Paukenschlag in der Fighting-Game-Szene: Im Dezember hatte Tekken-Legende Katsuhiro Harada bekannt gegeben, dass er sowohl Bandai Namco als auch Tekken verlassen würde. Jetzt ist Harada quasi bei der Konkurrenz gelandet.
Die SNK Corporation (Fatal Fury, Samurai Shodown, The King of Fighters) hat bekannt gegeben, dass man ein neues Studio unter der Leitung von Katsuhiro Harada gegründet hat. VS Studio SNK Co., Ltd. ist eine Tochtergesellschaft von SNK und hat zum 1. Mai 2026 die Büros in Tokyo eröffnet.
Harada freut sich in einem Statement über die Gründung von „VS Studio“ und ruft „Jenseits der Tradition, bis zur Perfektion gefertigt“ als Studio-Vision aus. „Wir werden Technologie, Sensibilität und erstklassiges Fachwissen vereinen, um das Ultimative zu erreichen“, so Harada.
„In einer freien, offenen und großzügigen Umgebung werden wir neue Ideen entwickeln und unvergessliche Spiele schaffen. Wir haben dieses Studio gegründet, um diese Vision zum Leben zu erwecken“, freut sich die ehemalige Tekken-Legende.
Die perfekte Umgebung?
Und weiter: „Da ich seit vielen Jahren in der Spieleentwicklung tätig bin, habe ich mir immer wieder überlegt, wie ich meine Zeit als Entwickler verbringen möchte und in welcher Umgebung Entwickler ihre beste Leistung erbringen können. VS Studio ist eine Antwort auf diese Frage.“
Yasuyuki Oda von SNK ist von Stolz erfüllt. „Ich bin sehr stolz darauf, Herrn Katsuhiro Harada, der seit langem ein Freund und würdiger Rivale von uns ist, in unserer Gruppe willkommen zu heißen. Wir haben schon lange über die Möglichkeit einer Zusammenarbeit gesprochen, und nun ist dieser Traum Wirklichkeit geworden. Um ehrlich zu sein, steht noch nichts fest, aber ich habe keinen Zweifel daran, dass es noch spannender werden wird als je zuvor. Wir freuen uns auf Ihre weitere Unterstützung für SNK und VS Studio.“
Video Message:
Bildmaterial: VS Studio

Wenn die Saudis ihre Öldose weit genug öffnen, könnten sie vermutlich auch über Nacht Sega und Square Enix in einer Shoppingtour kaufen. Das positive im Gegensatz zu der traurigen Geschichte rund um NetEase ist halt, die Scheichs halten schon erstaunlich lange an ihren Japan-Investments fest und reden relativ wenig in die Geschicke rein. Bei SNK müssten die meisten Anteilseigner mittlerweile Scheichs sein und wenn man eine Legende wie Harada verpflichten kann, lockt man so einen Namen am besten mit einem eigenem Studio. Bin gespannt, was da entstehen wird und hoffe, Harada gelingt nochmal ein großer Wurf bei SNK. Bei Bandai Namco und mit Tekken fühlte er sich schon lange nicht mehr wohl. Ich hätte eher gedacht, er beendet seine Karriere. Auch, wenn er mit 55 Jahren noch nicht so alt ist, um komplett aufzuhören. Aber sicherlich die letzte Gelegenheit, so etwas nochmal zu starten.
Wobei das daran liegen dürfte, dass das Geld bei denen so locker sitzt wie sonst nirgendwo. Deren Vermögen wird ja irgendwo in den Billionen geschätzt (also wirklich die deutsche Billion, was im englischen "Trillion" wäre). Teure Entwicklungskosten, die in den letzten Jahren Schlagzeilen gemacht haben, wären ein sehr kleiner Bruchteil ihres Wohlstandes. Dann sei mal denen auch geglaubt, dass sie wirklich glühende Fans der Spiele seien und du hast hier in der Theorie den besten Sponsor, den du dir nur wünschten könntest.
Mit einer neuen Firma hätte ich bei Harada jetzt auch nicht gerechnet, die Stimmung ging ja eher in Richtung Ruhestand. Der Wortlaut ja wirklich "ich habe nur noch Kraft für ein weiteren Tekken". Da schwebt die Implikation in der Luft mit, dass bei Bandai Namco die Lage schwierig aussieht. Es ist jetzt nicht ungehört, dass Entwickler mit Rang und Namen renommierte Studios verlassen, aber man spürt am anderen Ende als Kunde auch, wie holprig die Lage ist. Viele IP's liegen brach, werden gar fehlbehandelt und kriegen nicht mal geistige Nachfolger. Neue IP's lassen sich selten blicken und sind danach auch jahrelang still. Projekte wie Scarlet Nexus wirken mittlerweile wie Spenden. Bei allen anderen japanischen Firmen, wo man glasklar sehen kann wo sie sich befinden (Capcom mit einem riesen Output, Konami mit einem riesen Comeback, Square in einer großen Umstrukturierung nach dem ihr Output gnadenlos untergangen ist, und Sega die gut ihre IP's zu pflegen wissen), fragt man sich bei Bandai Namco mehr denn je, was sie in den letzten Jahren überhaupt treiben. Wo bleiben da bei denen die Spiele?
Wie es mit Tekken aussieht sei mal beiseite gestellt. Kompetitive Spiele haben nun mal ihre Höhen und Tiefen, da will ich jetzt von der aktuellen Lage nicht herleiten, was Harada zum Rücktritt verleitet hat. Auf ein Ruhestand hat er auch deutlich vor der Veröffentlichung von Tekken 8 gedeutet. Aber es wäre mal echt schön von ihm ein Projekt zu sehen, dass nichts mit Fighting Games zu tun hat. Firmenname, SNK und die Saudi's lassen da aber nicht viel Freiraum für Hoffnungen. Fighting Games sind in Arabien, in den Emiraten und in Südasien äußerst beliebt. Das Geld wird da eher für die Genreliebe vergeben als einem Entwickler den Traum von Selbstständigkeit zu verwirklichen. Hoffen wir mal, das aus ihm hier eher ein Koji Igarashi als ein Hajime Tabata wird.
Hatte das auf Social Media schon gesehen gehabt und war doch überrascht. Aber ich freue mich natürlich für Harada, solange er noch Spaß an der Arbeit hat. Und nun sitzt er mit Oda auch noch in der gleichen Firmengruppe. Irgendwie passend.
Mal schauen, was dabei so rumkommt.
Dürfte auf jeden Fall ein Fighting Game werden... nach dem Namen zu urteilen könnte es auch ein X vs SNK Game werden oder eine Reihe dieser Art, wer weiß? Vielleicht Tekken VS SNK?
Das klingt stark danach, dass er bei Bandai Namco zuletzt eher Management- und Executive-Aufgaben hatte statt direkter Game-Development-Arbeit. Genau das vermuten auch viele Leute aus der Fighting-Game-Community.
Er selbst hatte in den letzten Jahren öfter angedeutet, dass große Publisher-Strukturen Entwickler irgendwann mehr in Bürokratie als in kreative Arbeit drücken als damals mehr freie Hand hatte.
Harada machte in Interviews und auf Social Media immer wieder spitze Kommentare über "Executives ohne Entwickler-Erfahrung“ oder so.
Rund um Tekken 8 gab es Diskussionen über Monetarisierung, DLCs (wie Tifa nicht machen konnte, was er auch gewünscht hätte) und Live-Service-Entscheidungen.
Einige Fans erinnern sich daran, dass Harada vor Release scherzhaft/frustriert über internes Management sprach. Aber verstritten um dem Bandai Namco waren die nie und SNK könnte seine Erlösung sein, wie hier berichtet wurde, wünsche dem alles gute für ihm!