Angespielt! Indivisible

In Indivisible spielt ihr das Mädchen Ajna, die mysteriöse Kräfte erlangt und sich auf die Suche nach deren Ursprung macht. Die Welt erkundet ihr dabei in 2D...

Wer oder was ist Indivisble?

Als Publisher 505 Games uns zu einem Presse-Event einlud, u. a. um Indivisible anzuspielen, benötigte auch ich etwas Recherche zu diesem Titel. Ein kurzer Rückblick: Im Jahr 2015 startete das Entwicklerstudio Lab Zero Games eine Crowdfunding-Kampagne, um 1,5 Millionen Dollar für ein RPG im Comic-Look zu sammeln, welches sich an Perlen wie Valkyrie Profile und Super Metroid orientiert. Das Highlight: Hiroki Kikuta, der Komponist von Secret of Mana, wurde für das Projekt gewonnen. Und so war das Finanzierungsziel schnell erreicht, auch wegen des sehr frühen Prototyps für PCs und PlayStation 4.

Zwei Jahre später wurde eine Switch-Umsetzung angekündigt, Änderungen am Kampfsystem vorgestellt und für alle Unterstützer der Crowdfunding-Kampagne ein „Backer Preview“ für PCs, PlayStation 4 und Xbox One veröffentlicht. Wir erhielten die Möglichkeit, eine leicht verbesserte Version dieser Demo anzuspielen, und möchten euch unsere Eindrücke nachfolgend nicht vorenthalten.

Mit Anlauf in den Kampf

In Indivisible spielt ihr das Mädchen Ajna, die mysteriöse Kräfte erlangt und sich auf die Suche nach deren Ursprung macht. Die Welt erkundet ihr dabei in 2D. In der Demo liefen, sprangen und rutschten wir durch einen malerischen Regenwald und verlassene Tempelruinen, wobei wir immer wieder auf von Wurzeln und Ranken blockierte Pfade stießen, die wir erst später nach Finden einer Axt passieren konnten. So ergab sich – ganz im Zeichen Metroids – bereits in der Demo eine komplexere Szenerie mit verschlungenen Wegen, die alle erkundet werden wollten und nur auf den richtigen Zeitpunkt warteten.

Die Jump-’n’-Run-Elemente blieben dabei jedoch bisher recht anspruchslos und begnügten sich mit wenigen Klettereinlagen durch gezielte (Wand-)Sprünge oder gut platzierte Axthiebe. Hindernisse oder bewegende Plattformen eines Super-Mario-Spiels waren in der Demo nicht zu finden. Doch darauf scheint in Indivisible auch nicht der Fokus zu liegen, denn im Vordergrund stehen das exploratorische Voranschreiten in der sehr ästhetischen Welt sowie das Metzeln der Gegner, welche diese Welt bewohnen. Und damit kommen wir zum eigentlichen Kern von Indivisible – dem Kampf.

Der macht nach etwas Eingewöhnung richtig Spaß! Trefft ihr in der 2D-Welt auf einen Gegner, zoomt die Kamera an euch heran und ihr wechselt in den 2,5D-Kampfmodus. Um das Action-RPG-esque Kampfsystem zu verstehen, bedarf es einiger Erklärung. In eurem Team befinden sich bis zu vier Mitstreiter, die alle durch Drücken eines einzelnen Knopfes agieren. Belegt Hauptcharakter Ajna beispielsweise den X-Knopf, schlägt sie mit selbigem zu, sobald sich einer ihrer Angriffsslots gefüllt hat. Dieser wird bei der Attacke verbraucht; in der Demo hatte jeder Charakter bis zu drei Angriffsslots. Sind also alle Angriffsslots all eurer Charaktere gefüllt, könnt ihr ordentlich draufhauen. Dabei füllt sich der sogenannte Iddhi-Balken. Überschreitet dieser bestimmte Punkte, könnt ihr mit der Angriffstaste und R1 Spezialattacken ausführen.

Greift euch jedoch ein Gegner an, gehen die Charaktere mit Knopfdruck in den Verteidigungsmodus und reduzieren so den Schaden der gegnerischen Attacke. Blocken verbraucht die wertvolle Iddhi-Energie, weshalb präzises Timing essenziell ist. Da ihr in der Regel vier Charaktere steuert und meist mehreren Gegnern gegenübersteht, entwickelt sich dadurch eine rasante Dynamik, die beim Zuschauen sehr chaotisch wirken kann, aber durchaus einiges an Strategie und Geschick erfordert. So mussten wir uns in einem fordernden Bosskampf beispielsweise oft blitzschnell entscheiden, ob wir Iddhi-Energie zum Blocken einsetzen oder einen Charakter lieber mehr Schaden nehmen lassen, um den Iddhi etwas später für eine Heilungsfähigkeit zu nutzen. Wie viel strategische Tiefe Indivisible im weiteren Spielverlauf bieten wird, bleibt abzuwarten.

Fazit: Ein vielversprechender, ästhetischer Genre-Mix

Optisch kann Indivisible voll punkten, denn die handgemalten Hinter- und Vordergründe sind wunderschön anzuschauen. Die Umgebungen mit mediterranem und asiatischem Touch mischen sich mit dem kreativen Anime-Design von Figuren und Monstern; zusammen wirkt alles wie aus einem bezaubernden Guss. Die Animationen, insbesondere von Ajna, sind flüssig, liefern in den Plattform-Segmenten ein natürliches Spielgefühl und können im Kampf bei Spezialattacken zu sehr befriedigenden Momenten führen. Der Soundtrack bot (wie erwartet) einiges fürs Ohr und untermalte das Geschehen stimmig, auch wenn die stets gleiche Hintergrundmusik mit der Zeit etwas zu aufdringlich und eintönig wurde. Wir hoffen, dass im fertigen Spiel mehr musikalische Abwechslung geboten wird.

Indivisible hinterließ bei uns einen äußerst guten Gesamteindruck. Die Plattformer-Segmente bieten bisher zwar wenig Anspruch, laden aber durch versteckte Collectables und eine ansehnliche Optik zum Erkunden ein. Der Kampf ist schnell, erfordert viel Aufmerksamkeit, besticht aber gerade durch eine gelungene Simplizität, die Geschick und Strategie erfordert. Stärkere Gegner stellen eine Herausforderung dar und verlangen zuweilen mehrere Versuche, um die richtige Taktik zu finden. Wenn dieser Schwierigkeitsgrad beibehalten wird, steht uns ein anspruchsvolles RPG bevor, bei dem wir uns nach langen Kämpfen zufrieden auf die Schulter klopfen können.

Über die Story lässt sich bisher noch nichts sagen, genau so wenig wie über die tatsächliche Tiefe der RPG-Elemente. Da uns bisher nur eine Alpha-Version vorlag, sind wir jedoch sehr optimistisch, dass uns mit Indivisible eine Indie-Perle erwartet, die JRPG-Fans in ihren Bann ziehen wird. Zur E3 wird es vermutlich weitere Infos und einen Releasetermin geben.

Nachfolgend seht ihr einen aktuellen Trailer zur Ankündigung der Nintendo-Switch-Version: