Clair Obscur: Expedition 33 war im vergangenen Jahr eines der meistgelobten Spiele der Branche. Das Rollenspiel von Sandfall Interactive räumte zahlreiche Auszeichnungen ab und entwickelte sich schnell zu einem der größten Überraschungserfolge des Jahres. Nun hat sich auch das französische Studio zu Sonys Entscheidung geäußert, ab 2028 keine physischen Spiele mehr auf Disc für die PlayStation zu veröffentlichen.
Im Gespräch mit Automaton Media machten mehrere Mitglieder des Entwicklerteams deutlich, dass sie den Schritt zwar wirtschaftlich nachvollziehen können, ihn persönlich aber bedauern.
„Das ist eine traurige Entscheidung“
Creative Director Guillaume Broche erklärt, dass physische Spiele für ihn weit mehr sind als nur ein Datenträger.
„Ich glaube, das gehört auch zum Reiz der Kunst dazu – dass sie etwas Greifbares ist, das man anfassen kann. Ich habe vollstes Verständnis dafür, dass die Leute ihre DVD- und Spielesammlungen haben wollen und einfach das Gefühl haben möchten, dass sie ihnen gehören.“
Auch wenn er die wirtschaftlichen Hintergründe versteht, falle ihm die Entscheidung schwer: „Aus geschäftlicher Sicht kann ich zwar nachvollziehen, warum das sinnvoll sein mag, aber was die künstlerische Seite von Videospielen angeht, halte ich diese Entscheidung für bedauerlich.“
Für das Studio sei deshalb schon früh klar gewesen, dass Clair Obscur: Expedition 33 unbedingt auch physisch erscheinen sollte – obwohl dies zusätzliche Herausforderungen mit sich brachte.
Weniger Gewinn, aber mehr Bedeutung
CTO Tom Guillermin verrät, dass eine physische Veröffentlichung mehr Zeit bei der Produktion erfordert und zudem geringere Einnahmen pro verkauftem Exemplar bedeutet. Trotzdem habe das Team darauf bestanden: „Auch wenn es die Sache erschwerte und weniger Gewinn pro Stück bedeutete, war es uns wichtig, Spielern, die das physische Spiel in den Händen halten möchten, eine Option anzubieten.“
Auch die übrigen Entwickler verbinden besondere Erinnerungen mit der Box-Version. Broche erinnert sich daran, wie das Team nach der Veröffentlichung selbst in ein Geschäft ging, um das eigene Spiel zu kaufen. Besonders emotional sei zudem ein Foto eines Fans aus einem Laden in Akihabara gewesen. Broche dazu: „Es wird erst richtig real, wenn man es in den Geschäften sieht.“
Lead Character Artist Alan Reynaud beschreibt das Gefühl, das eigene Spiel im Regal zu sehen, als etwas Besonderes und zieht einen Vergleich zu Manga: „Es ist zwar schön, auf dem Handy zu lesen und so, aber ein richtiges Buch in der Hand zu halten, ist einfach ein ganz anderes Gefühl.“
Für ihn gelte derselbe Gedanke auch für Videospiele. Digitale Versionen seien zwar praktisch und wirtschaftlich sinnvoll, doch mit dem Ende physischer Veröffentlichungen gehe auch ein Stück der besonderen Faszination verloren.
via Automaton Media, Bildmaterial: Sony Interactive Entertainment

Genauso ist es, wie @Pepper schon so schön ausgeführt hat, geht es nicht nur darum, ob du heute ein gekauftes Spiel noch starten kannst, sondern auch darum, ob es in 10, 20 oder 30 Jahren noch für andere zugänglich ist. Wenn ein Titel ausschließlich digital veröffentlicht wurde und später aus dem Store verschwindet, etwa auch wegen abgelaufener Musik- oder Markenlizenzen , kann ihn niemand mehr legal erwerben. Damit geht ein Stück Videospielgeschichte verloren.
Physische Datenträger sind zwar ebenfalls nicht unsterblich, aber sie ermöglichen einen Gebrauchtmarkt und können über Jahrzehnte erhalten bleiben. Das oben genannte Beispiel von Nintendo-64-Modulen aber auch anderer älterer Konsolen wie NES und SNES aus den 1990er-Jahren funktionieren heute oft noch problemlos. Solange eine Disc oder ein Modul existiert, kann das Spiel weitergegeben, gesammelt oder archiviert werden – unabhängig davon, ob ein Hersteller den Verkauf eingestellt hat.
NES-, SNES- oder N64-Module sind ein gutes Beispiele dafür, dass physische Datenträger Videospiele über mehrere Generationen hinweg als Kulturgut erhalten können.
Genau deshalb wurde bei Stop Killing Games auch argumentiert, dass Videospiele als Kulturgut nicht allein vom Fortbestand eines Stores oder eines Unternehmens abhängen sollten. Es geht da weniger um den Komfort des heutigen Besitzers als um den langfristigen Erhalt und die Zugänglichkeit von Spielen für kommende Generationen.
Und ja, eh es gleich wieder kommt: auch physische Medien sind nicht perfekt/ nicht unsterblich, wie oben schon geschrieben . Auch Module können durch Feuchtigkeit, Korrosion oder Beschädigungen ausfallen. CDs und DVDs leiden zusätzlich unter Alterungserscheinungen wie Disc Rot. Der entscheidende Unterschied ist jedoch, dass ein physisches Exemplar unabhängig von einem Onlinestore oder Lizenzserver existiert und weitergegeben, gesammelt oder archiviert werden kann.
Bei physischen Spielen sind wir nicht vollständig auf Gedeih und Verderb von Lizenzgebern, Publishern oder Betreibern digitaler Stores angewiesen. Selbst wenn ein Spiel aus dem Verkauf genommen wird oder ein Store geschlossen wird, existieren die bereits verkauften Exemplare weiterhin.
un dja ganz unabhängig ist man auch bei physischen Spielen nicht. Manche moderne Titel benötigen Patches, Online-Aktivierungen oder Server, um vollständig oder überhaupt spielbar zu sein. Deshalb richtet sich die Kritik vor allem gegen digitale Exklusivität und Online-Abhängigkeiten, wie sie Sony ab 2028 ja nun anstrebt, nicht gegen den digitalen Vertrieb an sich.
Wir müssen aber nun auch nicht so tun, als wäre jeder je erschienene Titel auf CD/DVD/Blu Ray/Cardridge so ohne Weiteres für jeden zugänglich und/oder gar erschwinglich...
Ich bin selbst leidenschaftlicher Sammler und freue mich ganz sicher nicht über den Plan Sonys, keine Discs mehr produzieren zu wollen, doch finde ich, dass man bei aller berechtigter Kritik nicht einfach ausblenden sollte, dass auch der physische Markt längst nicht für einen vollständigen Erhalt von Spielen über einen besonders langen Zeitraum steht.
Wer eine entsprechende Sammlung sein Eigen nennt, kann sich natürlich freuen und die Spiele selbstverständlich so lange nutzen, wie die Datenträger nutzbar und die Hardware funktionstüchtig ist.
Für alle anderen wird es aber dann doch schon eher umständlich werden, wenn zum Beispiel nach bestimmten Spielen und der dazugehörigen Hardware gesucht wird. Wichtig ist hierbei dann vor allem der jeweilige Zustand der Produkte, denn auch, wenn der Gebrauchtmarkt noch hier und da diverse Angebote bereit stellt, so ist selbstverständlich nicht immer garantiert, dass man die Ware auch in einem möglichst tadellosen Zustand erhält. Wer sich damit auskennt, weiß sicherlich, wovon ich spreche.
Richtig wild und natürlich besonders belastend für den Geldbeutel wird es vor allem dann, wenn es immer weiter zurück in die Vergangenheit geht und man auf der Suche nach besonders begehrten Stücken ist.
Nun gibt es natürlich durchaus berechtigte Sorgen und Befürchtungen, wenn es um den rein digitalen Vertrieb von Software geht, aber ich denke, rein für den längeren Erhalt von Spielen ist dieser durchaus geeignet.
Auch wenn es am Ende nicht das selbe ist und man keinen Datenträger mehr in Händen hält, so bleibt immerhin das Werk selbst verfügbar und in den meisten Fällen können selbst längst nicht mehr erhältliche Spiele immer noch aus den Bibliotheken geladen werden, so man sie denn auch erworben hat. Die Phrase, man behielte sich Möglichkeit vor, auch den Download irgendwann zu unterbinden, wird da aus meiner Sicht wohl eher eine rechtliche Absicherung darstellen und tatsächlich ist es bis heute möglich, selbst die ältesten Downloadportale weiterhin nutzen zu können. Nur der Erwerb ist halt nicht mehr möglich.
Das bedeutet zwar nicht, dass eine Abschaltung komplett unmöglich wäre, aber selbst wenn dieser Fall tatsächlich eintreten würde, gäbe es wahrscheinlich an anderer Stelle wieder Bemühungen, die Spiele auf aktuellen Plattformen verfügbar zu machen. Ob nun als einfache Ports, als emulierte Varianten oder als Remaster/Remakes - die wichtigsten Spiele und dabei besonders solche, die auch tatsächlich als Kulturgut angesehen werden, werden uns in der Theorie wohl ewig erhalten bleiben.
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Das wären so meine Gedanken zum Thema und ich wollte mich einfach noch mal dazu äußern.
Zum Abschluss sei zusätzlich erwähnt, dass ich es nicht in Ordnung finde, wenn unterschiedliche Ansichten dafür sorgen, dass man schnell in Schubladen gesteckt wird. Das ist leider überall zu beobachten und da der allgemeine Tenor sehr eindeutig ein eher einseitiger ist, sorgen reflektierte Ansichten schnell für Widerspruch, der bisweilen auch mal unter die Gürtellinie geht.
So etwas ist in meinen Augen schlichtweg nicht nötig, da wir alle - ob besonders kritische Stimmen, neutrale User und/oder Befürworter - von dieser Thematik betroffen sind. Für mich erschließt sich daher zu keinem Zeitpunkt, weshalb wir uns deshalb gegenseitig quasi "an die Gurgel" gehen müssen.
Nun habe ich festgestellt, dass es hier tatsächlich noch im Rahmen bleibt und deshalb beschlossen, ein paar Worte dazu hier zu lassen. Merke ich, dass ich in eine Schublade gesteckt werde, bin ich sofort wieder weg und ignoriere alles, was auch nur im Ansatz danach aussieht.
Es geht schließlich um die Sache und nicht um einzelne Personen.
Ich denke beide Lösungen (die jetzige) und die ausschließlich digital erwerbliche sind nicht zielführend, was den Erhalt von Spielen angeht. Man bräuchte ein Konzept, was auch nicht das Urheberrecht und Markenrecht unberührt lässt, warum muss das erwähnte Pokémon Rumble (ich kenne das Spiel übrigens nicht :D) Jahrzehnte noch unter Schutz stehen, wenn Nintendo eh nichts mehr damit macht. Dafür braucht es eine Lobby oder öffentliche Aktion welche Videospiele als Kunstgut mehr in die Öffentlichkeit drückt und Politiker merken, dass die Wähler sich dafür interessieren -> StopKillingGames, Boykottaktion.
Edit:
Noch ein Punkt zum Gebrauchtmarkt im Store. Den könnte man ebenso umsetzen in einer abgemilderten Form z.b. indem man es zulässt dass jedes Spiel einmal weitergereicht werden kann, vllt mit einen einmaligen kleinen Obolus von 5% an die Firmen. Das hätte einen Vorteil den der aktuelle Gebrauchtmarkt nicht hergibt. Man könnte nämlich verfolgen, wer kauft meine Spiele nur gebraucht und daraus Marktforschung betreiben.
Richtig, bisher war es (zumindest auf dem Konsolenmarkt) eine Kombination aus digitalem und physischem Vertrieb - und beide leisten einen Beitrag zur Präservation. Vieles aus den letzten ca. 20 Jahren ist noch gut gebraucht erhältlich, auch wenn ich weiß, was du meinst, dass einige besonders begehrte Titel in gutem Zustand etwas rarer sind. Bei noch älteren Konsolen kann es schwierig sein, diese an modernen Fernsehern vernünftig zum Laufen zu bringen oder die gewünschten Titel zu ergattern. Da kann eine modernere digitale Version bequem Abhilfe schaffen.
Bei den Discs und Modulen ist man auf die Haltbarkeit des Mediums angewiesen. Das SNES & N64 Module noch laufen ist ein gutes Zeichen, aber wie lange ihre Lebenszeit sein wird, muss sich erst noch zeigen. Eine Haltbarkeit von 30 Jahren kann ich bei älteren Spiele-CDs am PC und 25 Jahren bei Modulen für Konsole selbst bestätigen, was ich als Zwischenfazit schon mal sehr zufriedenstellend finde.
Bei digitalen Medien gibt es so ein Ablaufdatum per se nicht. Theoretisch könnte ein und dasselbe Spiel ewig auf jeder nachfolgenden Konsolengeneration verfügbar gemacht werden. Im eigenen Konsolen-Ökosystem geht es wohl am einfachsten, aber auch da muss der jeweilige Mutterkonzern Mühen investieren. Da gibt es bei allen drei Big Playern sicherlich enormen Nachholbedarf, denn viele Titel sitzen auf älteren Konsolen fest und weder eine digitale Neuveröffentlichung noch ein Remaster/Remake stehen am Himmel. Wohl aus wirtschaftlichen Gründen, was ich natürlich auch nachvollziehen kann. Das digitale Medium hat also definitiv viel Potenzial, doch es wird noch nicht ausgenutzt und Präservation ist meist nur ein Nebenprodukt von lukrativen Zweit- oder Drittreleases.
In Zukunft kann und muss sich also das digitale Medium noch weiter entwickeln, um den Anforderungen der Käufer*innen künftig besser gerecht zu werden. Ich hätte es schön gefunden, wenn sich beide Vertriebswege auf künftig gegenseitig ergänzen - schließlich haben sie auch unterschiedliche Käuferschichten bedient - aber die Flagge weht ab jetzt wohl nur noch auf Halbmast.
Ich habe jüngst erfahren welchen Vorteil es hat, dass Spiele physisch vollständig auf CD/DVD erschienen sind. Auf Twitch habe ich jemanden Die Sims Lebensgeschichten spielen sehen. Damals habe ich SpinOfs der Reihe übersprungen, weil ich mich damals auf dem GameCube gefragt hatte wozu Die Sims oder Die Sims brechen aus, wenn ich am PC meine Lebenssimulation habe? Mit Mods. Mit allen Erweiterungen. Mit den kostenlosen Tools und Inhalten, die die Entwickler nachgeschoben haben, weil sie schlicht ihr eigenes PRodukt respektieren konnten und den Kunden damit besser binden konnten ohne fragwürdige Methoden. Ich vermute damals haben Westwood und die Entwickler von SSX SkinPacks für Die Sims im GetCoolStuf Programm kostenlos angeboten. Ich habe es schlicht als kostenlosen Inhalt für mein Lieblingsspiel gesehen womit ich noch mehr Dinge machen konnte. Und sei es nur das ArtStudio gewesen, das mir erlaubte ein paar eigene Bilder im Spiel zu haben und damit selber die Auswahl im Spiel vergrößern konnte. Oder die neuen Fliesen in Jade für Bäder und Küchen, die unteranderem der SuperDeluxe beilagen und nun auch heruntergeladen werden können.
Jedenfalls fand ich das Spiel Die Sims Lebensgeschichten nun doch so interessant, dass ich prompt via Gebrauchtmarkt die Spiele, alle drei Die Sims Lebensgeschichten, Die Sims Tiergeschichten und Die Sims Inselgeschichten, meiner PC Sammlung hinzugefügt habe. Und das Irre ist, der "Kopierschutz" der DVDs wird von Windoof nicht grundlos blockiert und verweigert. DVD rein installieren, spielen. Dank des Gebrauchtmarktes, denn digital sind die Spiele auch nicht verfügbar, nicht im deutschsprachigem Raum.
Das galt auch LAAANGE Zeit für Die Sims und Die Sims 2. Irgendwie gab es in Deutschland keinen Drittverwerter (GreenPeper, SoftwarePyramide, Ubisoft...) , der die Spiele in der Complete Collection physisch veröffentlichen wollte. Und EA Germany ist sowieso schon laaange ein Saftladen der nur aus FIFA besteht. Für Die Sims 2 Ikea HOME Accessoirs gilt das leider noch heute, zum Glück habe ich das AccessoirsPack in physischer Version. Und ich habe noch Zugriff auf Die Sims 2 Ultimate Collection via EAapp, die EA verschenkt hatte.
Zum 10 Jubliäum erschien die Erweiterung Die Sims 3 Traumkarrieren in einem echt beeindruckenden HartcoverBuch mit dickem Schuber. Nichts davon können digitale Wege ersetzen. Und die versprochene Einsparung dadurch landet auch nicht beim Kunden.