Mal gucken, ob irgendwer mit nem vernünftigen Plan auch noch in Erscheinung treten wird.^^