EntwicklerInnen unter dem Xbox-Publishing-Dach müssen dieser Tage wieder um ihre Existenz bangen – diversen internen Studios droht die Schließung. Wer allerdings nicht bibbern muss: Hideo Kojima. Wie IGN berichtet, sei sein mysteriöses Horror-Projekt OD von Microsofts „Reset“-Plänen ausgenommen und werde weiter nach Plan vorangetrieben.
Über OD, das von Xbox Game Studios in Zusammenarbeit mit „Get Out“-Regisseur Jordan Peele (und aller Voraussicht nach manch anderen bekannten Gesichtern in der Filmbranche) veröffentlicht wird, ist noch wenig bekannt. Wir wissen lediglich, dass Sophia Lillis, Hunter Schafer und der verstorbene Udo Kier eine Rolle spielen sollen. Ob Kier noch in irgendeiner Form im Spiel auftritt, wird sich zeigen müssen. Die deutsche Filmgröße verstarb im November im Alter von 81 Jahren.
Ein Spiel wie OD zeige, so Asha Sharma, dass Xbox „bei Spielen noch nicht an die Grenzen des Machbaren gestoßen“ sei. „Deshalb müssen wir sicherstellen, dass unsere Plattform offen genug ist, damit sich weitere Kreative und Entwickler anschließen und erfolgreich sein können – denn der nächste Kojima ist uns noch unbekannt.“
Ob man sich als „Kreative Xbox anschließen möchte“, werden sich EntwicklerInnen aktuell sicher zweimal überlegen. IO Interactive, der Entwickler von 007 First Light, gab kürzlich Entlassungen bekannt, nachdem der Publisher seines geplanten Fantasy-Spiels das Projekt eingestellt hatte. Xbox bestätigte gegenüber Bloomberg, die Publisher-Rolle bei besagtem Projekt.
Und dann wären da noch Studios wie Arkane Lyon (Marvel’s Blade), Double Fine (Psychonauts), Ninja Theory (Hellblade), Compulsion (South of Midnight) und Undead Labs (State of Decay 3), die allesamt um ihre Zukunft bangen. Sicher nicht die attraktivsten Aussichten für „den nächsten Kojima“.

Da muss man sich nichts vormachen, OD ist ein Prestigeprojekt, was eigentlich komplett gegen die Neuausrichtung von Xbox spricht - Experimentell, exotisch, eigenbrötlerisch. An den Zahlen von Death Stranding, besonders Teil 2, wird wohl auch Microsoft ablesen können, dass sie es mit OD schwer haben werden, diesen berüchtigten Break-Even Punkt zu erreichen.
Dass das Projekt überlebt hat, hat einzig und alleine mit dem Namen Hideo Kojima zu tun. Und ich denke mir, nach all den Jahrzehnten hat er es sich hart erarbeitet. Ich würde ja sagen, hier ist vermutlich schon zu viel Geld seitens Microsoft reingeflossen, um es einfach so zu canceln, aber man weiß aus Insider-Berichten, Microsoft hat unlängst hochkarätige, sich in der Produktion befindende Projekte, die bei internen Vorführungen richtig gut ankamen und die bereits einiges an Budget verschlungen haben, abgesägt wurden.
OD wird mit großer Wahrscheinlichkeit ein Nullsummenspiel am Ende für Microsoft werden. Dass das Projekt noch lebt, liegt wohl auch einfach daran, dass man nicht gerne Konami 2.0 sein möchte. An OD kleben viele prominente Namen wie einst an Silent Hills. Hier möchte Microsoft vermutlich ungerne auch noch den Candyman spielen.
Würde gerne zustimmen, bei dem Ding mit dem Prestigeprojekt. Aber in dieser Branche ist auf nichts mehr Verlass. Ganz neu wankt auch Obsidian, von Arkane mal zu schweigen. Ich würde jedenfalls keinen hohen Wetteinsatz geben, selbst bei Kojima nicht mehr. Hier geht's nur noch um Geld. Wenn man am Punkt angelangt ist, zum Beispiel nach Verschiebungen oder weil das Projekt keine finale Form annehmen mag, an dem das Spiel absehbar mehr kostet, als es einspielen kann, ist es auch hier vorbei. Gibt nicht viel Grund für Vertrauensboni und Optimismus in der Branche aktuell.