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KI-Vorwurf im Rahmen der „My Mario“-Produkte: Nintendo dementiert auf der Stelle

Kein Tag ohne KI-Aufreger. Jetzt im Fokus: Nintendo. In dieser Woche hatte Nintendo angekündigt, dass die „My Mario“-Produktreihe auch im Westen erscheinen würde. In Amerika wurde die Ankündigung von einigen putzigen Familienfotos begleitet, die Nintendo unter anderem bei Facebook veröffentlichte.

Sie gerieten in den Fokus der KI-Jäger. Der Beitrag zeigt ein Foto von einer jungen Frau, die auf ihrem Schoß ein Baby hat, das sich offensichtlich sehr über das „My Mario“-Plüsch von Super Mario freut. Das Problem ist der linke Daumen der Frau, der etwas unnatürlich verkrümmt aussieht.

Dass generative KI vor allem mit Fingern Probleme hat, ist kein Geheimnis. Unter dem Beitrag erheben Fans unzählige KI-Vorwürfe, und auch Medien sprangen schnell bei. „Entweder ist ihr Daumen gebrochen und sie lächelt trotz der Schmerzen, oder das Bild wurde mit generativer KI erstellt. Ich tippe auf Letzteres“, schreibt zum Beispiel The Gamer.

Schnell meldete sich bei Instagram eines der Models aus dem Shooting (Brittoni O’myah Sinclair) und versicherte, „das ist keine KI, Leute“. Der Beitrag bei Facebook ist nach wie vor einsehbar und bleibt es aller Voraussicht nach auch. Denn es hat nicht lange gedauert, bis Nintendo dementierte.

In Statements gegenüber Nintendo Life (dort hat man die Fotos mit unterschiedlichen Ergebnissen auch durch die KI-Erkennung gejagt) und Go Nintendo, habe Nintendo verlautet, „dass KI in keinem der Werbebilder von My Mario verwendet wurde.“ Die Websites haben das Originalstatement nicht veröffentlicht.

Bildmaterial: Nintendo

4 Kommentare

  1. Aus dem Grund sollten meiner Meinung noch die Länder so langsam an ein Gesetz arbeiten wo es Pflicht ist anzugeben ob und wofür Ki benutzt wurde. Somit würde man viele dieser nervigen Unsicherheiten aus dem Weg räumen.

  2. Dann wird jeder mäßige Künstler als KI Hexe auf dem Scheiterhaufen verbrannt 😆


    Ich mein prinzipiell ist es ja durchaus nicht verkehrt, dass KI auch kritisiert wird. Derzeit haben wir halt viele Extreme. Ich bin sicher es wird sich beruhigen aber es wird dauern.

  3. Eigentlich scheint mir die Situation hier relativ klar.

    Nintendo hat einen echten Photoshoot mit bezahlten Models gemacht. Dafür spricht, dass sich die Frauen gemeldet haben.

    Gelogen hat das Nintendo-Marketing jedoch trotzdem, weil definitiv KI beim Compositing zum Einsatz kam – bei der Zusammenstellung des finalen Bildes aus unterschiedlichen Fotos, die aus unterschiedlichen Blickwinkeln aufgenommen wurden.

    Das wäre dann ein ganz besonders tragischer Fall von KI-Schlamm, weil Nintendo ja die Knete für die Models und den Fotografen und das Set durchaus auf den Tisch gelegt hat, die KI dann am Ende aber trotzdem die Fotos ruiniert hat.

    In der Perspektive der gesamten Hand hat der Daumen hier eine maximale perspektivische Verkürzung. Das kapiert die KI nicht (und ich sehe auch nicht, wie man ihr das je beibringen könnte). Also hat sie den Daumen aus einer anderen Fotografie desselben Shoots ergänzt.

    Ich gehe davon aus, dass es jetzt einen Grafikdesigner mehr gibt, der sich auf dem japanischen Arbeitsmarkt neu umschauen muss.

    Und wenn KI dann perfekt ist? Man nicht mehr unterscheiden kann?

    Dazu kommt es nicht. Die KI "lernt" ja nicht. Sie profitiert von einem extrem großen Datenpool, auf den sie Zugriff hat. Ist dieser Datenpool jedoch durch KI-Bilder vergiftet, liefert die KI stetig größeren Müll zurück. Wir sehen daher aktuell eine Rückentwicklung der KI, wenn diese mit Daten aus dem Internet gefüttert wird.

    Die enormen Leistungen, die aktuelle generative KI bei der Bilderstellung vollbringen kann, wenn sie mit handverlesenen, menschengemachten Datensätzen gefüttert wird, sehen wir als normalsterbliche Netznutzer gar nicht. Wir sehen nur den KI-Schlamm, mit dem im Internet ehrliche Arbeit weggeschwemmt wird. Da wirst du in den nächsten fünf Jahren vermutlich auch eine deutliche Abnahme der Qualität miterleben. Die KI hat sich um unser tägliches Leben geschlungen und spült in die Industrien. Sie braucht keine Werbung mehr. Wer keine zigtausend Euro für die Technologie abdrückt, wird halt am laufenden Band mit blödsinnigen Antworten, Kulleraugenfiguren und deplatzierten Gliedmaßen abgefrühstückt.

    Für die Erstellung "perfekter" Bilder benötigt die KI einen nahezu unendlich großen Pool menschengemachter Fotografien, in dem sie die dargestellten Objekte in allen möglichen Situationen und Perspektiven zur Verfügung hat. Einen solchen Pool wird es nie geben. Die Luftzufuhr zum KI-Hirn bleibt stark begrenzt.

    Gottseidank.

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