| Titel | The Legend of Zelda: Ocarina of Time |
| 05. November 2026 | |
| Nintendo | |
| 05. November 2026 | |
| Nintendo | |
| 05. November 2026 | |
| Nintendo | |
| System | Nintendo Switch 2 |
| Getestet für | Nintendo Switch 2 |
| Versionsnummer | 1.0.0 |
| Entwickler | Nintendo |
| Genres | Action-Adventure |
| Texte |
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| Vertonung |
The Legend of Zelda: Ocarina of Time gehört ohne jeden Zweifel zu den wichtigsten und einflussreichsten Videospielen aller Zeiten. Was Nintendo 1998 aus dem Nintendo 64 herausholte, genießt bis heute absoluten Kultstatus. Kaum ein anderes Spiel hat das Medium derart nachhaltig geprägt.
Noch heute finden sich Anspielungen auf den Klassiker in zahlreichen anderen Werken, aber auch innerhalb der eigenen Reihe ist sein Einfluss kaum zu übersehen. Und wenn mal wieder die besten Videospiele aller Zeiten gekürt werden, landet Ocarina of Time zuverlässig ganz weit oben. Nicht selten sogar auf dem ersten Platz.
Gleichzeitig ist Ocarina of Time für viele Menschen weit mehr als nur ein großartiges Videospiel. Es ist ein Stück Kindheit, eine Sammlung unvergesslicher Erinnerungen und für manche vielleicht sogar der Grund, warum sie Videospiele heute so sehr lieben.
Kaum ein anderes Abenteuer dürfte den persönlichen Geschmack und den Blick auf das Medium bei so vielen SpielerInnen nachhaltig geprägt haben. Und genau darin liegt auch die Schwierigkeit: Wie legt man ein Spiel neu auf, das für viele längst als nahezu unantastbar gilt?
40 Jahre Zelda und Erwartungen bis zum Mond
Zum 40. Jubiläum der Reihe wagt Nintendo nun also eine weitere Neuauflage des legendären Abenteuers. Nach der 2011 erschienenen Nintendo-3DS-Version ist es bereits der zweite große Anlauf, den Klassiker einer neuen Generation zugänglich zu machen – wenn man die Versionen für den GameCube und Virtual Console mal außer Acht lässt. Und seien wir ehrlich: Die Erwartungen könnten kaum größer sein.
Seit der ersten offiziellen Ankündigung überschlagen sich die Meldungen. Neue Informationen, vermeintliche Leaks, Gameplay-Schnipsel und natürlich unzählige Diskussionen darüber, was Nintendo verändern könnte, sollte oder bloß nicht anfassen darf. Ob zusätzliche Inhalte, überarbeitete Spielmechaniken, Designentscheidungen oder schlicht die grafische Neugestaltung – gefühlt wird jedes noch so kleine Detail unter die Lupe genommen.
Geschichte wiederholt sich also. Schließlich sind hitzige Diskussionen über Veränderungen und kreative Entscheidungen der Zelda-Reihe alles andere als fremd. Gleichzeitig zeigen sie aber auch, wie viel den Menschen an diesen Spielen liegt. Und welchen gewaltigen Stellenwert gerade Ocarina of Time noch immer besitzt.
Für Nintendo ist das Ganze deshalb eine echte Mammutaufgabe. Einerseits soll die Magie des Originals erhalten bleiben, andererseits erwartet man von einer modernen Neuauflage natürlich mehr als nur ein hübscheres Gesicht. Und so viel sei schon einmal verraten: Auch diese Version wird nicht alle glücklich machen. Aber mal ehrlich: Wäre das bei einem Spiel mit einer derart großen Fangemeinde überhaupt möglich?
Ein alter Bekannter in neuem Gewand
Doch fangen wir von vorn an. Am 5. November erscheint The Legend of Zelda: Ocarina of Time exklusiv für die Nintendo Switch 2. Ganz ohne zusätzlichen Namenszusatz schickt Nintendo seinen Klassiker erneut ins Rennen. Ob Remake, Neuinterpretation, Retake oder einfach Neuauflage – nennt es, wie ihr wollt.
Ob Nintendo dem legendären Original gerecht wird, welche Veränderungen uns erwarten und ob uns Links Abenteuer auch nach all den Jahren noch genauso verzaubern kann, verraten wir euch in unserem Test. Also, Okarina eingepackt, Schwert und Schild geschnappt und auf nach Hyrule!
Der Junge ohne Fee
Wir befinden uns im Königreich Hyrule und schlüpfen in die Rolle des jungen Link. Obwohl er eigentlich ein Hylianer ist, wächst er bei den friedfertigen Kokiri im Kokiri-Wald auf. Anders als die übrigen Waldbewohner besitzt er allerdings keine eigene Fee. Zumindest noch nicht.
Denn eines Tages ändert sich sein Leben schlagartig. Der mächtige Deku-Baum, Wächter des Waldes, schickt ihm die kleine Fee Navi und betraut Link mit einer Aufgabe, die größer kaum sein könnte: Er soll das Königreich Hyrule vor einer drohenden Katastrophe bewahren. Dahinter steckt der finstere Ganondorf, der die Macht im Königreich an sich reißen und das legendäre Triforce für seine eigenen Machenschaften nutzen will.
Also verlassen wir unsere vertraute Heimat und machen uns auf den Weg nach Schloss Hyrule, wo wir Prinzessin Zelda kennenlernen. Gemeinsam wollen wir Ganondorfs Pläne durchkreuzen und das Königreich retten. Was folgt, ist eine ebenso bekannte wie ikonische Geschichte, die nicht nur Ocarina of Time selbst, sondern die gesamte Zelda-Reihe nachhaltig geprägt und beeinflusst hat.
Dabei folgt Links Abenteuer ziemlich exemplarisch der klassischen Heldenreise. Ein unscheinbarer Junge wird aus seiner vertrauten Welt gerissen, wächst über sich hinaus und muss sich schließlich einem übermächtigen Bösen stellen. Das klingt auf dem Papier vielleicht nicht sonderlich originell, funktioniert aber auch nach fast 30 Jahren noch erstaunlich gut.
Mehr noch: Die Geschichte hat mich tatsächlich wieder ähnlich gepackt wie damals, als ich Ocarina of Time zum ersten Mal gespielt habe. Die Reise ist episch, spannend, unterhaltsam und stellenweise überraschend emotional. Dazu kommen unzählige ikonische Charaktere und Begegnungen, die sich über all die Jahre ins Gedächtnis eingebrannt haben.
Eine vertraute Geschichte, die sich wieder neu anfühlt
An der eigentlichen Handlung hat Nintendo praktisch nichts verändert. Und das ist auch gut so. Statt die Geschichte künstlich aufzublähen oder umzuschreiben, setzt die Neuauflage auf eine deutlich aufwendigere Inszenierung.
Allen voran die überarbeiteten und teilweise neuen Zwischensequenzen verleihen vielen bekannten Momenten noch einmal eine ganz andere Wirkung. Dazu kommen die fantastische musikalische Untermalung und natürlich die Vertonung, die den Figuren und ihren Begegnungen zusätzliche Persönlichkeit verleiht.
Das Ergebnis ist schon ein wenig kurios: Ich kenne diese Geschichte seit Jahren in- und auswendig und hatte trotzdem stellenweise das Gefühl, sie noch einmal zum ersten Mal zu erleben. Ich hoffe, ihr versteht, was ich meine. Es ist diese besondere Mischung aus vertrauten Erinnerungen und einer frischen Präsentation, die für mich einen großen Teil des Reizes dieser Neuauflage ausmacht.
Die Spuren der Zeit
Eine der interessantesten Neuerungen hört auf den Namen „Spuren der Zeit“. Dahinter verbirgt sich im Grunde eine Art Quest-Log, das uns die bisherigen Ereignisse noch einmal vor Augen führt. Auch größere Nebenaufgaben werden hier übersichtlich festgehalten.
Besonders schön ist allerdings die Aufmachung. Nintendo präsentiert den Fortschritt auch auf einem kunstvoll gestalteten Wandteppich, der mit jeder neuen Etappe unserer Reise weitergewoben wird. Das sieht nicht nur schön aus, sondern passt auch wunderbar zum märchenhaften Charakter des Spiels.
Apropos Nebenaufgaben: Tatsächlich hat Nintendo hier und da ein paar neue Beschäftigungen eingebaut. Eine davon führt uns beispielsweise zu einer fünften Flasche, die es im Original noch nicht gab. Allzu große Überraschungen solltet ihr allerdings nicht erwarten.
Nach wie vor stehen die bekannten Nebenaufgaben im Mittelpunkt. Wir sammeln goldene Skulltulas, kümmern uns um die Maskenquest oder arbeiten uns durch die berühmt-berüchtigte Tauschquest. Wer das Original kennt, wird sich hier sofort zurechtfinden, denn die meisten dieser Aufgaben funktionieren noch immer weitgehend genauso wie früher.
Neue Geheimnisse in einem alten Hyrule
Komplett neu sind hingegen die kleinen Feen-Notizen, die überall in der Hyrule-Ebene und an anderen Orten verstreut liegen. Sie liefern auf kryptische Weise Hinweise zu verschiedenen Geheimnissen und Spielmechaniken. Zusätzliche Hintergrundgeschichten oder größere Lore-Happen solltet ihr euch davon allerdings nicht erhoffen.
Am ehesten erinnern mich die Notizen an die Shiekah-Steine aus dem Original, zumindest was den praktischen Nutzen ihrer Hinweise betrifft. Darüber hinaus gibt es in der Oberwelt noch ein paar weitere Geheimnisse zu entdecken. Welche das genau sind, möchte ich an dieser Stelle allerdings nicht verraten. Ein bisschen Überraschung muss schließlich bleiben.
Mit dem Monstersaal hält außerdem eine weitere Neuerung Einzug. Wobei „neu“ hier vielleicht etwas übertrieben ist. Eine Sammlung bereits besiegter Gegner kennen Zelda-Fans schließlich schon aus anderen Ablegern, etwa The Wind Waker. Auch die Möglichkeit, bereits besiegte Bosse erneut herauszufordern oder sich an einem Boss-Rush zu versuchen, gab es schon in der 3DS-Version. Schön ist es trotzdem, dass beide Funktionen nun auch hier ihren Platz finden.
Darüber hinaus hat Nintendo die Fundorte einiger goldener Skulltulas und Herzteile verändert. Gerade Letztere sind nun teilweise etwas organischer in die Spielwelt eingebettet, statt an irgendwelchen völlig obskuren Orten versteckt zu sein. Das macht die Suche nachvollziehbarer, ohne ihr gleich den gesamten Entdeckerreiz zu nehmen.
Eine besonders willkommene Komfortverbesserung gibt es schließlich nach dem Abschluss der Geschichte. Dann lässt sich nämlich einsehen, welche Sammelgegenstände noch fehlen und wo beziehungsweise wie viele noch fehlen. Gerade für alle, die Hyrule möglichst vollständig erkunden möchten, ist das eine echte Erleichterung. Das teilweise mühsame Backtracking wird dadurch deutlich angenehmer.
Altbekannt und trotzdem erstaunlich frisch
Schon das ursprüngliche Ocarina of Time setzte 1998 spielerische Maßstäbe, an denen sich zahlreiche spätere Action-Adventures orientierten. Die Neuauflage überträgt dieses Fundament nun in die Moderne und schafft dabei einen bemerkenswerten Spagat: Alles fühlt sich deutlich zeitgemäßer an, ohne dabei den vertrauten Charakter des Originals zu verlieren.
Die wohl größten Veränderungen betreffen die Kamera und Links Bewegungsfreiheit. Endlich lässt sich die Kamera völlig frei steuern und unser Held kann nun auch ganz manuell springen. Klingt nach Selbstverständlichkeiten, oder? Tatsächlich machen gerade diese beiden Neuerungen einen erstaunlich großen Unterschied. Die Erkundung fühlt sich dadurch viel natürlicher und flüssiger an, während die Steuerung insgesamt wunderbar eingängig bleibt.
Dazu kommt, dass Link jetzt etwas schneller unterwegs ist. Wer früher regelmäßig einen Purzelbaum nach dem anderen geschlagen hat, um möglichst flott durch Hyrule zu kommen, darf sich also freuen. Unser Held hat offenbar endlich gelernt, dass man auch einfach schneller laufen kann. Eine kleine, aber ausgesprochen willkommene Verbesserung.
Mit dem Master-Schwert in die Moderne
Auch das überarbeitete Kampfsystem macht richtig Laune. Im Kern bleibt alles beim Alten: Wir visieren unsere Gegner an und verpassen ihnen anschließend mit dem Schwert eine ordentliche Abreibung. Allerdings fühlt sich Link jetzt deutlich agiler und beweglicher an, ohne dass die Angriffe an Direktheit verlieren.
Besonders das hervorragende Trefferfeedback sorgt dafür, dass sich praktisch jeder Schwertstreich befriedigend anfühlt. Treffer haben ordentlich Wucht und selbst kleinere Auseinandersetzungen machen dadurch überraschend viel Spaß.
Dabei bleibt das Kampfsystem seinen klassischen Zelda-Wurzeln treu. Jeder Gegner besitzt bestimmte Angriffsmuster, die es zunächst zu erkennen gilt. Anschließend müssen wir die Bewegungen richtig lesen, im passenden Moment ausweichen, blocken oder selbst zum Angriff übergehen. Keine übermäßig komplizierten Tastenkombinationen, sondern ein angenehm direktes Kampfsystem, bei dem Beobachtung und Timing entscheidend sind. Ganz typisch Zelda eben.
Schluss mit dem Menü-Marathon!
Eine weitere große Verbesserung betrifft die Menüführung. Wer das Original kennt, dürfte sich noch bestens daran erinnern, wie häufig man zwischen Spiel und Inventar hin- und herwechseln musste. Besonders beim Ausrüsten verschiedener Gegenstände konnte das auf Dauer ziemlich nervig werden.
Damit ist jetzt glücklicherweise Schluss. Pfeile, Deku-Nüsse und andere nützliche Gadgets lassen sich bequem über ein Auswahlrad anwählen. Für weitere Ausrüstungsgegenstände wie Masken oder Stiefel gibt es zudem eine Schnellauswahl über das Steuerkreuz. Das funktioniert hervorragend und sorgt dafür, dass wir deutlich seltener aus dem eigentlichen Spielfluss gerissen werden.
Auch die Bewegungssteuerung ist eine willkommene Ergänzung. Ähnlich wie in Splatoon lässt sich das Zielen damit wunderbar präzise und intuitiv gestalten. Gerade beim Einsatz von Fernkampfwaffen ist das eine echte Erleichterung.
Davon profitieren natürlich auch bestimmte Minispiele, etwa die Schießbude. Schön ist deshalb, dass Nintendo hier beim Anspruch etwas nachgelegt hat. Schließlich soll uns das präzisere Zielen nicht gleich sämtliche Herausforderungen abnehmen.
Wenn selbst Gekrächze zur Melodie wird
Eine meiner liebsten Neuerungen ist allerdings das Summen-Feature für die Okarina. Statt die bekannten Melodien ausschließlich über Tastenkombinationen zu spielen, können wir sie nun einfach ins Mikrofon der Switch 2 summen. Und was soll ich sagen? Es funktioniert fantastisch!
Selbst mein völlig unmelodisches Gekrächze wurde in zehn von zehn Versuchen korrekt erkannt. Das hat mich tatsächlich ziemlich beeindruckt. Gerade wenn man die richtige Tastenkombination einmal nicht mehr im Kopf hat, kann das Summen sogar die schnellere Alternative sein.
Natürlich ist das keine spielerische Revolution. Aber es ist wieder eines dieser kleinen Details, bei denen man unweigerlich schmunzeln muss. Ein bisschen Nintendo-Magie eben, die man in dieser Form irgendwie nur dort findet.
Die vielleicht besten Dungeons aller Zeiten?
Kommen wir zum eigentlichen Herzstück eines klassischen Zelda-Abenteuers: den Dungeons. Und hier muss ich Nintendo beziehungsweise dem ursprünglichen Ocarina of Time ein riesiges Kompliment machen. Denn obwohl die Tempel in ihrem grundsätzlichen Aufbau weitgehend unverändert geblieben sind, suchen sie auch heute noch ihresgleichen. Und nein, ich übertreibe nicht.
Ich habe das Original mittlerweile unzählige Male durchgespielt, sowohl auf dem Nintendo 64 als auch auf dem Nintendo 3DS. Trotzdem war ich erneut begeistert davon, wie unglaublich durchdacht diese Dungeons sind. Schon damals wirkten sie erstaunlich ausgereift und in sich stimmig. Und fast 30 Jahre später hat sich daran praktisch nichts geändert.
Gut, über den Wassertempel kann man natürlich streiten. Wobei ich gestehen muss, dass ich sogar den eigentlich ziemlich gerne mag. Was die Dungeons allerdings wirklich unvergesslich macht, ist ihre Atmosphäre. Für mich gehören einige davon bis heute zu den besten Rätsel-Dungeons der Videospielgeschichte.
Nehmen wir nur den Waldtempel, der mit seinem verwunschenen Herrenhaus und der geheimnisvollen Stimmung einen ganz eigenen Charakter besitzt. Oder den Schattentempel, der uns in eine düstere, von Geistern heimgesuchte Folterkammer entführt. Das sind einfach Orte, die sich regelrecht ins Gedächtnis brennen.
Durch die zusätzlichen technischen Möglichkeiten und die deutlich aufwendigere Inszenierung entfalten diese ohnehin schon fantastischen Schauplätze jetzt sogar noch mehr Wirkung. Die Dungeons waren damals bereits verdammt nah an der Perfektion. Und irgendwie hat Nintendo es geschafft, sie noch ein kleines Stück besser zu machen. Wenn das überhaupt möglich ist.
Besonders erfreulich finde ich außerdem, dass die Neuauflage auch die etwas obskure und stellenweise regelrecht verstörende Seite des Originals bewahrt. Ocarina of Time war schließlich nie ausschließlich ein fröhliches Fantasy-Abenteuer. Manche Orte, Gegner und Situationen konnten einem damals durchaus einen gehörigen Schrecken einjagen, Stichwort: Grund des Brunnens in Kakariko oder eben der Schattentempel. Ja, Zelda kann manchmal auch Horror. Und das ist gut so!
Manchmal darf Zelda auch wieder linear sein
Zum Abschluss möchte ich noch etwas hervorheben, das mir während des Spielens immer wieder durch den Kopf ging: Wie schön es doch ist, endlich wieder ein großes 3D-Zelda mit der klassischen Formel zu erleben.
Versteht mich nicht falsch. Ich liebe auch Breath of the Wild und Tears of the Kingdom und die enorme Freiheit, die mir diese beiden Abenteuer bieten. Die offene Spielwelt, die zahlreichen Möglichkeiten und das Gefühl, praktisch überall hingehen zu können, haben ihren ganz eigenen Reiz.
Aber nach all den Jahren tut eine vergleichsweise lineare Zelda-Erfahrung einfach unglaublich gut. Eine Reise mit einer klaren Struktur, sorgfältig gestalteten Dungeons und einem bewusst aufgebauten Spannungsbogen.
Gerade SpielerInnen, die mit der neuen Open-World-Formel der Reihe weniger anfangen können, dürften sich hier sofort wieder zu Hause fühlen. Und auch ich habe einmal mehr gemerkt, wie sehr ich diese klassische Art von Zelda vermisst habe.
Manchmal braucht es eben keine grenzenlose Freiheit. Manchmal reicht ein fantastischer Dungeon, ein cleveres Rätsel und das gute Gefühl, endlich den richtigen Schlüssel gefunden zu haben.
Das vielleicht schönste Nintendo-Spiel aller Zeiten?
Stichwort Inszenierung und Atmosphäre. Während meiner Test-Session kam mir tatsächlich immer wieder ein Gedanke: Könnte The Legend of Zelda: Ocarina of Time vielleicht das schönste Nintendo-Spiel überhaupt sein? Eine ziemlich gewagte Aussage, ich weiß. Aber wenn man erst einmal durch dieses neue, alte Hyrule streift, fällt es schwer, nicht ins Schwärmen zu geraten.
Besonders die Umgebungen haben es mir angetan. Angefangen beim Kokiri-Wald über die weiten Ebenen von Hyrule bis hin zur Stadt, Kakariko, oder den Heimatgebieten der Goronen und Zora – teilweise sieht das Spiel schlicht atemberaubend aus. Überall warten unglaublich detailreiche Landschaften und Innenräume, wunderschöne Lichtstimmungen und eine Plastizität der einzelnen Objekte, an der ich mich kaum sattsehen konnte.
Man merkt einfach, wie viel Arbeit in die Neugestaltung dieser Welt geflossen ist. Selbst Orte, die ich mittlerweile praktisch auswendig kenne, haben mich immer wieder zum Staunen gebracht. Dazu kommen deutlich weniger Ladezonen als damals. Wer beispielsweise ein Haus betritt oder die Zitadelle der Zeit besucht, muss nicht mehr ständig kurze Ladepausen über sich ergehen lassen. Das sorgt für eine deutlich zusammenhängendere Spielwelt.
Und dann gibt es diese ganz besonderen Momente. Wenn die Sonne langsam über der Hyrule-Ebene untergeht, wir auf Epona durch die Steppe galoppieren und das Gras sanft im Wind hin und her wiegt. Dazu die passende musikalische Untermalung. Ganz ehrlich: Das hat einfach etwas Magisches.
Es ist dieses merkwürdige Gefühl, eine Welt zu besuchen, die man seit Jahrzehnten kennt, und trotzdem das Gefühl zu haben, sie gerade erst zu entdecken. Alles wirkt vertraut und gleichzeitig wunderbar neu.
Ganz ohne kleinere Schönheitsfehler kommt die Neuauflage allerdings nicht aus. Besonders der stellenweise recht auffällige Nebel fällt ins Auge. Ob dieser nun bewusst als Stilmittel eingesetzt wird oder doch technischen Einschränkungen geschuldet ist, lässt sich schwer sagen. Hinzu kommen gelegentlich leichtes Kantenflimmern rund um die Figuren und vereinzelt flackernde Schatten.
Das sind allerdings eher kleinere Makel in einer ansonsten fantastischen Präsentation. Für mich gehört Ocarina of Time jedenfalls zu den beeindruckendsten Titeln, die Nintendo bislang auf die Beine gestellt hat, und ist ein echter Vorzeigetitel für die Switch 2.
Butterweich durch Hyrule
Auch technisch gibt es erfreulich wenig zu meckern. Während meiner gesamten Spielzeit lief das Abenteuer mit gefühlt konstanten 60 Bildern pro Sekunde. Spürbare Einbrüche konnte ich weder im TV-Modus noch im Handheld-Modus feststellen.
Ebenso erfreulich: Bugs oder Glitches sind mir während des Tests nicht begegnet. Das gesamte Spielerlebnis wirkte angenehm sauber und ausgereift. So muss das sein!
Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten
Neben den wunderschönen Umgebungen müssen wir natürlich auch über die Charakterdesigns sprechen. Denn kaum ein anderes Thema hat seit der ersten Präsentation für derart viele Diskussionen gesorgt.
Die neuen Interpretationen der bekannten Figuren gefallen längst nicht allen. Manche mögen sie, andere können mit ihnen überhaupt nichts anfangen. Und wisst ihr was? Das ist auch völlig in Ordnung. Ich möchte mich hier weder hinstellen und jede Designentscheidung bis aufs Blut verteidigen noch alles grundsätzlich schlechtreden.
Mir persönlich gefallen die neuen Designs insgesamt ziemlich gut. Und tatsächlich habe ich während des Spielens irgendwann kaum noch darüber nachgedacht. Anfangs fallen die Veränderungen natürlich auf, aber sobald man wieder mitten im Abenteuer steckt, rücken sie zumindest für mich ziemlich schnell in den Hintergrund.
Einen Kritikpunkt kann ich allerdings durchaus nachvollziehen: Die Qualität der Charaktermodelle wirkt stellenweise etwas inkonsequent. Während Link gefühlt als hochdetaillierter „8K-Charakter“ durch Hyrule stapft, sehen manche weniger wichtigen NPCs fast so aus, als hätte man ihre alten Nintendo-64-Modelle lediglich hochskaliert.
Das ist natürlich ziemlich überspitzt formuliert, aber der Unterschied fällt durchaus auf. Gerade im direkten Vergleich wirken einige Figuren deutlich weniger aufwendig gestaltet als andere. Wen das stört, der hat also durchaus einen berechtigten Kritikpunkt. Mich persönlich hat es letztlich aber nur selten bis nie aus dem Spiel gerissen.
Wenn selbst ein zerbrochener Krug fantastisch klingt
Ein Aspekt, der bei der Diskussion über Grafik und Inszenierung gerne etwas untergeht, ist das Sounddesign. Dabei verdient es hier mindestens genauso viel Aufmerksamkeit wie die wunderschöne Optik.
Denn was Nintendo in dieser Hinsicht abliefert, ist wirklich beeindruckend. Links Schritte auf unterschiedlichen Untergründen, das Zerbrechen eines Tontopfes, das mechanische Rattern des Enterhakens oder das Spannen einer Bogensehne – all diese kleinen Geräusche besitzen eine erstaunliche Präsenz.
Und genau das macht den Unterschied. Die Spielwelt wirkt dadurch nicht nur lebendiger, sondern beinahe greifbar. Manchmal habe ich mich tatsächlich dabei ertappt, wie ich ganz bewusst auf einzelne Geräusche geachtet habe, weil sie einfach so gut klangen.
Gleichzeitig drängt sich das Sounddesign nie unangenehm in den Vordergrund. Vielmehr verschmilzt es wunderbar mit dem Geschehen auf dem Bildschirm und trägt so entscheidend zur dichten Atmosphäre bei. Ein großes Kompliment an dieser Stelle.
Musik, die Videospielgeschichte geschrieben hat
Und dann wäre da natürlich noch die Musik. Wie könnte man bei einem Spiel namens Ocarina of Time auch nicht darüber sprechen?
Musik spielt innerhalb der gesamten Zelda-Reihe seit jeher eine gewaltige Rolle. In Ocarina of Time geht ihre Bedeutung allerdings noch einen Schritt weiter, schließlich ist sie nicht nur atmosphärische Begleitung, sondern auch ein zentraler Bestandteil der Geschichte und des Gameplays.
Für die Neuauflage hat Nintendo den legendären Soundtrack neu eingespielt, bleibt dabei aber erfreulich nah am Original. Die vertrauten Melodien sind sofort wiederzuerkennen, entfalten durch die neue musikalische Umsetzung aber noch einmal eine ganz eigene Wirkung.
Ob die sanften Klänge des Kokiri-Waldes, die Musik der Hyrule-Ebene oder die zahlreichen unvergesslichen Melodien, die uns durch das Abenteuer begleiten: Hier reiht sich ein musikalischer Klassiker an den nächsten.
Und ich gebe gerne zu, dass mir dabei mehr als einmal eine Gänsehaut über den Rücken gelaufen ist. Manchmal hatte ich sogar ein kleines Tränchen im Auge. Natürlich spielt da auch eine ordentliche Portion Nostalgie mit hinein. Aber diese Musik besitzt einfach eine zeitlose Qualität, die weit über schöne Kindheitserinnerungen hinausgeht.
Es sind einige der ikonischsten Kompositionen der Videospielgeschichte. Das waren sie 1998 und das sind sie auch 2026 noch. Dass Nintendo es geschafft hat, diesen musikalischen Schatz so behutsam und gleichzeitig so wirkungsvoll in die Gegenwart zu übertragen, verdient ein riesiges Lob.
Eine kleine Herausforderung, aber kein Härtetest
Schon das ursprüngliche The Legend of Zelda: Ocarina of Time war hinsichtlich seines Schwierigkeitsgrades eigentlich ziemlich gut ausbalanciert. Wirklich schwer wurde das Abenteuer nur selten. Wenn überhaupt, waren es meist die Rätsel in den Dungeons, die einen gelegentlich etwas länger grübeln ließen.
Und genau daran knüpft auch die Neuauflage an. Die Kämpfe sind größtenteils gut machbar, während einige Rätsel durchaus ein wenig Köpfchen verlangen. Eine Möglichkeit, den Schwierigkeitsgrad individuell anzupassen, gibt es allerdings nicht.
Etwas schade finde ich außerdem, dass Nintendo weder einen zusätzlichen Hard- bzw. Hero-Mode noch die bekannte Master Quest integriert hat. Gerade für erfahrene SpielerInnen, die Ocarina of Time mittlerweile in- und auswendig kennen, wäre das eine schöne Gelegenheit gewesen, Hyrule noch einmal unter erschwerten Bedingungen zu erleben. Hier wurde meiner Meinung nach ein wenig Potenzial verschenkt.
Eine Reise mit genau der richtigen Länge
Bei der Spielzeit orientiert sich Nintendo ebenfalls stark am Original. Für die Hauptgeschichte solltet ihr ungefähr 25 bis 30 Stunden einplanen. Wer darüber hinaus sämtliche Herzteile, goldenen Skulltulas und andere Geheimnisse aufspüren möchte, darf natürlich noch einige Stunden drauflegen.
Damit bewegt sich die Neuauflage ungefähr im gleichen Rahmen wie das Abenteuer von 1998. Und ganz ehrlich: Für mich ist das eine nahezu perfekte Länge.
Ocarina of Time nimmt sich ausreichend Zeit, um seine Geschichte zu erzählen, die Welt zu entfalten und uns durch seine fantastischen Dungeons zu führen. Gleichzeitig wird das Abenteuer nie unnötig in die Länge gezogen. Gerade in einer Zeit, in der gefühlt jedes zweite große Spiel gleich 80 oder 100 Stunden beschäftigen möchte, empfinde ich das als ausgesprochen angenehm.
Ganondorf überzeugt, Navi muss man erst einmal verdauen
Ein paar Worte möchte ich noch zur deutschen Vertonung verlieren. Die bewegt sich nämlich durchweg auf einem erfreulich hohen Niveau. Die SprecherInnen machen ihre Sache hervorragend und verleihen den bekannten Figuren eine zusätzliche Portion Persönlichkeit.
Besonders der deutsche Sprecher von Ganondorf hat es mir angetan. Seine Darbietung passt wunderbar zum finsteren König der Gerudo und verleiht ihm genau die bedrohliche Präsenz, die ich mir von dieser Figur erhofft hatte.
Ein wenig schade ist allerdings die Tonabmischung. Die Stimmen wirken stellenweise etwas zu leise und lassen sich in den Einstellungen leider nicht separat lauter stellen. Gerade angesichts der ansonsten hervorragenden akustischen Präsentation hätte ich mir hier etwas mehr Flexibilität gewünscht.
Und dann wäre da natürlich noch Navi.
Nicht, dass ihre deutsche Sprecherin einen schlechten Job machen würde. Ganz im Gegenteil! Es ist einfach nur unglaublich ungewohnt, die kleine Fee plötzlich auf Deutsch sprechen zu hören. Aus dem ikonischen „Hey! Listen!“ wird nun eben ein „Hör zu!“
Nach all den Jahren muss man das erst einmal verdauen. Ich habe mich jedenfalls mehrfach dabei ertappt, wie ich innerlich auf das vertraute englische Kommando gewartet habe. Aber vielleicht spricht da auch einfach wieder die Nostalgie aus mir.
Schade ist allerdings, dass sich Navis Stimme nicht unabhängig von der restlichen Vertonung einstellen lässt. Die allgemeine Sprachausgabe kann zwar angepasst werden, eine separate Option für unsere kleine Begleiterin gibt es jedoch nicht. Schön ist immerhin, dass auch die ursprüngliche japanische Sprecherin wieder mit an Bord ist.
Bei der Barrierefreiheit bleibt Nintendo zurück
Einen Kritikpunkt möchte ich zum Abschluss allerdings noch gesondert ansprechen: die fehlenden Barrierefreiheitseinstellungen. Dass Nintendo in diesem Bereich traditionell eher zurückhaltend agiert, ist leider nichts Neues. Trotzdem hätte ich mir gerade bei einer Neuauflage von Ocarina of Time deutlich mehr gewünscht.
Wir sprechen hier schließlich von einem der bedeutendsten Videospiele aller Zeiten. Einem Klassiker, der ganze Generationen geprägt hat und nun einer neuen Spielerschaft zugänglich gemacht werden soll. Gerade deshalb wäre das doch die perfekte Gelegenheit gewesen, auch Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen stärker zu berücksichtigen.
Stattdessen sucht man umfangreichere Optionen zur individuellen Anpassung der Spielerfahrung vergeblich. Das ist nicht nur schade, sondern angesichts der Bedeutung dieses Remakes auch eine ziemlich verpasste Chance.
Eine Legende, die nichts von ihrer Magie verloren hat
The Legend of Zelda: Ocarina of Time ist und bleibt eines der besten Videospiele aller Zeiten. Und die Neuauflage für Nintendo Switch 2 führt uns eindrucksvoll vor Augen, warum das so ist. Die fantastische Geschichte, die unvergesslichen Charaktere und vor allem die herausragenden Dungeons haben auch nach fast 30 Jahren nichts von ihrer Faszination verloren. Dazu kommt eine stellenweise atemberaubende Präsentation, ein wunderschön neu eingespielter Soundtrack und eine modernisierte Steuerung, die sich gleichermaßen frisch und vertraut anfühlt. Selten habe ich mich so sehr darüber gefreut, ein Abenteuer noch einmal erleben zu dürfen, das ich eigentlich längst in- und auswendig kenne.
Allerdings stellt sich natürlich die Frage: Sind das genug Neuerungen? Wirklich neue Inhalte gibt es schließlich nur eine Handvoll. Die meisten Ergänzungen beschränken sich auf kleinere Nebenaufgaben, Komfortverbesserungen und ein paar zusätzliche Geheimnisse. Wer sich eine umfangreiche Neuinterpretation mit völlig neuen Dungeons oder größeren spielerischen Überraschungen erhofft hat, dürfte deshalb etwas enttäuscht sein.
Auch die teilweise uneinheitlichen Charaktermodelle, die fehlende Master Quest und die kaum vorhandenen Barrierefreiheitsoptionen trüben das ansonsten hervorragende Gesamtbild. Für Fans des Originals liegt der größte Reiz daher vor allem darin, das geliebte Hyrule in einem wunderschönen neuen Gewand zu erleben. Und das funktioniert zumindest für mich ganz hervorragend.
Besonders Neulinge sollten sich diese Gelegenheit allerdings auf keinen Fall entgehen lassen. Wer Ocarina of Time bislang noch nie gespielt hat, bekommt hier die wunderbare Chance, einen der wichtigsten Meilensteine der Videospielgeschichte in zeitgemäßer Form kennenzulernen. Und auch alte Hasen dürften sich schnell wieder wie zu Hause fühlen, vielleicht sogar mit dem einen oder anderen Tränchen im Auge.
Nintendo hat die Legende nicht neu erfunden, sondern sie behutsam in die Gegenwart geholt. Ob einem das als Neuauflage weit genug geht, muss am Ende jeder selbst entscheiden. Für mich steht jedenfalls fest: Die Magie von Ocarina of Time ist auch 2026 noch genauso stark wie damals.
Story
Gameplay
Grafik
Sound
Sonstiges
Bildmaterial: The Legend of Zelda: Ocarina of Time, Nintendo

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