Während es im Pilzkönigreich und Hyrule regelmäßig neue Abenteuer zu erleben gibt, saßen Fans von Star Fox in den letzten Jahren ganz schön auf dem Trockenen. Jetzt aber scheint es, als würde Nintendo seinem beliebten Weltraum-Fuchs neues Leben einhauchen wollen. Nach einem Gastauftritt in Marios jüngstem Leinwand-Abenteuer, macht es sich Fox McCloud bald auch wieder im Cockpit seines Arwing bequem. Na endlich!
Aber Achtung: Wer auf eine brandneue Mission der „Star Fox“-Crew hofft, sollte seine Erwartungen zurückschrauben. Nach dem eher durchwachsenen Wii-U-Experiment Star Fox Zero, setzt Nintendo mit dem Switch-2-exklusiven und schlicht betitelten Star Fox erneut auf das bewährte N64-Fundament von Lylat Wars (bzw. Star Fox 64). Warum sich Fans trotzdem freuen dürfen, verraten wir euch in den folgenden Zeilen.
Zeitlos charmant
Die Kinder der 90er unter euch erinnern sich bestimmt noch an vergnügliche Stunden im Lylat-System. Planet um Planet galt es aus den Klauen von Chef-Fiesling Andross zu befreien – ob nun im Rahmen typischer Rail-Shooter-Level oder gelegentlicher Freiflug-Sequenzen. Daran hat sich auch mit dem jüngsten Remake nichts geändert. Im Gegenteil: Die Neuauflage bleibt so nah am 1997er Original, dass sich Fans ab der ersten Minute wie zu Hause fühlen. Das kann man nun wahlweise begrüßen oder aber auch schade finden. Immerhin markiert das neue Star Fox bereits die zweite Neuauflage von Lylat Wars nach der 3DS-Fassung von 2011.


Fest steht: Die Rail-Shooter-Action hat fast 30 Jahre nach Startschuss des Originals nichts von ihrem Charme eingebüßt. Im Rahmen unserer Hands-on-Session haben wir die ersten drei Level (inklusive diverser alternativer Routen) absolvieren dürfen.
Nach langer Dogfight-Abstinenz waren wir dabei fast ein bisschen überrascht, wie viel Freude es nach wie vor bereitet, feindliche Flieger möglichst effizient vom Himmel zu schießen. Klar, nach heutigen Maßstäben wirken die Level in Sachen Umfang und Komplexität äußerst überschaubar. Den Test der Zeit bestehen die Spielsysteme und -mechaniken trotzdem mit Bravour.
Gelungene Frischzellenkur
Diesen gelungenen Eindruck auf eine reine Zeitlosigkeit der Vorlage zurückzuführen, würde dann aber doch etwas zu weit gehen. Dass das Jahrzehnte alte Grundrezept auch heute noch so gut schmeckt, liegt maßgeblich in der tollen Technik des Remakes begründet. Star Fox steuert sich unheimlich geschmeidig und liefert eine bombenfeste Bildrate von 60 fps. Letzterer Punkt erfreut gerade vor dem Hintergrund der umfänglich aufgebohrten Optik.


Manch einer wird sich bei der Ankündigung über den ungewohnten Look der Neuauflage gewundert haben – Nintendo fokussiert sich immerhin seit jeher eher auf Stilistik statt Realismus. Von gelegentlichen Matschtexturen abgesehen, begeistert der schicke Neuanstrich aber regelmäßig mit tollen Schauwerten, einer gelungenen Lichtstimmung und detaillierten Figurenmodellen.
Letztere kommen gerade in den neuen Zwischensequenzen schön zur Geltung. Beschränkten sich die Interaktionen der Crew im Original noch weitgehend auf rudimentäre Wortwechsel, inszeniert das Remake die regelmäßigen Briefings deutlich aufwendiger.
Das lässt die charmante Truppe auf willkommene Weise über ihre Radiofunk-Auftritte hinauswachsen, wenngleich diese natürlich weiterhin den Großteil der Gruppeninteraktionen auszumachen scheinen. Hier profitiert der Titel aber von einer frischen Lokalisierung, inklusive grundsätzlich gelungener deutscher Tonspur.


Gemeinsam ins All
Was macht Star Fox aber neu? Von der generalüberholten Technik und den eben angesprochenen Zwischensequenzen abgesehen, winken diverse neue Spielmodi. Nachdem wir uns im Alleingang durch die ersten Level gekämpft hatten, versuchten wir uns etwa am neuen Koop-Modus.
Während sich hier ein Spieler um das Manövrieren des Raumschiffs kümmert, widmet sich der zweite der Offensive, indem er Feinde per Maus-Steuerung ins Visier nimmt. Das geht toll von der Hand und birgt das Potenzial, unerfahrene Spieler – wie etwa die Kids oder kleinen Geschwister – ins Abenteuer einzubinden.
Gleichermaßen spaßig gestaltet sich der kompetitive Schlacht-Modus, in dem zwei Teams mit jeweils bis zu vier Spielern gegeneinander antreten. Im Rahmen des Preview-Events entbrannte flott eine überaus unterhaltsame Schlacht, in der es nicht nur unseren Gegnern nachzujagen, sondern ebenso Basen einzunehmen und Power-ups einzusacken galt. Weitere Arenen sollen in der Vollversion dann mit jeweils angepasstem Regelwerk aufwarten. Wir sind sicher: Hier winken so manche vergnügliche Abende im Freundeskreis.


Vom Herausforderungsmodus, der bereits absolvierte Level mit neuen Missionen anreichert, konnten wir uns noch nicht überzeugen. Ebenso wenig vom neuen Prolog, der Papa McCloud in den Fokus rückt. Dafür haben wir einen ersten Blick auf die amüsanten Charakter-Avatare werfen dürfen, die unsere Gesichter in Online-Sitzungen optional mit dem Antlitz diverser Figuren aus dem Spiel schmücken. Den Controller haben wir zum Schluss nur widerwillig beiseite gelegt – wir hätten mit Vergnügen weitergespielt. Allzu lange müssen wir uns nicht gedulden: Star Fox erscheint am 25. Juni 2026 exklusiv für Switch 2.
Altbekannt, aber eben auch altbewährt
Schon wieder Lylat Wars? Diese Entscheidung dürfte nicht jedem Serienfan munden. Während das Remake nicht allzu viel neu zu machen scheint, verbessert es jedoch sämtliche Aspekte des Originals und dürfte sich so zur definitiven Version des N64-Abenteuers mausern. Gerade mit den Mehrspieler-Modi hatten wir im Hands-on besonders viel Spaß – es lohnt sich also auch für langjährige Fans, erneut im Cockpit Platz zu nehmen. Wir freuen uns jedenfalls auf die Vollversion!
Bildmaterial: Star Fox, Nintendo

Sieht weiterhin interessant aus, aber nachdem ich von der extrem kurzen Spielzeit erfahren habe und ich sehr selten spiele mehrmals hintereinander spiele trotz wiederspielwert, habe ich mich entschieden auf einen recht starken Sale zu warten. Ist mir dann doch ein bisschen zu kurz 50€ oder so auszugeben.