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Anderer Nutzer, neuer Preis: PlayStation Store testet offenbar dynamische Preise für Spiele

Eigentlich kennt man es vor allem von Hotel- oder Flugbuchungen: Der Preis eines Angebots kann je nach Nutzer unterschiedlich ausfallen. Genau ein solches Modell scheint nun auch im PlayStation Store getestet zu werden.

Berichten zufolge experimentiert Sony aktuell mit sogenanntem „Dynamic Pricing“. Dabei kann der Preis eines Produkts je nach Nutzer variieren – etwa abhängig von Kaufverhalten, Region oder anderen Faktoren. Beobachtet wurden diese Tests in zahlreichen Regionen weltweit.

Tests mit vielen Spielen

Entdeckt wurden die Experimente von der Preis-Tracking-Seite PS Prices, die ungewöhnliche Daten in der API des PlayStation Stores analysiert hat. Demnach wurden 139 verschiedene Spiele in insgesamt 68 Regionen Teil eines A/B-Tests. Die USA und Japan sollen nicht zu diesen Regionen gehören. In Europa sollen hingegen viele Regionen betroffen sein, darunter eventuell auch Deutschland.

Die Preisunterschiede lagen laut Analyse zwischen 5,3 Prozent und 17,9 Prozent. Interessant: In den bisher beobachteten Fällen handelte es sich ausschließlich um Preisreduzierungen, nicht um höhere Preise.
Auch große Titel sollen Teil der Tests gewesen sein, darunter God of War Ragnarök und The Last of Us Part II.

Personalisierte Rabatte statt klassischer Sales?

Neben unterschiedlichen Grundpreisen testet Sony offenbar auch personalisierte Rabatte. Ein Beispiel: Beim Koop-Shooter Helldivers 2 sahen einige Nutzer einen Rabatt von 25 Prozent, während andere 56 Prozent Preisnachlass angezeigt bekamen. Bisher hat sich Sony zu diesen Punkten nicht geäußert.

Solche Modelle sind in anderen Branchen längst üblich. Die Idee dahinter: Wer vielleicht sonst nichts kaufen würde, lässt sich durch einen individuell günstigeren Preis eher überzeugen.

Trotzdem sorgt das Thema bei vielen SpielerInnen für Skepsis. Zwar führten die bisherigen Tests nur zu niedrigeren Preisen, doch einige befürchten, dass solche Systeme künftig auch genutzt werden könnten, um bestimmten Nutzern höhere Preise anzuzeigen.

Erst vor kurzem führte der PlayStation Store zudem ein weiteres Feature ein: Nutzer können nun sehen, wie hoch der Startpreis eines Spiels war. Was ist eure Meinung zum Thema „Dynamic Pricing”?

via Polygon, Bildmaterial: Sony PlayStation

11 Kommentare

  1. Es ist genau wie beim film/Serien Markt, die Publisher brauchen sich gar nicht ärgern wenn immer mehr den illegalen weg gehen wenn sie die Kunden wie dreck behandeln.

    Ich geb dir recht, dass diese Praxis von Sony absolut kontraproduktiv wäre. Spiele gebraucht zu kaufen langt allerdings auch schon, wenn man nicht mehr direkt unterstützen will; muss nicht unbedingt illegal gezogen werden. Bei Key-Webseiten stell ich mal ein Fragezeichen dahinter, weil die Dinger zwar funktionieren, aber wie die Verkäufer an die Keys rangekommen sind und wer dann von der Bezahlung profitiert dürfte in einer dicken Grauzone verborgen sein.

    Sony sollte allerdings schon klar sein: Der Nutzen durch ein paar Spieleverkäufe mehr dürfte wesentlich geringer sein als den Verlust durch von solcher Preispolitik verprellte Kund*innen.

    Solche Modelle sind in anderen Branchen längst üblich. Die Idee dahinter: Wer vielleicht sonst nichts kaufen würde, lässt sich durch einen individuell günstigeren Preis eher überzeugen.

    Mal eine Frage an Ludwig: Welche anderen Branchen sind davon betroffen? Könntest du Beispiele nennen?

  2. Welche anderen Branchen sind davon betroffen? Könntest du Beispiele nennen?

    Klar. Hier ein paar Beispiele:

    • Reise- und Transportbranche (Flüge, Hotels, Bahn etc.)
    • Event- und Unterhaltungsindustrie (Konzerte, Sport etc.)
    • Energie & Versorgungswirtschaft (Stromtarife etc.)

    das sind natürlich nur ein paar Beispiele … gibt wahrscheinlich noch viele mehr. ;)

  3. Deswegen immer mein Appell, physische Spiele zu kaufen wo es nur geht. :)

    Ich stell mir nun auch vor, wie Sony die Preise auch anpasst, ob du ein Laufwerk hast oder nicht.

    zB Spiel im Handel gerade 29,99€ … Also Kunde mit Laufwerk bekommt 29,99€ angezeigt. Der digital-only Kunde aber 39,99€ ätschibätsch.

  4. Da sieht man einfach mal wieder, wie sehr Xbox schon gar keine Rolle mehr spielt, denn bei denen gibt es das seit einer ganzen Weile schon^^ Und ich habe damit 0 Probleme.

    Dort sind es die "Nur für Sie" Angebote. Das sind ganz klar Angebote, die komplett auf meine Interessen zugeschnitten sind. Letztes mal wollte man mir die Deluxe Edition von Dragon Age TV für 15 Euro unterjubeln. Oftmals habe ich das angebotene Spiel schon, darauf scheint deren Algorithmus nicht zu achten. Yakuza Kiwami 2 wollte man mir letztens schenken, hatte ich schon.

    Dafür habe ich ein personalisiertes Angebot der neuen Version von Red Dead Redemption erhalten, 0 Euro. Da habe ich natürlich zugegriffen.

    Auch wenn die Angebote bisher in den meisten Fällen irrelevant für mich waren, so finde ich die Idee dahinter nicht schlecht. Dass das bisher noch nicht wirklich berauschend umgesetzt wurde und auch noch in einer Testphase bei Sony steckt, hat eben seine Gründe. Alle wird man wie immer eh nicht glücklich machen können. Aber wenn man das System dahinter etwas ausklügelt, vielleicht wird es dadurch attraktiver.

    Erst vor kurzem führte der PlayStation Store zudem ein weiteres Feature ein: Nutzer können nun sehen, wie hoch der Startpreis eines Spiels war. Was ist eure Meinung zum Thema „Dynamic Pricing”?


    Das ist halt auch nicht wirklich neu und meines Wissens steht doch da schon seit Ewigkeiten auch im PS Store auf der Produktseite eines Spiels, wie sich der Preis innerhalb der letzten 30 Tage entwickelt hat.

    Ich sehe diese Doom-Szenarien jetzt hier noch nicht, dass klassische Sales dadurch auf einmal abgeschafft werden oder manche User automatisch personalisierte höhere Preise angezeigt bekommen :/ Es ist erstmal neu, also wird es erst einmal verteufelt^^ Aber wenn man da besser justiert und auch wirklich Titel und Preise auf die Interessen der Nutzer zuschneidet, sehe ich das erstmal nicht als Nachteil für irgendwas. Wie schon erwähnt, diese Methoden sind jetzt nicht neu und ich habe es eben bisher noch nicht erlebt, dass mir auf Xbox zum Beispiel keine normalen Sales mehr angezeigt werden oder ich für irgendwas mehr bezahlen soll, wenn mich ein spezieller Titel interessiert. Es sind einfach nur Empfehlungen und man kann einen Titel vergünstigt bekommen. Ärgerlich ist es dann eher, wenn bei der Partnerin dann ein günstiger Preis auf ihrem Gerät angezeigt wird und ich bei meinem Account in die Röhre gucke. Das würde ich dann aber maximal als Shit Happens verbuchen^^

  5. Welche anderen Branchen sind davon betroffen? Könntest du Beispiele nennen?

    Das ist doch auch genau das Gleiche, was schon so Einige bis "viele" Jahre mit Produkten des täglichen Bedarfs, über Smartphone-Apps in Supermärkten und Discountern des Lebensmitteleinzelhandels praktiziert wird.
    Und ich hab da bisher noch Nie mitbekommen, dass da jemand plötzlich Tatsächlich mal Mehr, als den "Standardpreis" oder eben den aktuellen "Werbe-Rabatt-Preis" des jeweiligen Unternehmens angezeigt bekam.

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