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Clair Obscur werden zwei Awards aberkannt und Sandfall gibt Statement zur KI-Nutzung

Nach der Debatte um „Baldur’s Gate 3“-Studio Larian geriet auch Clair Obscur: Expedition 33 ins „KI-Visier“ – der Vorwurf: KI-generierte Texturen. Dazu diente ein mehrere Monate alter Artikel von El Pais als vermeintliches Eingeständnis.

Am Wochenende haben die Indie Game Awards die Konsequenz aus dieser Debatte gezogen und Clair Obscur: Expedition 33* die erteilten Auszeichnungen wieder aberkannt. Veranstalter Six One Indie teilte mit, man habe eine strenge Haltung gegenüber der Verwendung generativer KI und als das Spiel zur Prüfung eingereicht wurde, hätten Vertreter von Sandfall versichert, dass bei der Entwicklung keine generative KI zum Einsatz gekommen sei.

Die neuen Entwicklungen haben nun zur Disqualifikation geführt. Nach der Disqualifikation von Clair Obscur: Expedition 33 rücken die nächstplatzierten Spiele nach. Das bedeutet, den Award für das beste „Debut Game“ erhält Sorry We’re Closed und der „Game of the Year“-Award geht Blue Prince* – einen beeindruckend cleveren Genre-Mix.

Update, 22. Dezember 2024: Zu Blue Prince wiederum gab es gleich nach dieser Verkündung auch KI-Gerüchte, die Publisher RawFury aber im Keim erstickte. „Für alle, die eine Bestätigung brauchen: In Blue Prince kam keine KI zum Einsatz. […] Es ist das Ergebnis von acht Jahren Entwicklungsarbeit, angetrieben von Fantasie und Kreativität, und wir sind sehr stolz auf das, was Tonda erreicht hat“, heißt es.

Weiter mit dem Originalartikel: Darüber hinaus gibt es auch von Sandfall Interactive ein Statement, nämlich in Form eines Updates des „El Pais“-Artikels, der erst zur Debatte führte. Darin räumt man ein, dass man KI-generierte Platzhaltertexturen verwendet hat, die innerhalb von fünf Tagen durch die korrekten Texturen ersetzt wurden.

Nachfolgend reichen wir euch beide Statements im Original, um Auslegungs- und Interpretationsspielräume bei der Übersetzung auszuschließen. Das Statement von Sandfall Interactive im „El Pais“-Artikel:

Following the publication of this article, Sandfall Interactive wishes to provide the following clarifications. The studio states that it was in contact with El País on April 25 – three months prior to this publication. During these exchanges, Sandfall Interactive indicated that it had used a limited number of pre-existing assets, notably 3D assets sourced from the Unreal Engine Marketplace. None of these assets were created using artificial intelligence.

Sandfall Interactive further clarifies that there are no generative Al-created assets in the game. When the first Al tools became available in 2022, some members of the team briefly experimented with them to generate temporary placeholder textures. Upon release, instances of a placeholder texture were removed within 5 days to be replaced with the correct textures that had always been intended for release, but were missed during the Quality Assurance process.

Sandfall Interactive räumt hier also mehr oder weniger konkret ein, dass während der Entwicklung des Spiels, also in der Produktionsphase, generative KI eingesetzt wurde und deren Ergebnisse es auch ins Spiel „geschafft“ haben.

Und das widerspricht, ganz nüchtern, den Regularien der Indie Game Awards. Auch, wenn Clair Obscur die Inhalte herausgepatcht habe und das Spiel „wunderbar“ sei, so die Veranstalter. Das Originalstatement von Six One Indie zur Aberkennung der Awards für Clair Obscur: Expedition 33:

The Indie Game Awards have a hard stance on the use of gen AI throughout the nomination process and during the ceremony itself. When it was submitted for consideration, a representative of Sandfall Interactive agreed that no gen AI was used in the development of Clair Obscur: Expedition 33. In light of Sandfall Interactive confirming the use of gen AI art in production on the day of the Indie Game Awards 2025 premiere, this does disqualify Clair Obscur: Expedition 33 from its nomination.

While the assets in question were patched out and it is a wonderful game, it does go against the regulations we have in place. As a result, the IGAs nomination committee has agreed to officially retract both the Debut Game and Game of the Year awards.

Bildmaterial: Clair Obscur: Expedition 33, Bandai Namco, Kepler Interactive, Sandfall Interactive

27 Kommentare

  1. Was meinst du mit ausschließen? Wer wird ausgeschlossen?

    Da komm ich jetzt irgendwie nicht mit, welche Menschengruppe schließt das Spiel aus?

    Geht wohl darum, dass Sandfall z.B. keine Leute anderen Ethnien eingestellt hat. Ein paar Bewerber, die nicht angenommen wurden, hatten sich im Internet darüber beschwert. Da kommt es natürlich rüber, dass sie wohl... freundlich ausgedrückt... sehr konservativ sind.

    So nach Motto:

    "Die haben mich nicht genommen, weil ich schwarz bin."

    oder...

    "Mich als engagierten Frischling verschmähten sie."

    Angeblich! Ist alles nur Hören/Sagen.

    Für mich persönlich kommt das aber eher rüber, als ob Sandfall einfach nicht das Budget erübrigen konnte eine Quote zu erfüllen, sondern gezielt auf Leistung etc gehen mussten. Und natürlich ist es Zufall (oder könnte halt so sein), dass z.B. andere Ethnien oder auch gar Leute, die frisch ihr Studium abgeschlossen hatten, die wohl auch keine genügende (kreative) Leistung erbringen konnten, nicht in den Mitarbeiter-Pool kamen.

  2. Sry für den halben Off Topic Post aber habt ihr schon mitbekommen das Sony mit KI Live deine Spielsessions zensieren will?

    Hab mich jetzt noch nicht sehr tief in das Thema reingelesen aber vielleicht sollten wir da lauter werden als bei so ner "Nothingburger" KI Nutzung für Platzhalter Texturen. :/

  3. Geht wohl darum, dass Sandfall z.B. keine Leute anderen Ethnien eingestellt hat.


    Gabs zwischendurch auch. Aber speziell CrimsonCloudKaori beschwert sich die ganze Zeit darüber, dass ihm/ihr das Spiel zu schwer ist, weil er/sie mit der Parry/Dodge Mechanik nicht klarkommt und das Spiel deswegen zu wenig Accessibility habe. Ich weiß nicht, ob er/sie in irgendeiner Form körperlich eingeschränkt ist, aber in diese Richtung gehen seine/ihre Andeutungen.

    Im übrigen hat die Autorin von Sandfall ganz eindeutig asiatische Wurzeln, wie das in bestimmten Gebieten von Australien (wo sie ursprünglich herkommt) auch üblich ist.


    Sry für den halben Off Topic Post aber habt ihr schon mitbekommen das Sony mit KI Live deine Spielsessions zensieren will?


    Ja, aber das interessiert die Leute genauso wenig wie die Square Enix Sache. Auf Indies einzudreschen macht ihnen scheinbar mehr Spaß. ^^

  4. Ich bin da größtenteils bei dir, wenn es um die Kreativität der Endprodukte geht. Aber dann auch nur ausschließlich bei der Kreativität. AI hat aber auch das Potenzial, anstrengende und monotone Arbeitsschritte zu vereinfachen, was man mMn bei der ganzen Thematik nicht ausklammern sollte. Wir reden hier immerhin über ein Medium, dessen Herstellung Crunch bedingungslos fordert und Menschen für Luxusgüter kaputt macht, die am Ende eh nur eine 70er Wertung auf Metacritic kassieren. Mit um die 7 Jahren Entwicklungszeit und inflatierten Produktionskosten, sind wir auch in Dimensionen angekommen, die schwer zu tragen sind und seit Jahren auch Firmen und Einzelschicksale zugrunde gehen lassen. Wenn AI da Abhilfe schaffen kann, hätten wir endlich eine Antwort auf die Misere, die unser Hobby jetzt schon über ein Jahrzehnt plagt und ehrlich gesagt auch komplett ruiniert/komprimiert/oligopolisiert.

    Ich bin da komplett bei dir und sehe auch die ganzen Positiven Auswirkungen die AI haben könnte. Leider bin ich aber schon viel zu pessimistisch geworden und sehe in allen was du beschrieben hast einfach nur CEOs die sich die Hände reiben und Möglichkeiten sehen sehr viel Personal einzusparen und die ganze Arbeit auf ein paar wenige die übrig sind zu verteilen, wodurch am Ende die Entwickler genauso stark belastet sind, genauso wenig bezahlt werden und die Spiele für die Kunden weiterhin teurer werden. Der einzige der daran gewinnen wird wird sind dann die CEOs und Shareholder und deren Taschen.

    Dies dann noch mit den wirklich negativen Punkten von AI zusammen gerechnet, da kann ich einfach nichts Positives an AI mehr finden egal in welchen Bereich.

    Soll dann aber auch nicht heißen, dass wir AI freien Lauf lassen sollten. Ja, die Kreativität des Menschen sollte bewahrt werden, absolut keine Frage. Aber viel wichtiger ist hier, dass Arbeitsplätze nicht weg rationalisiert werden sollten. Das Regularien geschaffen werden sollten, statt eine Technologie zu verteufeln, die wir absolut nicht aus der Welt geschafft kriegen. Oder das Großkonzernen einen Riegel vorgeschoben wird, damit sie für Umsatzwachstum nicht Menschenrechte mit Füßen treten. Wir müssen hier eher den Umgang damit lernen, statt anzufangen wild Firmen zu stigmatisieren, die Gebrauch von einer Technologie machen, die nicht mehr wegzudenken ist.

    Ja, das wäre das Optimalste aber wie eben geschrieben bin ich einfach zu Pessimistisch dafür, da die Leute die die Gesetzte machen und die Leute die diese gesetzte betreffen würden einfach zu nah aneinander sind.

  5. @Prevailer

    Hier ist ein 20 minütiges paraphrisiertes Interview von gestern, wo Broche nochmal auf das KI Thema eingeht (irgendwo ab der Mitte). Und andere interessante Fragen gestellt werden.


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