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Angespielt! Dieses „JRPG“ kommt nicht aus Japan – aber erinnert an japanische PS1-Zeiten

Schon das erste Material zu Full Circle konnte mit seinem nostalgischen Charme schnell auf sich aufmerksam machen. Besonders Fans der PS1-Ära dürften sich beim Anblick des Rollenspiels ziemlich schnell heimisch fühlen. Erinnerungen an Klassiker wie Breath of Fire III und IV, The Legend of Dragoon, Lunar oder die damaligen Final-Fantasy-Ableger werden wach.

Hinter Entwickler 2nd Player Games steckt im Wesentlichen der Peruaner Adolfo Juan Fernando Gazzo Castañeda. Als Publisher steht wiederum Deck13 Spotlight aus Frankfurt hinter dem Projekt. Interessant ist dabei vor allem Gazzos beruflicher Hintergrund: Eigentlich kommt er aus dem Audio-Bereich. Als Toningenieur, Musikproduzent und Komponist war er nach eigener Aussage mehr als 15 Jahre tätig, bevor Full Circle zu seinem großen eigenen Spieleprojekt wurde.

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Der Traum vom eigenen Videospiel begleitet ihn allerdings schon deutlich länger. Bereits als Kind zeichnete er Spielszenarien inklusive Lebensbalken und Statistiken auf Papier. Später folgten erste Experimente mit RPG Maker, GameMaker und Adventure Game Studio. Während der Pandemie entschied er schließlich, aus der langjährigen Idee ein richtiges Projekt zu machen.

Das macht Full Circle aus unserer Sicht besonders interessant. Hier entsteht kein japanisches JRPG, sondern ein peruanisches Rollenspiel, das sich ganz bewusst der Sprache klassischer japanischer RPGs bedient. Auf der diesjährigen Gamescom konnten wir nun selbst Hand anlegen und herausfinden, wie gut dieses Konzept tatsächlich funktioniert.

Ein bisschen PS1, ein bisschen HD-2D

Schon nach wenigen Augenblicken fiel uns die Präsentation ins Auge. Während die spielerischen Vorbilder vor allem aus der PS1-Ära stammen, wirkt die optische Umsetzung wesentlich moderner. Die Kombination aus Pixel-Charakteren und dreidimensionalen Umgebungen erinnert auf den ersten Blick durchaus an aktuelle HD-2D-Spiele wie Octopath Traveler.

Noch schneller machte allerdings eine andere Komponente auf sich aufmerksam: der Soundtrack. Die Musik ist treibend, präsent und schaffte es in unserer Demo praktisch vom ersten Moment an, Lust auf den nächsten Kampf zu machen. Hier merkt man Gazzos jahrelange Erfahrung im Audio-Bereich deutlich. Dass er bei der Musik seines eigenen Spiels federführend am Werk ist, dürfte daher kaum überraschen.

Gerade für ein klassisch angehauchtes Rollenspiel ist das nicht unwichtig. Schließlich verbringen wir viel Zeit in Kämpfen – und genau dort konnte uns Full Circle ebenfalls schnell abholen.

Klassische Rundenkämpfe, bei denen ihr nicht nur zuschaut

Grundsätzlich setzt Full Circle auf ein klassisches rundenbasiertes Kampfsystem. Zur Verfügung stehen die üblichen Optionen wie normale Angriffe, defensive Aktionen und unterschiedliche Spezialfähigkeiten. Einfach nur einen Befehl auszuwählen und anschließend zuzuschauen, reicht allerdings nicht immer.

Eine wichtige Rolle spielen Action-Kommandos, die ein wenig an Mario & Luigi oder zuletzt Clair Obscur: Expedition 33 erinnern. Im richtigen Moment ausgeführte Eingaben erhöhen beispielsweise den verursachten Schaden. Umgekehrt lassen sich gegnerische Angriffe mit gutem Timing blocken und teilweise direkt mit einem Konter beantworten.

Damit bleibt man auch während der gegnerischen Runde aufmerksam. Statt das Menükommando auszuwählen und anschließend die Animation abzuwarten, fordert Full Circle immer wieder eine aktive Reaktion.

Besonders interessant fanden wir die sogenannten Cross Attacks. Durch bestimmte Aktionen lässt sich die Voraussetzung für diese mächtigen Angriffe schaffen, die anschließend ordentlich Schaden verursachen. Wer auch hier das richtige Timing erwischt, kann noch einmal zusätzliche Wirkung herausholen.

Das alles erfindet das rundenbasierte Kampfsystem nicht komplett neu, sorgte während unserer Demo aber für einen angenehmen Spielfluss. Vor allem die Kombination aus klassischer JRPG-Struktur und aktiven Eingaben machte schnell Lust darauf, weitere Fähigkeiten und mögliche Kombinationen auszuprobieren.

Gut gegen Böse? Ganz so einfach soll es nicht werden

Auch erzählerisch möchte Full Circle mehr bieten als reine Nostalgie. Die Erde befindet sich in einer postapokalyptischen Zukunft, in der mutierte Kreaturen die Oberfläche beherrschen. Zumindest ein Teil der verbliebenen Menschheit hat sich deshalb in fliegende Städte beziehungsweise sogenannte Shelters zurückgezogen.

Unter einer dieser Städte befindet sich eine Groundstation. Dort werden junge Menschen offenbar gezielt darauf vorbereitet, Expeditionen auf die gefährliche Oberfläche zu unternehmen und damit einen Beitrag zum Überleben ihrer Gemeinschaft zu leisten.

Was tatsächlich hinter dieser Welt und ihren Strukturen steckt, konnten wir während unserer Gamescom-Demo allerdings noch nicht vollständig ergründen. Fest steht zumindest, dass Full Circle keine einfache Geschichte über Gut und Böse erzählen möchte. Gerade hier bleiben deshalb noch einige interessante Fragezeichen stehen, deren Antworten wohl erst die Vollversion liefern wird.

Full Circle schließt den Kreis erstaunlich gut

Full Circle trägt seine großen Vorbilder offen auf der Brust, ohne dabei wie eine reine Kopie zu wirken. Die Mischung aus klassischem PS1-JRPG-Flair und moderner Präsentation funktioniert bereits erstaunlich gut.

Besonders das rundenbasierte Kampfsystem mit seinen Action-Kommandos und Cross Attacks sorgte dafür, dass wir während unserer Anspielsession dauerhaft beschäftigt waren. Und spätestens beim Soundtrack merkt man, dass hinter dem Projekt jemand steckt, der ganz genau weiß, welche Wirkung Musik auf ein Abenteuer haben kann.

Natürlich bleiben noch einige Fragen offen. Gerade von der Geschichte und der postapokalyptischen Welt haben wir bislang nur einen kleinen Ausschnitt gesehen. Nach unserer Gamescom-Demo würden wir aber gerne erfahren, was sich hinter den fliegenden Städten und der zerstörten Oberfläche tatsächlich verbirgt. Ein konkretes Veröffentlichungsdatum besitzt Full Circle derzeit noch nicht. Wer selbst einen Eindruck gewinnen möchte, kann allerdings bereits eine Demo auf Steam ausprobieren.

Bildmaterial: Full Circle, 2nd Player Games, Deck13

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