Sony macht jahrelange Befürchtungen zur Realität: Ab Januar 2028 wird die Produktion von neuen Spielen auf Disc eingestellt. Die kontroverse Entscheidung traf in den letzten Tagen auf die lautstarke Kritik zahlreicher PlayStation-Fans. Unter anderem von jenen, die beim Kauf von Spielen auf ihren Geldbeutel Acht geben müssen und nun eine Verteuerung ihres Hobbys befürchten.
Physisch günstiger als Digital
Dass diese Befürchtung Hand und Fuß hat, beweist jetzt die niederländische Webseite Tweakers mit einem ausführlichen Bericht. Dieser hat die Preisentwicklung von 16 PS5-Spielen – sowohl von Sony selbst als auch von Drittanbietern – zum Gegenstand. Dabei wurden die durchschnittlichen Einzelhandelspreise mit denen im PlayStation Store verglichen. Zudem analysierte man, wie die Angebote im PS Store im Vergleich zu den Preisen im Einzelhandel abschneiden.
Die Daten basieren auf dem hauseigenen Dienst Pricewatch, der Preise bei verschiedenen niederländischen Händlern erfasst und vergleicht, sowie auf Preisdaten für den niederländischen PS Store von PSprices. Der Untersuchungszeitraum umfasst vier Jahre; Vorbestellerrabatte wurden dabei nicht berücksichtigt. Die Datenerfassung reicht vom 8. Juli 2022 bis zur Gegenwart, wobei einige der Spiele bereits vor diesem Datum erschienen.
Eine erste Erkenntnis ist, dass der Preis eines Spiels im Einzelhandel im Laufe der Zeit meist sinkt; im PS Store ist dies jedoch oft nicht der Fall. Dort sind Spiele auch Jahre nach der Veröffentlichung häufig noch zum ursprünglichen Einführungspreis erhältlich – sofern sie nicht gerade Teil einer kurzzeitig laufenden Rabattaktion sind.
Bei Sonderaktionen im PS Store sinken die Preise zwar, steigen danach aber sofort wieder auf das ursprüngliche Niveau an. Im Einzelhandel hingegen schwanken die Preise häufiger und folgen nicht dem starren Preisschema von Sonys digitalem Store. Zwar gibt es im Sony-Store gelegentlich dauerhafte Preissenkungen für Spiele von Drittanbietern, doch kommen diese eher selten vor.
Sonderfall Exklusivtitel
Noch deutlicher zeigt sich dieses Muster bei den PlayStation-Exklusivtiteln. Der Bericht ergab, dass diese „fast nie günstiger sind als ihre physischen Pendants“. Zwar werden auch First-Party-Titel im Rahmen von Aktionen reduziert angeboten, doch Sony senkt fast nie deren regulären Einführungspreis. Selbst ältere Titel wie Ratchet & Clank: Rift Apart kosten heute noch so viel wie zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung vor Jahren.
Von allen untersuchten First-Party-Titeln hat lediglich Horizon Forbidden West eine dauerhafte Preissenkung erfahren – von 80 Euro auf 60 Euro. Der Preis im PS Store kann zwar unter dem im Einzelhandel liegen, doch wie der Bericht anmerkt, ist die Wahrscheinlichkeit deutlich höher, ein bestimmtes Spiel im Laufe des Jahres im Einzelhandel günstiger zu finden. „Wer jetzt ein PS5-Spiel kauft, zahlt statistisch gesehen für die physische Version höchstwahrscheinlich weniger“, heißt es in dem Bericht. Zudem ist zu bedenken, dass Preise im Einzelhandel nach einer Senkung oft weiter fallen.
Immerhin: Sollte Sony in Zukunft der Praxis eines GTA VI folgen und Titel im Code-in-the-Box-Format veröffentlichen, bliebe zumindest die individuelle Preisgestaltung im Einzelhandel erhalten, wenn schon der Gebrauchtmarkt restlos wegbricht.
via Eurogamer, Bildmaterial: PlayStation

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