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Die Abschaltung für The Crew hat ein juristisches Nachspiel für Ubisoft

Die Abschaltung von Ubisofts „The Crew“ im Jahr 2023 sowie dessen Entfernung aus den digitalen Stores sorgte seinerzeit für Irritationen bei den Fans. Langfristig führte dieser Schritt sogar zur Entstehung der Verbraucherschutzinitiative „Stop Killing Games“.

Ubisoft bestreitet den Vorwurf der Verbrauchertäuschung: Sie argumentieren, dass KäuferInnen beim Erwerb von The Crew kein Spiel, sondern lediglich eine Lizenz zur Nutzung des Spiels erworben haben. Ein Verfahren rund um diese Thematik läuft aktuell noch.

Jetzt schaltet sich Frankreichs führende Verbraucherorganisation UFC-Que Choisir ein – und reicht beim Gericht in Créteil eine eigene Klage gegen Ubisoft ein. Nach ähnlicher Kritik erhielten The Crew 2 und Motorfest im vergangenen Jahr einen Offline-Modus.

Wie Reuters berichtet, argumentiert UFC-Que Choisir, es sei „inakzeptabel, dass Ubisoft in seinen allgemeinen Geschäftsbedingungen davon ausgeht, dass Spieler lediglich eine ‚Lizenz‘ zur Nutzung des Spiels erwerben, die vom Publisher jederzeit widerrufen werden kann.“

Zudem habe Ubisoft „die Spieler nie ausreichend über den potenziell temporären Charakter des Zugangs zu dem von ihnen gekauften Spiels informiert.“ Die Abschaltung des Spiels – und der damit verbundene Lizenzentzug – stelle laut der Organisation „einen Verstoß gegen grundlegende Verbraucherrechte“ dar.

Stop Killing Games!

Die Bewegung Stop Killing Games setzt sich dafür ein, „dass Publisher nicht zerstören dürfen, wofür man bereits bezahlt hat“, und dass „man ein Spiel behalten darf, wenn man eine Kopie davon kauft.“ Die Initiative hat Anfang dieses Jahres über 1,2 Millionen verifizierte Unterschriften gesammelt – genug, um auf EU-Ebene diskutiert zu werden. Kürzlich fanden in Brüssel Treffen mit EU-Abgeordneten statt, wodurch das Thema offiziell das EU-Parlament erreichte. Die Bewegung unterstützt die neue Klage.

Während sich die Klage von UFC-Que Choisir konkret auf The Crew bezieht, macht SKG deutlich, dass es unzählige weitere Spiele gibt, die inzwischen nicht mehr spielbar sind. Auf der SKG-Wiki-Seite findet sich eine umfassende Liste solcher „gestorbenen“ oder „gefährdeten“ Spiele – von Anthem und Angry Birds Lite über Battlefield 1943 bis hin zu den Online-Multiplayer-Modi klassischer Assassin’s-Creed-Titel.

Diese Aufstellung verdeutlicht, wie groß das Problem des Spiele-Erhalts in der Branche inzwischen ist. In Deutschland und anderen Teilen Europas wird derweil ein anderes Problem deutlich: Wiederholte Änderungen im Jugendschutz führen dazu, dass viele Fans Zugriff auf ihre digital erworbenen Inhalte verlieren. Auch hiergegen geht Stop Killing Games vor.

via The Gamer, Bildmaterial: The Crew, Ubisoft

1 Kommentar

  1. UbiSofts Idee spukt auch in vielen Verbraucherköpfen herum, ist aber eben rechtlich alles andere als sicher. Es hat schon seinen Grund, warum sowas eine absolute Ausnahme ist und als Amazon etwas ähnliches gemacht hat, die Kunden entschädigte. Einfach so ein gekauftes Produkt nicht mehr zugänglich zu machen ist halt einfach zu machen aber gar nicht klipp und kar legal. Der Verweis auf Lizenzen funktioniert halt nicht so gut, wenn man gar keine Lizenzen verkauft wie Adobe und ähnliche Software, sondern Spiele als Spiele.

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