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„Ein mächtiges Werkzeug“ – Sony hat große KI-Pläne und kooperiert dafür mit Bandai Namco

KI-Technologie ist aus der aktuellen Spiele-Entwicklung nicht mehr wegzudenken, insbesondere Studios bei Microsoft und mehrere große chinesische Studios setzen bereits auf die moderne Technik. Auch Nvidia als Hardware-Hersteller möchte mit DLSS 5 Ende des Jahres den nächsten Schritt in der KI-Technologie wagen.

Sony und Bandai Namco auf den Pfaden von Microsoft und Hoyoverse

Sony und Bandai Namco möchten an dieser Entwicklung teilhaben und kündigen eine „kooperative Initiative“ an. Sie wird sich darauf konzentrieren, wie auf KI und deren neueste Technologien die Spiele-Entwicklung unterstützen können.

In einer Präsentation zur Konzernstrategie und den Geschäftszahlen von Sony betonte Sony-Group-Präsident und CEO Hiroki Totoki diese strategische Ausrichtung. Allerdings müsse „menschliche Kreativität im Mittelpunkt bleiben“, heißt es. Die Technologie sei „kein Ersatz für Künstler oder Kreative“ – ähnlich äußerte sich bereits HoYoverse bei uns im Interview. Die KI sei vielmehr ein Verstärker menschlicher Vorstellungskraft und ein Auslöser neuer Möglichkeiten. Der „kooperative Pilotversuch“ mit Bandai Namco wird sich auf generative KI sowie „zukünftige Technologien“ konzentrieren.

Mehrere KI-Modelle sollen einzelne Schwächen abfangen

„Durch diese Erkundung haben wir enorme Gewinne bei Geschwindigkeit und Produktivität pro Person festgestellt, ebenso wie Wege, die Schwächen generativer KI konkret anzugehen, basierend auf dem Verständnis der Stärken und Schwächen der Modelle“, sagte Hiroki.

Als Beispiel für die Schwächen generativer KI nannte er mangelnde Konsistenz. Das möchte er umgehen. Dieses Problem soll umgangen werden, indem verschiedene Modelle genutzt und fein abgestimmt werden, um „mit Genauigkeit und Kostenbeständigkeit konsistent Ausgaben im gewünschten Stil zu erzeugen“.

Die KI erzeugt zusätzliche Einnahmen und verbessert die Spiele

Dann ergriff Hideaki Nishino, CEO von Sony Entertainment, das Wort. Er bekräftigte, dass Sonys Ziel „immer der beste Ort zum Spielen und der beste Ort zum Veröffentlichen“ sei, und dass das Unternehmen „KI als ein mächtiges Werkzeug“ sehe, um diese Mission zu unterstützen. Bereits jetzt automatisiere KI bei Sony wiederkehrende Arbeitsabläufe, steigere die Produktivität und beschleunige die Qualitätssicherung.

Nishino verriet außerdem, dass KI-gestützte Zahlungstools in den vergangenen Jahren über 700 Millionen US-Dollar an zusätzlichen Einnahmen erzeugt haben, indem sie Zahlungen effizienter gelenkt haben. KI habe laut Nishino auch die Bildqualität verbessert: Die maschinell lernende PlayStation Spectral Super Resolution sei auf der PS5 Pro im Einsatz und komme jüngeren Veröffentlichungen wie Saros und Ghost of Yotei zugute.

Machine Learning als persönliche Erfahrung und Unterstützer in Spielen

Für die Zukunft will das Unternehmen laut Nishino auf den bisherigen Arbeiten mit Machine-Learning-Technologie aufbauen und Projekte zur Personalisierung vorantreiben. Ziel sei ein Werkzeug, das Spielern das nächste Spiel empfehlen könnte, das ihnen gefallen dürfte, oder Zubehör, das sie kaufen möchten – mit ähnlichen Modellen experimentiert aktuell auch Microsoft, bei Steam von Valve ist sie bereits im öffentlichen Beta-Test angelangt. Er merkte an, dass mit sinkenden Einstiegshürden in die Spiele-Entwicklung die von KI verursachten Veränderungen die Bedeutung von Kuratierung und Empfehlung weiter erhöhen werden.

Die Ankündigung fiel zusammen mit einer von Sony prognostizierten sinkenden PS5-Verkaufsentwicklung im Rahmen der Finanzprognose 2026/2027, verursacht durch Speicherknappheit infolge des Booms bei generativer KI. Man gab zu, dass dies ein Risiko sei und man sogar daran denke, bestehende Geschäftsmodelle zu ändern. Trotzdem zeigt sich das Unternehmen klar optimistisch gegenüber der Technologie. Ein Beispiel dafür ist das neue Patent, das einen KI-„Geist“ Spiele spielt, die für die Spieler:innen zu schwer sind.

via Eurogamer, Variety, Bildmaterial: Sony Interactive Entertainment

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