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Analyst sieht Nintendo weiter auf eigenem Kurs: Physische Spiele sollen bleiben

Mit der Ankündigung von Sony, ab 2028 keine neuen PlayStation-Spiele mehr auf Disc zu veröffentlichen, fragen sich viele, ob Nintendo denselben Weg einschlagen könnte. Ein Branchenanalyst hält das jedoch für äußerst unwahrscheinlich – und verweist auf die besondere Strategie des Unternehmens.

„Nintendo wird Nintendo bleiben“

Gegenüber VGC erklärt Mat Piscatella, Senior Director und Branchenberater bei Circana: „Mein Bauchgefühl sagt mir, dass Nintendo das tut, was Nintendo tun will. Ich glaube nicht, dass sie ihre Pläne ändern werden, nur weil Sony oder Microsoft irgendetwas tun. Nintendo wird immer Nintendo bleiben, im Guten wie im Schlechten.“

Nintendo sei schon immer dafür bekannt gewesen, eigene Wege zu gehen – unabhängig davon, welche Entscheidungen die Konkurrenz trifft. Als Beispiele werden hier oft unter anderem das Festhalten an Modulen beim Nintendo 64 oder der Verzicht auf einen DVD-Player beim GameCube genannt.

Physische Spiele bleiben für Nintendo wichtig

Ein weiterer Grund spricht laut Piscatella gegen einen ähnlichen Schritt wie bei PlayStation: Nintendo verkauft nach wie vor einen großen Teil seiner Spiele als physische Versionen. Laut dem aktuellen Geschäftsbericht entfielen im Geschäftsjahr 2026 54,6 Prozent der Verkäufe auf digitale Versionen. Damit liegt der Anteil physischer Spiele mit knapp 45 Prozent weiterhin deutlich höher als bei den Mitbewerbern, z. B. bei Sony.

Zwar seien physische Versionen für Nintendo vergleichsweise teuer in der Herstellung. Statt sie komplett aufzugeben, setzt das Unternehmen jedoch auf andere Maßnahmen. Dazu gehören unter anderem höhere Preise für physische First-Party-Spiele sowie die Einführung der Game-Key-Cards auf Nintendo Switch 2. Diese enthalten zwar nicht das vollständige Spiel auf der Karte, sind für viele Fans aber dennoch das geringere Übel im Vergleich zu einer Verpackung, die lediglich einen Download-Code enthält.

Ob Nintendo langfristig ebenfalls vollständig auf digitale Veröffentlichungen umsteigt, bleibt offen. Aktuell spricht jedoch vieles dafür, dass das Unternehmen seiner bisherigen Strategie treu bleibt – und physische Spiele auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen werden.

via GamesRadar, The Gamer, Bildmaterial: Nintendo

11 Kommentare

  1. Endlich erklärt mir jemand, was "GKC" sind. :D:D

    Danke Leute. Jetzt muss ich nicht mehr glauben, dass das "Game Kit Controller", "Greater Kansas City" oder "God's Kingdom Church" heißt.

    Nintendo hätte jetzt echt Sony trollen und das "how to lend your games to a friend"-Video zur Vorstellung der PS4 einfach reproduzieren sollen.

  2. Die Switch 2 ist neu – mindestens diese Konsolengeneration, die uns sicherlich noch 6-8 Jahre begleiten wird), sind wir sicher.

  3. Endlich erklärt mir jemand, was "GKC" sind. :D :D

    Danke Leute. Jetzt muss ich nicht mehr glauben, dass das "Game Kit Controller", "Greater Kansas City" oder "God's Kingdom Church" heißt.

    Nintendo hätte jetzt echt Sony trollen und das "how to lend your games to a friend"-Video zur Vorstellung der PS4 einfach reproduzieren sollen.


    Abkürzungen sind ja auch mein persönlicher Albtraum ^^

    Zum anderen: Ja, Nintendo wird sich natürlich zurückhalten, so etwas zu tun wenn rund 80% des Switch 2 Sortiments im Laden (Achtung, nur ne vermutlich übertriebene Schätzung) Game-Key Cards sind. Eine Erfindung von Nintendo, die mit Kusshand von den Third Party Partnern entgegengenommen wurde und zu 100% den Publishern, nicht aber den Konsumenten, zugute kommt. Und mit Pokopia hat man sogar ja einen First Party Titel als GKC in seinen Reihen.

    Man hörte zuletzt halt immer wieder mal, dass den Thirds nun mehrere Speichergrößen zur Verfügung stehen sollen. Das sei ein Prozess, der wohl längere Zeit in Anspruch nimmt. Und auch dann ist das für die Publisher nur ein optionales Angebot. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass große Publisher wie Square Enix, Capcom und teilweise SEGA da ein großes Umdenken haben werden. Zumal die Spiele für Switch 2 auch beachtliche Größen erreicht haben. Da Spiele für Switch und Switch 2 noch direkt vom Modul gelesen werden, ist es somit auch nicht möglich, dass du mal zwei Datenträger hast wie eben bei Final Fantasy VII Remake und Rebirth, Red Dead Redemption 2 und The Last of Us 2. Glaube, die limitierte Retail-Version von Baldur's Gate 3 hatte sogar 3 Discs auf PlayStation.

    Die GKC's scheinen sich ja auch für einige zu rentieren. Wieso also davon weg? Es ist, auch wenn so viel Boykott angekündigt wurde, am Ende doch nur die berühmte Minderheit, die sich gegen so etwas auflehnt. Insofern, ja, Nintendo macht eben wie immer Nintendo Sachen, aber ich sehe sie hier sicherlich nicht als Trendsetter für die Bewahrung von Retail-Spielen. Dafür müsste einfach deutlich mehr kommen.

  4. Eigentlich ist es Rille ob GKC oder Code in a Box

    Das sehe ich anders: Klar, wenn es um die Präservierung von Videospielen geht ist es dasselbe Dilemma. Aber: GKCs schließen den Einzelhandel nicht aus (denn let's face it: Code in the Box war im Einzelhandel schon immer unbeliebte Ramschware), sie erlauben einen Gebrauchtmarkt und das bedeutet auch, dass wir sie als Konsumenten wieder verkaufen können. Wir haben also in gewisser Weise zumindest das Recht, die erworbene Lizenz weiterzuverkaufen. Das ist schon deutlich mehr als ein Code in the Box.

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