Gestern ist Mongil: Star Dive erschienen. Das Spiel gibt es aktuell für PCs (via Launcher und Epic Games Store) sowie für iOS und Android zum Download. Das koreanische Unternehmen Netmarble steht bei diesem Titel unter besonderer Beobachtung.
Insbesondere Investoren sehen das Spiel als einen „Härtetest“ für die koreanische Branche. Der neue Titel soll die Frage beantworten, ob ein hochwertiges Gacha-RPG aus Korea noch mit der Konkurrenz aus China mithalten kann. Die ersten Reaktionen von Fans sind vielversprechend.
Positive Fan-Reaktionen
Die ersten Fan-Reaktionen auf das Spiel sind überwiegend positiv, was auch daran liegt, dass es vieles anders macht als chinesische Gacha-RPGs. Da wäre zunächst einmal die World, die deutlich stärker segmentiert ist. Statt in einer großen, offenen Welt gibt es optimierte Spielabschnitte, die linearer sind als vergleichbare Vertreter des Genres.
Das hilft vor allem bei der Story: Sie ist erfrischend präzise erzählt, die Charaktere schweifen nicht in endlose Dialoge mit vielen Spezialworten ab, welche in der Fantasy-Welt eine besondere Bedeutung haben. Auf Reddit meint der User Photeaa etwa, dass die Gespräche leicht und humorvoll sind und dadurch oft an klassische Anime erinnern, insbesondere mit den zahlreichen Cutscenes.
Auch Automatic_Clothes_56 liebt den Humor, der durch das tolle Voice-Acting verstärkt wird – das Spiel nähme sich teilweise selbst nicht ernst. Besonders hervorzuheben ist hier Nyanners, der katzenähnliche Monsterbegleiter mit besonderen Fähigkeiten. Seine Gefräßigkeit sorgt immer wieder für witzige Momente.
Kritik in der B-Note
Wie bereits am Fehlen einer Konsolenversion zu sehen ist, hat Mongil: Star Dive kein riesiges Budget wie andere Vertreter des Genres. Dafür ist es ein solider A-Tier-Titel, der das, was er sein möchte, auch gut umzusetzen scheint. Gelobt werden die geringen Ladezeiten, der Fanservice und das faire Gacha-System, das jedoch etwas geizig ist zu F2P-SpielerInnen.
Kritik gibt es vor allem an der Benutzeroberfläche und den Netmarble-typischen Pop-Ups, die zum Kaufen der diversen Pay-to-Win-Pakete animieren sollen. Hier wird sich zeigen, ob das Spiel auch langfristig seine Fans begeistern kann. Das Gameplay ist Standard-Kost, nur das Fehlen eines Springen-Knopfes wird bemängelt.
Notfallpatch wegen koreanischer Verschwörungstheorie
Kurios ist der Notfallpatch wenige Stunden nach Erscheinen des Spiels. In Korea gab es erneut Unmut wegen einer Verschwörungstheorie, die besagt, dass eine gewisse Fingergeste eine bewusste Handlung ist, „um Misandrie durch symbolische Handgesten zu verbreiten und zu fördern, und dass radikale Feministinnen diese versteckten Botschaften verbreitet haben, um Männer mit kleinem Penis zu demütigen“ – Zitat Wikipedia.
Diese Geste wurde umgehend aus dem Spiel entfernt. Vor einiger Zeit war auch „Stellar Blade“-Entwickler Shift Up wegen dieser Geste ins Visier geraten. In einem älteren Beitrag führen wir die Hintergründe dieser Geste näher aus. Zurück zu den Inhalten.
Grafik-Enthusiasten begeistert – von einem Mobile-Game?
Obwohl das Spiel grafisch eher durchschnittlich abschneidet, sind Grafik-Enthusiasten dennoch begeistert. Grund dafür sind die vielen Optionen bei der Kantenglättung. Viele andere Titel mit der Unreal Engine 5 erzwingen Temporales Anti-Aliasing, was das Bild weichzeichnet und zu Schliereneffekten führt, dafür aber auch aufwändige Grafikeffekte performant ermöglicht.
Durch den simpleren Grafikstil von Mongil: Star Dive ist das nicht nötig. Es bietet eine Vielzahl von Kantenglättungsoptionen an, ohne, dass die Bildqualität stark leidet. Ebenso gibt es experimentelles Ray-Tracing, das besonders die Schattenwürfe realistischer gestaltet.
Der Launchtrailer:
Gameplay Trailer:
Bildmaterial: MONGIL: STAR DIVE, Netmarble, Netmarble Monster

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