Die europäische Altersfreigabenstelle PEGI kündigte letzte Woche an, vier neue Kategorien in seine Bewertungskriterien aufzunehmen. Als Folge davon werden viele neue Spiele höhere Alterseinstufungen erhalten.
Ziel ist es, die Risiken besser zu berücksichtigen, die Systeme wie kostenpflichtige Zufallsinhalte und Lootboxen in den Gaming-Bereich eingeführt haben. Damit zieht die PEGI in manchen Punkten mit der deutschen USK gleich, in anderen Punkten wertet sie deutlich strenger. Möglicherweise ist die aktuelle Anpassung die größte Änderung, die das PEGI-System jemals erfahren hat.
Die US-Altersfreigabenstelle ESRB möchte dem Beispiel der PEGI jedoch nicht folgen. Kostenpflichtige Zufallsinhalte werden bei der Festlegung der Altersfreigabe auch in nächster Zukunft nicht berücksichtigt. Gegenüber The Game Business erklärte das ESRB, den PEGI-Ansatz zu übernehmen könne „verwirrend“ für Eltern sein.
ESRB: Hinweissymbole wichtiger als höhere Einstufung
Aktuell informiert das ESRB separat über solche Elemente mit zusätzlichen Hinweissymbolen und glaubt, dass der Wegfall dieser Symbole den Verlust wichtiger Informationen bedeuten würde. „Die Forschung des ESRB zeigt, dass Eltern ausdrücklich auf Funktionen wie Online-Kommunikation und die Möglichkeit, echtes Geld für In-Game-Käufe auszugeben, hingewiesen werden möchten“, sagte ein Sprecher.
Und weiter: „Aber es könnte verwirrend sein, wenn nicht inhaltliche Features die Alterseinstufung beeinflussen. Daher gibt es derzeit keine Pläne, Faktoren außerhalb des Inhalts und Kontexts eines Spiels in die Bewertung einfließen zu lassen.“
Eine „schwierige Aufgabe“
PEGI-Generaldirektor Dirk Bosmans sagt dazu: „Uns ist bewusst, welche Bedenken das ESRB hat. Wenn wir diese Informationen integrieren, verlieren Eltern dann Details? Man möchte sie sowohl über den Inhalt als auch über den Kontext informieren. Aber wenn man beides in einer Altersbewertung zusammenführt, besteht das Risiko, dass man nicht mehr alle Details vermitteln kann wie zuvor. Das ist eine schwierige Aufgabe.“
Die Änderungen bei PEGI treten im Juni in Kraft – erst dann werden Spiele nach den neuen Kriterien bewertet. Im Fokus steht dabei natürlich EA Sports FC, dessen nächste Ausgabe möglicherweise von einer PEGI-3- auf eine PEGI-16-Einstufung steigen könnte.
Ein ähnliches Schicksal wie Animal Crossing bei der USK könnte auch Pokémon Pokopia erwarten. Laut The Game Business ist es ein Paradebeispiel für die neue PEGI-Kategorie „Play by Appointment“, was eine Alterseinstufung „ab 7“ nach sich ziehen würde. Denn laufende Live-Service-Spiele werden nach dem PEGI-System neu bewertet, während das deutsche USK-System nur auf Hinweis tätig wird.
Diese Änderungen, so Bosmans weiter, seien nur ein Anfang. „Wir müssen uns Zeit nehmen, die richtigen Parameter zu finden“, sagte er, „weil wir vier neue Kategorien eingeführt haben. (…) Wir können nicht fortlaufend unseren gesamten Backkatalog überprüfen. Aber wir verfolgen das Vorhandensein von In-Game-Käufen und kostenpflichtigen Zufallsinhalten schon seit sieben Jahren.“
via Eurogamer, Bildmaterial „Lootboxen“: Free-Photos auf Pixabay

Ja, am Ende des Tages tun Eltern halt schon gut daran sich ein wenig darüber zu informieren was die Kinder spielen/schauen.
Aus der Zeit wo ich öfter in nem kleinen Laden mit An- und Verkauf von Games ausgeholfen habe muss ich leider (zumindest die Kunden, mit denen ich dort zu tun hatte betreffend) das Resümee ziehen, dass es zu viele Eltern gibt, die sich null dafür interessieren was ihre Kids so spielen. Die haben sich die Hüllen der Games nicht mal angeschaut, sodass wurscht gewesen wäre, ob nun Symbole oder Hinweise drauf sind.