Es deutet sich schon seit Monaten an und es gab auch schon erste Opfer: Die chinesischen Großinvestoren von NetEase und Tencent drehen einen Geldhahn nach dem anderen zu. Leidtragende sind unter anderem viele japanische Persönlichkeiten, die mit diesen Finanzierungen neue Spiele oder gar neue Studios angestoßen haben.
Prominentes Beispiel in unseren Gefilden: Ouka Studios, die Macher von Visions of Mana. Das Studio ist schon lange dicht. Jetzt muss ein weiteres Studio um seine Existenz bangen, das wir eigentlich inzwischen in Sicherheit gewähnt hatten: Nagoshi Studio.
Mehrere Jahre (!) hatten wir nichts von dem Spiel erfahren, an dem Yakuza-Schöpfer Toshihiro Nagoshi mit seinem NetEase-finanzierten Studio arbeitet. Man musste fürchten, dass NetEase das Studio dichtmacht, bevor wir das Spiel kennenlernen. Dann jedoch wurde im Dezember bei The Game Awards 2025 endlich Gang of Dragon angekündigt.
Nagoshi kann sich freikaufen
Die Geduld von NetEase ist dennoch aufgebraucht. Wie Bloomberg berichtet, will NetEase die Finanzierung einstellen. Mitarbeitenden von Nagoshi Studio sei die Entscheidung am Freitag übermittelt worden. NetEase-Vertreter haben gegenüber Bloomberg auf Anfrage bestätigt, dass ab Mai die Lichter ausgehen sollen.
Wie Bloomberg weiter berichtet, sei die Entscheidung gefallen, nachdem zuletzt festgestellt wurde, dass die Fertigstellung zusätzliche Mittel in Höhe von mindestens 7 Milliarden Yen (etwa 44,4 Millionen US-Dollar) verschlingen würde.
Nagoshi würde derzeit versuchen, neue Investoren zu finden, um auf eigene Faust weiterzumachen. NetEase sei bereit, die Vermögenswerte und Marken ziehen zu lassen, wenn sich das Studio „freikaufen“ könne. Zu den Ausstiegsbedingungen nannte NetEase auf Anfrage natürlich keine Details.
Bildmaterial: Gang of Dragon, Nagoshi Studio

Schade um das Spiel, der Trailer hatte direkt Lust auf mehr gemacht, aber seien wir lieber mal pessimistisch, das sich Nagoshi nicht freikaufen kann, die Marke bei Netease verbleibt und alles im Tencent Sumpf versickert. Passiert wenn man einen Handel mit dem Teufel begeht.
Ziemlich ärgerliche Nachricht ich hatte mich echt auf das Spiel gefreut, da ich zu 2 Yakuza artigen Spielereihen niemals nein sagen würde, vor allem wenn die eine mehr in Richtung rpg und skuril geht und die andere mehr in Richtung ernst (so sah es zumindest beim trailer aus).
Ich denke aber das diese nichts mehr wird. 44 Millionen nach der langen Entwicklungszeit ist einfach extrem viel. Was für Budget hatte das Spiel denn 200 Millionen oder was? So eine große Masse spricht diese art von Spiel jetzt auch nicht an das man so ein großes Budget rechtfertigen könne, da kann man Netease ja schon fast verstehen (aber nur fast, meiner Meinung nach war es dennoch deren schuld das sie Nagoshi nicht vorher beim Budet gebremst haben). Wenn es jetzt "nur" die 44 Millionen wären dann würde ich mir sogar noch ein bisschen Hoffnung machen aber da man das Studio auch noch freikaufen muss, sehe ich da ziemlich schwarz.
Echt schade, ich habe die Befürchtung das es passieren könnte das Nagoshi sich in die Reihe von großen Japanischen Entwicklern ein die außerhalb ihrer Hauptreihe nicht wirklich was mehr zustande gebracht haben kommt.
Das war ja leider zu befürchten... Ich hatte gehofft, dass Gang of Dragon zumindest weit genug fortgeschritten wäre, damits den Sprung zum Release schafft. Aber, wenn es stimmt, dass das noch solch hohe Millionen Beträge verschlingen würde, scheints noch zu weit entfernt vom Release zu sein.
Und da es ja schon vor geraumer Zeit hieß, dass NetEase die ganzen Projekte dazu drängt ihre Spiele schnellstmöglich fertigzustellen, da keine weiteren Finanzmittel zur Verfügung gestellt werden, weshalb ich auch glaube, dass das der Grund ist, warum wir dieses Jahr noch ein zweites Suda Spiel bekommen, kommt das so natürlich wenig überraschend.
Auch wenns dennoch furchtbar schade ist.
Zum Glück ist man bei NetEase wenigstens dazu bereit sie mit der Marke weiterziehen zu lassen, wenn man eine Möglichkeit zum freikaufen findet. Ich hoffe wirklich, dass sich da was finden lässt. Die Zeit bis Mai ist natürlich extrem knapp bemessen um wen zu finden. Ich will gar nicht wissen, was die Entwickler nun fürn Stress haben.
Es wäre irgendwie super lustig, wenn Sega, hier einfach in die Presche springen würde
Nagoshi ist bekannt und beliebt. Aber wenn es für Nagoshi so einfach gewesen wäre, das Budget aufzubringen, das er sich wünscht, dann wäre er nicht nach China gegangen. Hoffnung begründet lediglich, dass das Projekt (nach Jahren) hoffentlich auch schon einen gewissen Stand hat und vor allem, dass es bei den TGA gerade prominent platziert und zu guten Reaktionen angekündigt wurde. Na mal sehen ... bitter.
Was NetEase hier veranstaltet hat, also bekannte Persönlichkeiten aus der japanischen Gaming-Industrie abzuwerben, ihnen fürstliche Gehälter, kreative Freiheiten und, nicht zu vergessen, eigene Studios zu schenken, sucht seinesgleichen. Ich bin mir sehr sicher, viele der nun betroffenen werden sich jetzt regelrecht in den Hintern beißen, auf die Lippen und sich vermutlich Morgens nach dem aufstehen so fühlen, als hätten sie vor dem zu Bett gehen 5 ausgepresste Zitronen getrunken.
Und das genaue Ausmaß kennt man ja noch gar nicht. Das Capcom und Resident Evil Urgestein Hiruyuki Kobayashi ist der Offerte vom chinesischen Angebot auch nachgegangen und auch dem sein neues Studio kündigte ein Spiel an, was sich vermutlich unlängst nicht mehr in der Entwicklung befindet.
Was viele vielleicht auch nicht wissen weil das Spiel nun erhältlich ist, auch Romeo is a Dead Man war davon betroffen, nachdem NetEase den Geldhahn zugedreht hat. NetEase hat vor einigen Jahren ja große Teil von Grasshopper übernommen, meines Wissens haben sie die aber nicht komplett geschluckt, sondern einfach Geld da reingesteckt. Somit musste der Release nun auch ohne geplante Boni gerushed werden und man konnte zahlreichen Content für das Spiel schon gar nicht mehr umsetzen, weil die Finanzierung halt aufgebraucht war.
NetEase wird es vermutlich nicht jucken. Wir reden hier wie bei Tencent von einem Multimilliarden Dollar schweren Konglomerat, die in den nächsten Jahren vermutlich nur noch mächtiger und größer werden. Man sah den japanischen Markt als die Chance, im Videospielsegment Kohle zu scheffeln. Bis man dann ungeduldig wurde und gemerkt hat, dass der heimische Markt zu ähnlichen, vielleicht größeren Dingen fähig ist. Also hat man von Heute auf Morgen alle Zelte abgebaut, Geldhähne zugedreht und hinterlässt nichts weiter als Staub und Asche.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Projekt wirklich noch zu retten isz bzw. sein komplettes Studio. Wenn er viel Glück haben sollte, nimmt sich irgendein koreanischer Publisher wie Krafton dem Projekt an. Aber die sind mittlerweile auch nicht mehr so verschwenderisch wie einst und haben aus einigen Misserfolgen gelernt beim Geld verbrennen.
Am Ende wollen diese Mega-Konzerne immer ihr Return of Investment.
Für Gang of Dragon würde es mir echt leid tun. Für mich ist das Projekt eine Rückkehr zu dem, was das Yakuza-Franchise einst groß gemacht hat. Aktuell strauchelt das RGG-Franchise und es fehlt mir da auch ne klare Richtung. Ich würde mir wünschen, Gang of Dragon erscheint noch, aber mit dem Wegfall des größten Geldgeber sehe ich da wenig Chancen. Und wenn es erscheint dann vermutlich auch längst nicht mehr so ambitioniert, wie man es geplant hat.
Eine riesige Verschwendung an Talent und Potential.
Vielleicht ne Erwähnung wert: NetEase und Tencent sind zwei unterschiedliche Firmen. Aber da kann man auch gut wieder dieses "Corporate-Meme" bringen. They're the same picture^^