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Nintendo vorsichtig: Das neue „Tomodachi Life“ schränkt das Teilen von Inhalten extrem ein

Bei der gestrigen monotheistischen Nintendo Direct gab es endlich einen genaueren Blick auf Tomodachi Life: Wo Träume wahr werden. Fast ein wenig unter dem Radar liefen dabei jedoch Informationen zu Einschränkungen beim Teilen von Bildern – ein Thema, das gerade bei einem so sozialen Spiel schnell für Diskussionen sorgt.

Interessant ist dabei: Die Einschränkungen scheinen nicht primär dem Spoiler-Schutz zu dienen. Bei anderen Titeln – etwa Dragon Quest VII Reimagined – ist ein solches Vorgehen vielleicht noch irgendwie naheliegend, um Story-Inhalte oder späte Spielabschnitte zu schützen.

Bei Tomodachi Life greift diese Erklärung allerdings kaum. Das Spiel lebt nicht von klassischen Storytwists, sondern von emergenten, oft völlig absurden Situationen, die sich aus den Miis und ihren Beziehungen ergeben.

Was genau wird eingeschränkt?

Nintendo bleibt im westlichen Support-Text eher vage, auf der japanischen Website (maschinell übersetzt von Nintendo Life) wird es jedoch etwas konkreter: Kein direktes Posten von Screenshots aus dem Spiel auf Social Media, kein automatischer Transfer von Bildern auf Smartphones, kein automatischer Upload über die Switch-App bei der Switch 2.

GameChat-Funktionen sowie Streams über Twitch oder YouTube bleiben davon unberührt. Screenshots lassen sich zwar wahrscheinlich weiterhin anfertigen, müssen aber umständlich per SD-Karte weitergegeben werden.

Nintendos Begründung

Laut Nintendo könne die große kreative Freiheit von Tomodachi Life zu Spielmomenten führen, die aus dem Kontext gerissen missverstanden werden. Um sicherzustellen, dass das Spiel „für alle spaßig und sicher bleibt“, habe man sich zu diesen Einschränkungen entschieden – auch wenn sich manche SpielerInnen dadurch eingeschränkt fühlen könnten.

Ganz unbegründet ist diese Vorsicht nicht. Mit Swapnote (bei uns hieß er Nintendo Briefkasten) hatte Nintendo bereits 2013 negative Erfahrungen gemacht, als eine eigentlich harmlose Sharing-Funktion für problematische Inhalte missbraucht wurde. Gerade Tomodachi Life erlaubt es, reale Personen oder Fantasiefiguren sehr frei darzustellen und ihnen buchstäblich alles in den Mund zu legen – inklusive „Sprachausgabe“.

Hat eine eigene Geschichte …

Die Reihe bringt zudem ihre eigene Geschichte mit. Das originale Tomodachi Life auf dem 3DS stand 2014 wegen fehlender gleichgeschlechtlicher Beziehungen in der Kritik, was zur bekannten #Miiquality-Kampagne führte. Nintendo entschuldigte sich damals und versprach mehr Inklusion – ein Versprechen, das jetzt auch eingelöst wurde.

Vor diesem Hintergrund erscheint der aktuelle Schritt besonders vorsichtig, vielleicht sogar übervorsichtig. Ob die Einschränkungen nachvollziehbar sind, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Spoiler-Schutz kann jedenfalls hier kaum als Argument herhalten. Was ist eure Meinung zu dem Thema?

via Nintendo Life, Bildmaterial: Tomodachi Life: Wo Träume wahr werden, Nintendo

1 Kommentar

  1. Es mag zwar an sich bescheuert sein, aber irgendwo war es auch zu erwarten. Wenn man schon gegen die eine Insel in Animal Crossing vorging, wird man nen Teufel tun und bei Tomodachi Life irgendein Risiko eingehen. Da ist ja wirklich alles möglich, allein schon dank des Zeichnen Tools. Ich bin ziemlich sicher, dass dort definitiv Welten erschaffen werden, wo man das Einschränken tatsächlich auch nachvollziehen kann. Auch wenn ich sowas persönlich generell immer bescheuert finde, weil das alles so oder so nur fiktiv ist und niemandem Schaden entsteht. Aber gut... Menschen schaffen es selbst heutzutage nicht den Unterschied zwischen Fiktion und Realität immer so ganz zu verstehen... xD

    Allerdings scheinen die Einschränkungen nicht mal so wild zu sein. Sehe grad, dass es anscheinend ja wirklich bei Screenshots nur ums direkte posten geht. Sprich, die Screenshot Funktion selber ist nachwievor vorhanden. Dann geht das ja eh easy, dass man die Switch einfach an den PC anstöpselt und die Screenshots rüberzieht. Für mich würde sich demnach überhaupt nix ändern und dann kann man immer noch alles posten xD Also so wirklich eine Wirkung werden die Maßnahmen jetzt nicht haben, wenn man nun genauer drüber nachdenkt. Aber wahrscheinlich will Nintendo sich einfach weiter distanzieren von was auch immer so gepostet wird 😅

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