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Ex-PlayStation-Chef erklärt das Aus von Japan Studio – große Spiele waren Schuld daran

Die Schließung von Japan Studio im Jahr 2021 sorgte bei vielen PlayStation-Fans für Unverständnis. Das Studio war für zahlreiche kreative Klassiker wie Ape Escape, Patapon, Gravity Rush, LocoRoco oder Shadow of the Colossus verantwortlich.

Nun hat der ehemalige Präsident der Sony Interactive Entertainment Worldwide Studios, Shuhei Yoshida, erklärt, warum Sony diesen Schritt letztlich gegangen ist. Während seiner Keynote auf der Computer Entertainment Developers Conference, übersetzt von GamesRadar, sprach Yoshida offen über die Entscheidung.

Kreativ, aber nicht groß genug

Yoshida erklärte, dass er selbst damals Verständnis für die Kritik vieler Fans gehabt habe. Gleichzeitig habe sich innerhalb von PlayStation jedoch der Fokus zunehmend auf große AAA-Produktionen verschoben:

„Spieler aus aller Welt haben gesagt, es sei unglaublich, dass Sony das Japan Studio schließen würde. Das Japan Studio hat doch jede Menge Spiele veröffentlicht, kreative Spiele, oder? Damals habe ich etwas Ähnliches gesagt.“

Als Leiter der Entwicklungsstudios habe er sich insbesondere Sorgen um Keiichiro Toyama (Schöpfer von Silent Hill, Siren und Gravity Rush) und die anderen Entwickler gemacht. Das Problem sei jedoch gewesen, dass viele Projekte zwar kreativ, aber vergleichsweise klein gewesen seien.

„Damals machte ich mir als Entwicklungsleiter Sorgen um Toyama und die anderen japanischen Entwickler bei Japan Studio. Sie hatten zwar viele kreative Ideen, doch die von ihnen entwickelten Spiele waren nicht besonders umfangreich. Die sogenannten AA-Spiele passen perfekt zur PlayStation Vita, aber auf der PS4 und PS5 verlagerten wir uns allmählich in Richtung AAA, und manchmal ist es schwierig, den Umfang so zu steigern.“

Sony wollte Hardware mit Blockbustern verkaufen

Laut Yoshida spielte vor allem die strategische Ausrichtung von PlayStation eine entscheidende Rolle. Sony wollte den Verkauf seiner Konsolen künftig vor allem mit großen Blockbuster-Titeln ankurbeln.

„Als Unternehmen wollte PlayStation den Hardware-Absatz mit Spielen wie God of War und Uncharted ankurbeln, denn genau diese Art von Spielen ist gefragt. Für Japan Studio ist es schwierig, eine neue Spielereihe auf der Konsole auf den Markt zu bringen.“

Zum Abschluss rief Yoshida Fans von Japan Studio dazu auf, die ehemaligen Entwickler weiterhin zu unterstützen. Als Beispiele nannte er Slitterhead von Keiichiro Toyama sowie Ratatan, das neue Spiel von Patapon-Schöpfer Hiroyuki Kotani. Viele Ideen der Entwickler hätten laut Yoshida nie grünes Licht erhalten, bevor Japan Studio schließlich geschlossen wurde.

via GamesRadar, Bildmaterial: Gravity Rush, Sony Interactive Entertainment

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