Atlus gehört seit Jahrzehnten zu den prägenden Namen im JRPG-Bereich. Reihen wie Persona, das dieses Jahr sein 30-jähriges Jubiläum feiert, oder das noch junge, aber viel beachtete Metaphor: ReFantazio stehen sinnbildlich für einen sehr eigenen Stil – erzählerisch stark, stilistisch markant und oft klar an ein Kernpublikum gerichtet. Doch genau hier scheint Atlus nun einen Schritt weiterdenken zu wollen.
JRPGs weiterdenken, ohne sich selbst zu verlieren
In einem Interview mit Game Informer (aus dem Push Square zitiert) macht Persona- und Metaphor-Director Katsura Hashino deutlich, dass man sich intern sehr bewusst mit der eigenen Zukunft auseinandersetzt. Dabei geht es weniger darum, ein bestimmtes Genre zu bedienen, sondern vielmehr um die Frage: „Wie wir unser JRPG weiterentwickeln können.“
Hashino spricht davon, dass Atlus an einem Punkt angekommen sei, an dem man die eigenen Spiele „auf das nächste Level“ heben wolle – ohne dabei die eigenen Stärken aus den Augen zu verlieren. So betont er ausdrücklich: „Natürlich wollen wir unsere Stärken beibehalten, sei es unsere Erzählweise oder Elemente, die uns zu JRPGs machen.“
Zugänglichkeit als Stichwort
Spannend wird es dort, wo Hashino das Thema Zugänglichkeit anspricht. In sich wandelnden Zeiten sehe man die Notwendigkeit, Formate zu überdenken und Spiele zu schaffen, die breiter spielbar sind – also wohl nicht nur für eingefleischte JRPG-Fans, sondern für ein breiteres Publikum.
Wörtlich sagt er: „Angesichts dieser sich wandelnden Zeiten sehen wir die Notwendigkeit, unser Format zu aktualisieren und Spiele zu entwickeln, die nicht nur im Bereich der JRPGs, sondern auch für ein breiteres Publikum leichter zugänglich sind.“
Das dürfte innerhalb der Fanbasis durchaus Diskussionen auslösen. Gleichzeitig klingt es weniger nach einem radikalen Bruch, sondern eher nach einer behutsamen Öffnung. Atlus will sich offenbar weiterentwickeln, ohne seine Identität zu verlieren. Wie genau das aussieht – und ob ein zukünftiges Persona oder eine andere Marke diesen Kurs einschlägt, bleibt abzuwarten. Klar ist aber: Stillstand scheint für Atlus keine Option zu sein.
Was ist eure Meinung zu diesem Thema? Wie „einsteigerfreundlich“ sind die Spiele von Atlus für euch? Und sollte sich daran in Zukunft etwas ändern oder hat sich das vielleicht schon geändert?
via Push Square, Bildmaterial: Metaphor: ReFantazio, Atlus, Studio Zero

Mag sein. Ich hab' allerdings die Erfahrung gemacht, dass "Authentizität" und "Businessplan" keine allzu enge Freundschaft verbindet.
"Breit zugänglich" sind Spiele meines Erachtens vor allem dann, wenn sie gut lokalisiert, auf möglichst vielen Plattformen reibungslos spielbar, unkompliziert zu erwerben und bereits zum Release ohne nennenswerte Patches genießbar sind - all das hat wenig mit der inhaltlichen Ausrichtung zu tun.
Also offenbar geht es ja eher darum Themen und Gefühle in den Vordergrund zu stellen und nicht komplizierte Spielmechaniken.
Da kann man natürlich immer noch Sorgenfalten haben, aber ich persönlich würde ihm da sogar zustimmen. JRPGs neigen dazu teils unsinnige Mechaniken anzuhäufen und den Spieler damit zuzuscheissen.
Mechaniken sind natürlich auch wichtig, aber zumindest mir sind Story & Charaktere wichtiger.
Ich fand z.B.in Ni no Kuni 2 sowohl Aufbaupart als auch RTS Part unnötig. RTS hätte ich rausgelassen und Aufbaubart mind mal aufs minimum eingedampft. Zumal man beide nicht ignorieren kann.
Und ich hasse es wenn mir die Tales Spiele boch nach 50 Stunden Texttafeln mit Kamofmechaniken füttern wollen.
Am Ende des Tages spielt man ja auch immer noch ein Spiel und die Story und Charaktere müssen eigentlich genau so wichtig sein wie die Spielmechaniken.
Ich gehe mit das JRPGs (gerade früher) teils skurille, komplizierte und unnötige Spielmechaniken hatten. Diese können gerne ausgeglättet werden. Allerdings sind wir die schon lange los wie ich finde.
Persona 5 nochmal als Beispiel war (bis auf seine Spielzeit) nicht wirklich aufgebläht mit wilden Ideen wo man sich den Kopf gekratzt hat.
Ich könnte echt nicht sagen wo man das Spiel noch hätte massentauglicher machen können ohne groß in die Kernmechaniken von Persona einzugreifen.
Von so "kleinen" Sachen wie mal endlich nen sprechenden Protagonisten einzubauen wird er mit Sicherheit nicht gemeint haben.
Von daher macht die Aussage einen schon echt wuschig. Vielleicht wird da auch zu viel reininterpretiert aber Sorgen bereitet einen das schon.
Aber ja, bleibt uns eh nichts anderes übrig als abzuwarten und zu sehen was für grandiose Ideen Atlus hat für Formate zu ändern und sich breiter aufzustellen.
Spielmechaniken sind nicht unwichtig, aber JRPGs verennen sich da auch gerne mal völlig. Oft kann man sie aber auch ignorieren, dann bin ich zumindest mal cool damit.
Persona ist jetzt für mich aber auch kein Beispiel wo man sich da total verrannt hat.
Und auch da wird es sicherlich immer mehrere Meinungen geben. Wichtig ist halt, dass die Macher auch wissen was den Kern der Reihe ausmacht. Wir werden es erst wissen, wenn wir Persona 7 gespielt haben. So in 10 Jahren.
Ich hoffe irgendjemand vomn uns denkt dann daran, diesen Thread nochmal hervorzukramen
Ich sehe da jetzt keine großen Veränderungen der Hauptreihen auf zu zu kommen. Das klingt für mich eher das man mehr verschiedene Spin Offs machen möchte. Etwas was wir schon mit Persona 5 Strikers, Tactica, den Musikspielen und den Mobilgames gesehen haben. Sich breiter aufstellen könnte auch bedeuten das man seine Spiele auf neuen Plattformen unterbringen möchte, wie Netflix oder Amazon und was es da noch an Streaminganbietern gibt.
Die Persona Reihe an sich ist zwar eher Konservativ hatte aber jetzt in den 5 Teilen die sie hervorbrachte zwei größere Brüche gehabt, hauptsächlich im Gameplaybereich. Das war der Sprung nach Teil 2 zu Teil 3. Das Kalendersystem wurde eingefügt, das Tarotsystem und die Zufallsdungeons. Den nächsten Bruch durften wir dann schon mit Teil 5 erleben, wo man wieder auf feste Dungeons wie in Teil 1 und 2 zurückgegriffen hat.