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Haifischbecken Mobile-Gaming: Nicht die Kosten sind das Problem, sondern die Sichtbarkeit

Der Markt für Mobile-Games bleibt nach Umsatz das größte Segment der Spielebranche. Dennoch ist es für neue Studios zunehmend schwierig geworden, in diesem Bereich Fuß zu fassen. Steigende Kosten, Erwartungen an Live-Service und allgemein höhere Produktionskosten machen den Einstieg schwer.

Da hilft es offenbar auch wenig, dass sowohl Google als auch Apple Gebühren für ihre digitalen Stores zum Teil deutlich senken. Dazu waren die Einstiegshürden noch nie so niedrig. Unreal Engine 4 und Unreal Engine 5 sowie die Unity Engine haben die Smartphones im Blick und dank KI-Tools ist die Entwicklung und Veröffentlichung eines simplen Spiels so einfach wie nie.

Teure Werbung und starke Konkurrenz

Die Sichtbarkeit ist und bleibt jedoch das größte Problem für neue Spiele auf dem Markt. Eine echte Mobile-Games-Presse existiert nicht, Influencer oder Content Creator seien oft eher klein und wenig verlässlich – so Christopher Kassulke, CEO von HandyGames. Deshalb steigt das Marketingbudget für F2P-Titel rasant an. Die gezielte Werbung für eine Zielgruppe und die damit verbundene Spieler-Akquise wird schwieriger und teurer. Dazu kommen aktuell steigende Serverkosten für die Infrastruktur rund um die Welt.

Der Hypercasual- und F2P-dominierte Markt ist ein Haifischbecken – oder wie man in der Branche sagt: Ein blutroter Ozean, in dem oft geschicktes Marketing entscheidet. Klassische, größere Spiele sind auf Mobile wenig attraktiv, denn der Markt ändert sich rapide.

Der PC- und Konsolenmarkt ist da etwas genügsamer, bringt aber eigene Herausforderungen mit sich. Eine aktuelle Strategie vieler kleinerer Unternehmen ist es deshalb, die Spiele auf allen Plattformen zu veröffentlichen. Denn seit Corona und Spielen wie Genshin Impact erwarten auch viele Mobile-Gamer eine deutlich höhere Qualität, als es bis dahin üblich war.

Feedback bei PC- und Konsolenspielen besser

Am PC und Konsolen gibt es nach wie vor eine echte Online-Community abseits von Social Media. Die aktuellen Marktführer im Mobile-Bereich haben bis zum Launch ihres Spiels in mehreren geschlossenen und offenen Beta-Versionen bereits Hunderte bis Tausende von A/B-Tests durchgeführt, um ihre Spiele zu optimieren und nutzen Programme mit KI, um ihre Nutzerbasis zu optimieren, vorherzusagen und zu managen.

Die aktuellen Marktführer im Mobile-Bereich verfügen über Tools, die ihnen in nahezu allen Bereichen einen Vorteil verschaffen – das sagt zumindest Tanja Loktionova, Gründerin von Values Value. Das reiche von der Kreativproduktion über A/B-Testing und Live-Operations bis hin zu Prognosen.

Trotz hoher Wachstumsraten im Mobile-Markt ist ein Erfolg deshalb deutlich schwieriger geworden. Auch das Gewinnen von Risikokapital wird in einer Branche, die in den letzten Jahren stark zu kämpfen hatte, immer schwieriger. Der Großteil des Geldes landet bei wenigen – häufig chinesischen – Firmen, wie man auch an unserer Gacha Revenue Liste sieht.

Publisher oder private Investoren?

Die Multi-Millionen-Budgets aktueller Mobile-Spiele machen auch die Finanzierung zur Herausforderung. Wie Stuart De Ville erklärt, Director bei Fribbly Games, möchten Entwickler gerne selbst publishen, um die kreative Freiheit zu erhalten. Doch Investoren wollen eine oft internationale Publishing-Strategie hinter dem Spiel sehen, was zusätzliche, monatelange Arbeit bedeutet.

Viele binden sich deshalb an einen bekannten Publisher, doch auch dort ist die Konkurrenz hart – ohne bekannten Namen oder herausragendes Spielkonzept geht wenig. Stattdessen werden die Spiele beim Publisher selbst oft monatelang intern bewertet, währenddessen das Spiel nicht effektiv weiterentwickelt werden kann, trotz laufender Kosten. Ein Publisher kann am Ende jedoch sehr nützlich sein mit seiner funktionierenden Marketingstrategie und Analysetools, um das Spiel besser auf die Zielgruppe zuzuschneiden und Gameplay-Loops zu perfektionieren.

Immer mehr Indie-Entwickler gehen deshalb die klassische Route: PC-Indie oder Konsolen-Indie. Aber auch Spiele-Ökosysteme wie Roblox oder Fortnite können für kleinere Spielkonzepte sehr interessant sein.

Allerdings bedeutet das nicht, dass Entwickler Mobile zugunsten von PC oder Konsole aufgeben. Mobile bleibt nach wie vor das größte Segment der globalen Spielumsätze und generierte 2025 rund 103 Mrd. US-Dollar im Vergleich zu 39,9 Mrd. US-Dollar für PC und 45,9 Mrd. US-Dollar für Konsolen, laut Newzoo.

Die Zeit, in der man sich primär auf die romantische Vorstellung verlassen konnte, dass sich ein gutes Spiel gut verkauft, sind vorbei. Aktuell werden zunehmend Studios belohnt, die strategisch und nicht romantisch an die Entwicklung herangehen.

via Pocket Gamer, Bildmaterial: Genshin Impact, miHoYo

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