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Maulkorb: Nach Disc-Abkehr gibt Sony intern „strengste Social-Media-Richtlinien“ vor

Dass PlayStation-Fans frustriert von Sonys Entscheidung sind, dem physischen Disc-Medium ab 2028 den Rücken zu kehren, dürfte mittlerweile mehr als deutlich sein. Von einem „miesen“ PlayStation Store über die Gefahr für den Geldbeutel bis zu der Aussicht für viele Fans, bald komplett aus dem PlayStation-Kosmos ausgeschlossen zu sein – es ist ein Debakel.

Und zwar eins, das Sony wohl hat kommen sehen. Laut Alanah Pearce, einer ehemaligen Mitarbeiterin von Santa Monica Studio, hat Sony seinen Angestellten angesichts der Disc-Abkehr die „strengsten Social-Media-Richtlinien“ aller Zeiten auferlegt.

Die Folge des Paukenschlags war und ist eine der heftigsten und langanhaltendsten Gegenreaktionen, auf die Sony weiterhin mit Schweigen reagiert. Der Grund dafür sei laut Pearce, dass man mit diesem Aufschrei gerechnet und die Belegschaft angewiesen habe, Stillschweigen zu bewahren.

Zwar erklärt Pearce in einem neuen Video auf ihrem YouTube-Kanal, dass der Plattformbetreiber derartige Vorgaben regelmäßig im Zusammenhang mit Ankündigungen neuer Spiele und Ähnlichem erlässt, doch betont sie zugleich, dass es sich hierbei um einige der schärfsten Richtlinien handelt, die das Unternehmen je eingeführt hat.

Sony hat das PR-Debakel kommen sehen

„Sony wusste bereits, dass alle stinksauer sein würden – das war ihnen klar. Mitarbeitende aus den PlayStation-eigenen Studios berichteten mir, dass Sony für diesen speziellen Fall die strengsten Social-Media-Richtlinien erlassen habe, die sie je gesehen hätten“, so Pearce.

„Sony schreibt seinen Angestellten durchaus regelmäßig vor, was sie zu bestimmten Themen sagen dürfen und was nicht. Auch ich unterlag zahlreichen Vorgaben, als ich an God of War (Laufey) arbeitete – und das tue ich noch immer. Man schickte mir damals Richtlinien dazu, was ich am Tag der Spielankündigung äußern durfte.“

Die jüngsten Vorgaben an die von Pearce befragten Mitarbeitenden stünden jedoch in keinem Verhältnis zu gängigen Richtlinien. „Zu einem solchen Schritt hätten sie sich nur entschlossen, wenn ihnen bewusst gewesen wäre, dass dies ein massives PR-Problem nach sich ziehen würde. Für sie kommt diese Reaktion also nicht überraschend“, so Pearce‘ Einschätzung.

Einen Rückzieher seitens Sony hält die ehemalige „God of War“-Autorin übrigens für unwahrscheinlich. Sie weist darauf hin, dass das werkseigene Disc-Produktionszentrum in Österreich bereits zu einer Fertigungsstätte für Mikrolinsen umgerüstet werde – einer Komponente, die für KI-Rechenzentren als entscheidend gilt.

via PushSquare, Bildmaterial: PlayStation

16 Kommentare

  1. Ich gehe mal davon aus, dass einige Studios bereits Spiele entwickeln, die erst ab 2028 erscheinen. Denen muss Sony das ja auch schon sagen, dass keine Disc Version mehr produziert wird, damit die Studios damit kalkulieren können. Dann ist die Gefahr natürlich hoch, dass es von anderer Seite durchsickert. Daher denke ich haben sie lieber direkt reinen Tisch gemacht.

    Ich kann nicht behaupten, dass ich die technische Seite da voll verstehe. Die Developer Kits der PS6 sind, soweit ich weiß, noch nicht im Umlauf, es gibt also auch keine aktive Entwicklung nur für diese Konsole. Die Marktentwicklung ist aktuell so rasant, dass jede Kalkulation auf Basis belastbarer Zahlen unter Umständen in zwei Wochen hinfällig ist. Was in zwei Jahren ist, wagt sich niemand auszumalen.

    Die Pressemeldung kam jedoch praktisch unmittelbar nach der Entscheidung des EU-Parlaments zur Bürgerinitiative "Stop Destroying Video Games". Da sehe ich einen Zusammenhang. Ich halte es für gut möglich, dass man die Info bereits deutlich früher – bis zu einem Jahr früher – herausgeben wollte, jedoch die berechtigte Sorge hatte, dass diese Schlagzeile das EU-Parlament zu Ungunsten der Spieleindustrie beeinflusst hätte.

    Die These passt natürlich wieder denjenigen nicht, die da die ganz große Korruption wittern, und die Entscheidung für von vorneherein ausgemachte Sache halten. Aber man kann's halt nicht allen recht machen. ;)

  2. Ich muss sagen, dieses Schweigen von Sony stört mich mehr als alles andere.

    Wir diskutieren hier ja im Forum ja genug, dass Sony, wenn sie schon All Digital gehen wollen, auch ihren digitalen Service deutlich verbessern müssen, um hier mit Steam zu konkurrieren. Außerdem steht immer noch die Frage im Raum, inwiefern Besitzer physischer Discs ihre Sammlung auf die PS6 übernehmen können.

    Aber Sonys Schweigen signalisiert mir irgendwie: Da wird in der Richtung nichts passieren. Sony hat nicht vor, irgendwas an ihrem Store zu verändern.

    Wie komme ich darauf? Nun, wenn man in der Hinsicht etwas geplant hätte, wäre es nicht clever gewesen, das gleichzeitig mit der Ankündigung über den Wegfall physischer Medien anzukündigen? Um den Aufprall der Ankündigung abzumildern?
    Und zumindest auch ein paar Vorteile dieser Neuausrichtung zu präsentieren?

    Da man aber scheinbar vorhat, den Backlash auszusitzen, glaube ich nicht, dass man irgendwelche Veränderungen und Verbesserungen vor hat.
    Im Gegensatz zu Microsoft hat man auch nicht angekündigt, an etwas zu arbeiten, womit man seine physischen Spiele zu digitalisieren.
    Ich tappe also immer noch im Dunklen, inwiefern ich meine Spiele in die nächste Generation übernehmen kann.

    Klar, ich kann mich auch irren. Verdammt, ich HOFFE, ich irre mich und Sony hat hier Pläne gemacht, aber ihr Totschweige-Strategie hat mich leider dazu gebracht, vom Schlimmsten auszugehen.

  3. Außerdem steht immer noch die Frage im Raum, inwiefern Besitzer physischer Discs ihre Sammlung auf die PS6 übernehmen können.

    Das hatte ich noch gar nicht so richtig bedacht. Wäre schon ein Unding, wenn jetzt die Discs auf der PS6 nicht mehr laufen, aber die im PSN gekauften Spiele problemlos in die nächste Generation gerettet werden können. 8|

    Das Schweigen an sich verstehe ich. Jede Kommunikation im Shitstorm wird dir auf die schlimmstmögliche Art und Weise ausgelegt. Aber nach Paul Watzlawick gilt ja auch: "Man kann nicht nicht kommunizieren". Auch das Schweigen beinhaltet zwangsweise eine Mitteilung, die auf die schlimmstmögliche Art und Weise ausgelegt wird.

    Die Unsicherheit macht aber echt kirre. Gerade bei den kritischen Fragen sollte sich das Unternehmen mal äußern. Ob das bei der aktuellen Marktlage auf mehr als Lippenbekenntnisse rausläuft ... ist eine andere Frage.

  4. Genau das ist ein weiteres Problem, falls die PS6 tatsächlich ausschließlich digital erscheint.

    In diesem Fall gäbe es für physische PS4- und PS5-Spiele praktisch keine Form der Abwärtskompatibilität mehr. Wer seine Sammlung auf Disc aufgebaut hat, könnte sie auf der neuen Konsole schlicht nicht mehr nutzen – es sei denn, Sony würde irgendeine Möglichkeit schaffen, physische Spiele in digitale Lizenzen umzuwandeln, so wie es Microsoft derzeit testet. Genau dazu hört man aber bislang überhaupt nichts.

    Und das ist es, was mich skeptisch macht. Wenn Sony tatsächlich größere Verbesserungen für den PlayStation Store oder ein System zur Übernahme physischer Spiele geplant hätte, wäre die Ankündigung einer rein digitalen Konsole bzw. des Endes der physischen PS Games doch der ideale Zeitpunkt gewesen, um genau diese Maßnahmen gleich mit vorzustellen. Damit hätte man den erwartbaren Gegenwind zumindest teilweise abfedern können.

    Stattdessen herrscht Schweigen. Deshalb fällt es mir auch schwer zu glauben, dass hinter den Kulissen noch große technische Verbesserungen oder ein kundenfreundliches Konzept für bestehende Disc-Sammlungen vorbereitet werden. Im Moment wirkt es eher so, als wolle Sony den Vertrieb vollständig auf digitale Verkäufe verlagern, um die eigenen Einnahmen zu steigern und den Gebrauchtspielemarkt weiter zurückzudrängen. Nicht, um das digitale Ökosystem für die Spieler spürbar zu verbessern.

    Natürlich kann sich dieser Eindruck noch als falsch herausstellen. Aber solange Sony nichts Konkretes kommuniziert, bleibt genau dieser Eindruck bestehen.

  5. Im Gegensatz zu Microsoft hat man auch nicht angekündigt, an etwas zu arbeiten, womit man seine physischen Spiele zu digitalisieren.

    Microsoft hat sowas bisher Auch nicht angekündigt.


    ...


    Ich geh bisher nach wie vor stark davon aus, dass es für eine PS6 ein optionales Disc-Laufwerk geben wird.

    ...

    "Irgendwann" wird die weiter Zukunft von PlayStation und PS6 schon offiziell kommuniziert werden.

    Und hey ... immerhin steht in nem knappen Monat die gamescom an, wo Sony PlayStation zwar laut bisherigem Stand (übrigens seit 2020 durchweg, also nichts Neues) nicht als Aussteller vertreten sein wird, aber VLL. ja bei der ONL diesbezüglich was zu kommunizieren hat.

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