Sony experimentiert seit vielen Jahren mit Erfolg mit KI-Technologien, auch in eigenen Spielen. In einer aktuellen Q&A-Runde am Rande des Shareholder-Meetings bestätigt Sony diesen Ansatz und erklärt ihn im Detail.
Sony-Präsident und CEO Hideaki Nishino meint beispielsweise: „Wir sehen KI auch als eine wichtige Basistechnologie, die unsere Strategie unterstützt. KI hilft uns bereits in verschiedenen Bereichen, indem sie die Entwicklungseffizienz verbessert, das Spielerlebnis optimiert, die Auffindbarkeit von Inhalten erhöht und es Kreativen ermöglicht, reichhaltigere Inhalte zu erstellen.“
KI-Technologie sei für Sony deshalb eine spannende, langfristige Chance. Auch Betrugsmaschen im PlayStation Store könne man so einfacher identifizieren, da die KI schneller Muster erkennt als Menschen.
Im kreativen Bereich sieht man KI dagegen als Werkzeug, das wiederholende Aufgaben reduziert und schnellere Iterationen ermöglicht. Möglich sei das vor allem durch Platzhalter-Assets in den frühen Produktionsstadien – etwa zunächst künstliche Stimmen statt echter Synchronsprecher. Dass Reste dieser Platzhalter am Ende auch im fertigen Spiel verbleiben, wird man auch bei Sony vermeiden wollen.
Sony bestätigt, dass man KI bereits seit vielen Jahren tief in die Entwicklungsprozesse integriert. KI nehme zunehmend Einfluss auf immersivere Spielerlebnisse, bei denen Charaktere und Welten durch KI-Fähigkeiten verbessert werden.
Man möchte weiterhin auf grundlegender Ebene mit kleineren, KI-zentrierten Initiativen experimentieren. So bleibe man auf dem aktuellen Stand der KI-Entwicklungen und könne sie gegebenenfalls auch bei der Gestaltung zukünftiger Spielerlebnisse nutzen.
via GamesRadar (2), Sony, Bildmaterial: Horizon Zero Dawn Remastered, Guerrilla Games, Sony Interactive Entertainment

Was hat die Spieleindustrie nicht alles "Künstliche Intelligenz" genannt in den 90ern oder 00er-Jahren. Wenn Gegner nicht pausenfrei gegen Häuserwände liefen, hat der Entwickler das "Gegner-KI" genannt. Aber auch die Automatisierung repetitiver Abläufe wurde so betitelt. Bei prozedural generierten Umgebungen in Action-Rollenspielen brüstete man sich mit intelligenten, "selbstdenkenden" Systemen. Riesige Sandbox-Rollenspiele lassen seit über einem Jahrzehnt nicht mehr überall die menschliche Hand erkennen. So alt ist die generative KI aber nicht.
Die Verwendung des Begriffs "KI" zieht sich durch 40 Jahre Videospielgeschichte.
Mal ganz davon abgesehen, dass es heute ein allgegenwärtiges Marketing-Modewort ist, das sich längst abgenutzt hat und keiner mehr hören will – es hat sich doch auch die Bedeutung des Wortes geändert, oder?
"sehe".
"reduziere".
Die Verwendung von KI zur Reduktion repetitiver Aufgaben lasse ich außen vor. Aus den frühen Produktionsstadien, da sind wir bei Entwurf und Design, muss die KI um jeden Preis rausgehalten werden. Diese Verwendung sehen kreativ Schaffende zurecht extrem kritisch. Und zwar deswegen, weil es das für die künstlerische Vision wichtigste Stadium ist, in dem die wichtigsten Impulse für den Look und das Spielgefühl gesetzt werden. Schrumpelt die Bandbreite der Ideenwelten des Projektleiters erst einmal auf die ach so "vorläufigen" KI-Vorschläge ein, ist alles verloren. Dann ist es auch reichlich irrelevant, ob irgendein armer Mensch anschließend die KI-Ausscheidung "irgendwie so ähnlich, aber nicht genau so" nachzuproduzieren hat.
Im Gegenteil, ich stelle mir das für einen Künstler als die reinste Folter vor.