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Im Test! Final Fantasy VIII Remastered

Titel Final Fantasy VIII Remastered
Japan 03. September 2019
Square Enix
Nordamerika 03. September 2019
Square Enix
Europa 03. September 2019
Square Enix
System PlayStation 4, Xbox One, Nintendo Switch, PC (Steam)
Getestet für PlayStation 4
Entwickler Square Enix
Genres JRPG
Texte
Deutschland Nordamerika Japan
Vertonung

Bildmaterial: Final Fantasy VIII Remastered, Square Enix

Zu unserer Überraschung wurde zur diesjährigen E3 Final Fantasy VIII Remastered angekündigt. Eine überarbeitete Version des 1999 für PlayStation erschienenen Klassikers. Square Enix holt einen weiteren, wenn auch leicht angestaubten, aber sehr beliebten Klassiker ins Leben zurück.

Seit der E3 gab es bereits eine Vielzahl an Spekulationen. Zum einen, dass es eine Sprachausgabe geben soll und zum anderen, dass eine Handelsversion auf den Markt kommt. Beides trifft in diesem Fall aber leider nicht zu. Neben überarbeiteter Grafik und dem aus anderen Remastern bekannten Booster-Modus berichteten wir darüber, dass das Charaktermodell von der G.F. Siren überarbeitet wurde.

Ob das Remaster uns überzeugen kann, erfahrt ihr hier in unserem Test. Getestet haben wir die Version für PlayStation 4. Das Spiel erscheint am 3. September für Nintendo Switch, Xbox One, PlayStation 4 sowie für Steam. Das Spiel wird ausschließlich digital als Download bereitgestellt.

Wiedererweckung eines Klassikers

Den Test würde ich gerne mit einem kleinen Vorwort beginnen. Gerade Neuauflagen alter PlayStation-Klassiker sind sehr umstritten. Ich gehöre noch zu den Menschen, die Final Fantasy VIII auf PlayStation und am Röhren-TV gespielt haben.

Final Fantasy VIII zählte also zu einem der ersten JRPGs, die ich überhaupt spielte. Dementsprechend wirkt das Spiel für mich vielleicht ganz anders als auf jemanden, der es nicht aus dieser Zeit kennt. Die Immersion ist also eine ganz andere. Allein der Soundtrack löst in mir nostalgische Gefühle aus, geschweige denn die epischen Momente, wie die Mission am Strand von Dollet zu Beginn des Spiels.

Zwar kann der Charme und die Begeisterung nicht mit dem ersten Durchgang von vor Jahren mithalten, weil man es nun schlichtweg schon kennt, es kommt dem aber dennoch sehr nahe. Neulinge bzw. jene, die sich nun vielleicht zum ersten Mal an diesen Klassiker wagen, empfinden das vielleicht ganz anders und können das in dieser Tiefe vielleicht auch nicht ganz nachvollziehen.

So geht es mir leider mit verschiedenen alten Titeln auch, die ich nie gespielt habe. Das kann ich vollkommen nachvollziehen. Dennoch freut es mich, hoffentlich auch solche Spieler ansprechen zu können, auch wenn die primäre Zielgruppe vermutlich wohl eher alle die sind, die das Spiel schon in der Originalfassung genießen konnten.

Squall Leonhart meldet sich zum Dienst

Die Geschichte beginnt mit dem Protagonisten namens Squall Leonhart. Er ist als Kadett im Balamb Garden eingeschrieben und steht kurz vor seiner SEED-Prüfung. Der Balamb Garden ist eine Art Universität, aber nicht so eine, wie wir sie kennen, sondern diese bildet die sogenannten SEEDs aus.

SEEDs sind Kämpfer bzw. Söldner, die im Auftrag der Garden agieren. Diese sogenannten Garden nehmen Aufträge aller Art an. Seien es Aufträge von staatlichen Organisation, aber auch von Privatpersonen. Die Schüler absolvieren ihre Prüfung im Alter von 15 bis 19 Jahren. Alle die, die es bis dahin nicht geschafft haben, müssen die Akademie verlassen.

Das Spiel beginnt mit einer cineastischen Anfangssequenz, wo sich Squall und sein Erzrivale Cifer einen erbitterten Übungskampf liefern. Kurz darauf machen wir auch die Bekanntschaft mit Squalls Ausbilderin Quistis. Hier beginnt unsere Geschichte und nimmt ihren Lauf, welche noch viele überraschende Wendungen bereithält.

ATB-Kampfsystem mit „Trigger“-Einlagen

An dieser Stelle sollen nochmal ein paar Zeilen dem Gameplay und dem Kampfsystem gewidmet werden. Für alle, die das Spiel noch nicht kennen oder ihr Gedächtnis nochmal auffrischen möchten. Gekämpft wird in einem rundenbasierten Kampfsystem. Konkret kommt selbstverständlich das ATB-Kampfsystem (Active Time Battle) zum Einsatz, was das Franchise lange begleitete. Auch Zufallskämpfe gehörten zu dieser Zeit noch zum Standard. Besonders wichtig: In Final Fantasy VIII leveln die Gegner mit euch mit. Das heißt, ein zu hohes Level kann hier unvorteilhaft sein, wenn man darauf nicht vorbereitet ist.

Des Weiteren gibt es noch einige Besonderheiten. Jeder Charakter kämpft mit seiner speziellen Waffe. Squall nutzt die berüchtigte Gunblade, was ihm ermöglicht, im Kampf durch das rechtzeitige Drücken der R1-Taste den Trigger auszulösen und somit kritischen Schaden bei den Gegnern zu verursachen. Zauber können nicht erlernt werden, sondern müssen via „Draw“-Befehl aus den Gegner gezogen werden. Diese können gelagert oder direkt gewirkt werden.

Beschwörungen wurden hier G.F. (Guardian Forces) genannt und gehören zum alltäglichen Repertoire eines SEED-Söldners. Neben der Unterstützung im Kampf haben diese aber noch eine weitaus bedeutendere Rolle im Spiel. Dazu nachfolgend mehr. Es wäre kein Final Fantasy, wenn es nicht auch noch Spezial-Techniken gäbe. Diese sind je nach Charakter individuell und erfordern schonmal ein entsprechendes Timing bei der Ausführung. Spezial-Techniken lassen sich nur ausführen, wenn die HP des Charakters im gelben (kritischen) Bereich sind.

Im Remaster gibt es den bekannten Booster-Modus, womit sich die Spielgeschwindigkeit verdreifachen lässt, im Kampf ATB, HP sowie Spezial-Techniken immer gefüllt sind oder Zufallskämpfe sich komplett abschalten lassen. Permanente Verbesserungen, wie unter anderem alle Items, alle Fähigkeiten und maximale Gil, sind ausschließlich der Steam-Version vorbehalten.

Gute „Kopplung“ führt zum Sieg

»Im Remaster gibt es den bekannten Booster-Modus, womit sich unter anderem die Spielgeschwindigkeit verdreifachen lässt.«

Wie im vorherigen Absatz erwähnt, erfüllen die sogenannten G.F. noch einen wichtigen Zweck im Spiel. So ist es möglich, die verschiedenen Beschwörungsmonster an einen Charakter zu koppeln. Dies liefert verschiedene Abilitys und Eigenschaften. Demnach ist es möglich, diverse Werte wie Angriff, Magie, HP uvm. anschließend durch weiteres Koppeln von Zaubern, die ihr gelagert habt, zu verstärken. Im weiteren Verlauf ist es ebenso möglich, Element- und Zustandseigenschaften an den Angriff und die Verteidigung zu koppeln. Dies ist unumgänglich und stellt eine der wichtigsten Funktionen des Spiels dar.

Eine durchdachte Kopplung der Attribute führt zu einem schnelleren Anstieg der Kampfkraft als das einfache Aufleveln der Charakter-Stufe. Abgesehen von der Waffe, die jeder Charakter mit sich trägt, gibt es keine weiteren Ausrüstungsgegenstände. Ein weiteres Feature sind die Wandler-Fähigkeiten der G.F.s. Mit diversen Wandlern ist es möglich, Gegenstände, Karten oder Zauber zu anderen Zaubern und Gegenständen umzuwandeln.

Let‘s Play Triple Triad

Mit dem achten Teil der Serie hat erstmals eine sehr umfangreiche Nebenbeschäftigung ihren Weg in das Spiel gefunden. Ein Kartenspiel, genannt „Triple Triad“. Gespielt wird es, indem man NPCs mit der Viereck-Taste anspricht. Das erste Karten-Set bekommt man gleich zu Anfang gestellt.

Die Karten besitzen an jeder Seite einen Zahlenwert, der zwischen 1 und 9 und dem Buchstaben A variiert, wobei A für den stärksten Wert steht. Grundsätzlich wählt man am Anfang der Runde ein Set aus fünf Karten, diese werden abwechselnd in einem 3×3-Spielfeld gelegt. Treffen zwei Spielkarten aufeinander, gewinnt die mit dem höchsten Wert und wird euch zugeordnet. Ziel ist es, am Ende, wenn alle Felder belegt sind, die meisten Karten für sich beansprucht zu haben. Das klingt erstmal recht simpel. Jedoch steigt der Schwierigkeitsgrad durch diverse Regeln später deutlich an.

Im Spielverlauf trifft man die unterschiedlichsten NPCs mit verschiedenen Karten, darunter auch sehr seltene Karten. Die Karten repräsentieren Monster, Bosse, G.F.s und sogar die Hauptcharaktere im Spiel. Darüber hinaus können Karten auch, mit dem entsprechenden Wandler, in Items verwandelt werden, was dem Spiel noch eine weitere strategische Note hinzufügt. Triple Triad genießt auch noch heute eine große Beliebtheit, sodass auch eine Implementierung des Kartenspiels im Online-MMORPG Final Fantasy XIV ihren Platz gefunden hat.

Solide Überarbeitung mit kleinen Schwächen

Die Texturen wurden überarbeitet, sodass sich das Spiel auch heutzutage auf einem gängigen HD-TV präsentieren kann. Hier stechen besonders die Charaktermodelle hervor, die nun deutlich klarer und unverpixelt wirken. Auch das User Interface sowie Texte sehen deutlich besser aus als im Original.

Wo wir gerade bei den Texten sind, eine inhaltliche Überarbeitung blieb hier wohl aus. Vermehrt stechen einem Wörter wie „daß“ oder „Abschluß“ ins Auge, welche noch der alten deutschen Rechtschreibung geschuldet sind. Hier hat man sich die Mühe wohl gespart, vielleicht wollte man aber das 90er-Feeling gleich mit zurückbringen.

»Die Texturen wurden überarbeitet, sodass sich das Spiel auch heutzutage auf einem gängigen HD-TV präsentieren kann.«

Zu den positiven Aspekten gibt es natürlich auch immer eine Kehrseite. Zu jener Zeit, wie sowohl beim Vorgänger als auch noch beim Nachfolger, wurde mit statisch gerenderten Hintergrundgrafiken gearbeitet. Diese wurden zwar bearbeitet, wirken aber immer noch leicht verwaschen und fügen sich zu den aufpolierten HD-Texturen nicht ganz so gut in das Gesamtbild ein. Auch das Herumwandern auf der Weltkarte ist so eine Sache, hier sieht man dem Spiel das Alter doch deutlich an. Zudem wird das Spiel in einer 4:3-Skalierung dargestellt. Das heißt, an den Seiten und oben sowie unten sind schwarze Balken unvermeidlich.

Um hier den direkten Vergleich zum Remaster von Final Fantasy IX zu ziehen: Zum einen wurde das Spiel gefühlt in einer besseren Auflösung dargestellt, zum anderen hat man die langweiligen toten Flächen, die schwarzen Balken rechts und links, mit farblichen Akzenten kaschiert. Auch wenn es sich hier um kleinere Details handelt, hätte diese Aufwertung sicher auch dem Remaster von Final Fantasy VIII gutgetan. Die cineastischen Zwischensequenzen waren immer ein Highlight des Studios, welche hier erstmals teilweise direkt ins Gameplay übergingen.

Vieles ist technisch möglich, aber gerade bei alten Titeln gibt es Grenzen. Ich bin aber überzeugt, dass versucht wurde, was möglich war. Nicht umsonst wurde zusätzlich der französische Retrospiel-Entwickler DotEmu mit ins Boot geholt. Unter dem Strich bekommen wir eine solide Arbeit präsentiert, womit sich der Titel heutzutage wesentlich angenehmer spielen lässt.

Soundtechnisch wird die gewohnte Meisterleistung des berühmten Nobuo Uematsu geliefert, was dem Spiel einfach so unglaublich viel Atmosphäre und Leben verleiht. Neben den instrumentalen Titeln sorgt die Ballade „Eyes on Me“ für einen deutlichen Wiedererkennungswert. Die Soundqualität wurde im Zuge des Remasters überarbeitet, neu arrangierte Titel gibt es aber nicht.

Fazit

So gerne ich doch eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen würde, geht dies leider nur bedingt. Wie meinem Vorwort bereits zu entnehmen, ist dies sicherlich eine Ansichtssache. Auf der einen Seite bin ich sicherlich auch subjektiv voreingenommen, da Final Fantasy VIII einen Teil meiner JRPG-Karriere geprägt hat. Auf der andere Seite trage ich aber nicht die rosarote Brille und muss auch ein einigermaßen objektives Fazit ziehen.

Die auf HD aufpolierte Grafik und Charaktermodelle sind wunderschön anzusehen. Auch der Soundtrack kann mich immer noch überzeugen. Das Gameplay, gerade die komplexe Magie-Kopplungs-Mechanik, lädt zum Experimentieren ein. Jedoch handelt es sich hier um ein Remaster und nicht um ein Remake.

Wer mit pixeliger Grafik und altbackener 4:3-Optik heute nichts mehr anfangen kann, wird hier wohl keine Freude haben. Wer aber nochmal in Erinnerungen schwelgen möchte, den erwartet eine aufgehübschte Version eines, zumindest im Herzen, zeitlosen Klassikers. Ich hatte sehr viel Spaß daran, Final Fantasy VIII in dieser Form nochmal erleben zu dürfen.

 

Story

Von Anfang bis Ende eine durchdachte und spannende Geschichte. Beginnend mit der Ausbildung des jungen SEED-Kadetten Squall Leonhart und seinen Freunden, nimmt diese doch einige überraschende, aber im Genre nicht untypische Wendungen.

Gameplay

Zu seiner Zeit modernes, rundenbasiertes ATB-Kampfsystem; Komplexe Kopplungs- und „Draw“-Mechanik motiviert und lässt Freiraum zum Experimentieren; Kartenspiel „Triple Triad“ sorgt für Abwechslung.

Grafik

Aufpolierte HD-Grafik sticht besonders bei den Charakter-Modellen hervor; 4:3-Optik; leicht verbesserte Texturen und UI. Gerenderte Hintergrund-Grafiken sind unvorteilhaft. Zwischensequenzen sind trotz ihres Alters immer noch schön anzusehen.

Sound

Verbesserte Soundqualität, aber keine neue arrangierten Stücke. Der Soundtrack des berühmten Nobuo Uematsu kann auch noch nach Jahren überzeugen und fügt sich atmosphärisch in das Spiel ein.

Sonstiges

Jederzeit an- und abschaltbarer Booster-Modus mit dreifacher Geschwindigkeit, Kampfhilfe und abschaltbaren Zufallskämpfen. Diverse permanente Steigerungen und Verbesserungen sind der PC-Version vorbehalten.

38 Kommentare

  1. @VenomSnake

    Für dich nochmal extra: Es vergleicht Steam Original Version mit der Steam Remaster Version. Das hat mit Konsolen nichts zutun. Und wenn man für ein Remaster, dass nur durch Detailarmut und Verwaschenheit glänzt, 20 Euro Extra verlangt ist es ein Downgrade und nichts anderes. Und dazu kommt ja noch die Reduzierung der Errungenschaften Sowie die Entfernung von Chocobo World hinzu.
  2. @Boko: Der Vergleich lässt aber unschöne stellen aus, nicht jede Figur wurde bearbeitet.



    Minute 8:05, 59:37

    Mit dem Weichzeichner könnte man noch Leben, wenn man dann auch Schriften verbessert hätte und die Figuren besser an den Hintergründen angepasst hätte. Denke viele stoßen sich auch an dem 4:3 Format, sprich eigentlich hätte man die Hintergründe bearbeiten müssen. Die Hintergründe würden noch beschissner sein wenn es 16:9 wäre, zumindest sowie sind. Aber das da noch Figuren rumlaufen die verpixelt sind, ich weiß nicht man kann ja viel akzeptieren aber das ist echt ein lahmes Upgrade.
  3. Mich interessierte halt in erster Linie der Direktvergleich der generellen Qualitätsunterschiede der Steamversionen. Mit solchen Einzelausfällen könnte ich hingegen leben, wenn sie nicht zu häufig auftreten. Mit HD Mod sieht FF8 im Widescreen aber sehr gut aus. Keine Ahnung warum SE das nicht hinbekommen.

  4. Boko schrieb:

    Mich interessierte halt in erster Linie der Direktvergleich der generellen Qualitätsunterschiede der Steamversionen. Mit solchen Einzelausfällen könnte ich hingegen leben, wenn sie nicht zu häufig auftreten. Mit HD Mod sieht FF8 im Widescreen aber ganz okay aus.
    Uff, das sieht ja merklich besser aus als das offizielle Remaster...
    Wo gibt es den Mod?
  5. Spiritogre schrieb:

    Uff, das sieht ja merklich besser aus als das offizielle Remaster...
    Wo gibt es den Mod?
    Wenn ich das richtig verstanden habe, werden alle gute Mods für FF8 im Lunatic Pandora Mod pack gesammelt und immer weiterentwickelt. Kostet ne kleine Spende von 3 Dollar .

    Der Night Sky Prince hat ne eigene Playlist mit FF Mod Empfehlungen. Dadurch bin ich erst auf das Thema aufmerksam geworden. Links unter seinem Video:




    Oder auch hier: steamcommunity.com/sharedfiles/filedetails/?id=391096600

    Man sollte sich die langen Texte aber auch in Ruhe durchlesen um Verwechslungen und Probleme zu vermeiden.
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