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Angespielt! A.O.T. 3 lässt euch stylischer Titanen schlachten als je zuvor – ein Must-Play für Fans

Mit A.O.T. 2 hatte Koei Tecmo 2018 mit Omega Force eine durchaus gute Umsetzung des beliebten Anime Attack on Titan veröffentlicht. Der Titel war nicht ohne Probleme, manche davon wurden dann mit der Final-Battle-Erweiterung adressiert.

Nach über acht Jahren wird mit A.O.T. 3 ein Nachfolger veröffentlicht und wir wurden von Koei Tecmo nach Paris eingeladen, um einen ersten Blick auf das neue Anime-Abenteuer zu werfen.

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Squad, angetreten!

In A.O.T. 3 werdet ihr die komplette Geschichte des Anime in Videospielform erleben können. Während ihr im Vorgänger noch ein Teil von Erens Squad gewesen seid, so übernehmt ihr nun die Rolle des Anführers! Zumindest zu Beginn des Titels, wenn es darum geht, im Tutorial die Steuerung zu lernen.

Und hier habe ich beim Anspielen direkt gemerkt, dass man sich viele Gedanken um das Manövrieren durch die Gegend gemacht hat. Mit dem 3D-Manöver-Apparat, oder englisch Omni-Directional Mobility Gear und kurz ODM, könnt ihr euch noch gezielter durch die Gegend bewegen.

Zum Beispiel könnt ihr mit dem Fokus-Modus nun direkt zielen, wo ihr den nächsten Anker platzieren wollt. Dies funktioniert gut, um zum Beispiel Wände zu erklimmen, dank neuen Sprungmöglichkeiten. Auf diese Weise könnt ihr euch auch besser an Titanen heranmanövrieren und gezielter bestimmte Körperteile anvisieren. Auch am Boden kann man entlangsliden und entweder so Hindernissen ausweichen oder sich an Titanen heranbewegen.

Während ihr Feinde angreift, nutzen sich die Klingen eures Charakters ab und werden schwächer, wenn sie brechen. Ihr könnt diese auf Knopfdruck austauschen. Das Umherbewegen mit dem ODM kostet Gas und auch hier könnt ihr die Behälter austauschen, wenn sie leer sind.

Gerade das war im Vorgänger manchmal ein nerviges Problem. Aber zumindest beim Anspielen hatte ich nie ein Problem damit. Es könnte also gut sein, dass man sich hier der Kritik angenommen und den Verbrauch davon deutlich reduziert hat.

Eine offene Welt außerhalb der Mauern!

Nach dem Erlernen der Steuerung im Tutorial gibt es einen kleinen Sprung und die Geschichte des Anime wird erzählt. Der Angriff des Colossal Titan auf Wall Maria und die darauffolgenden Ereignisse, und ihr seid als Squad-Leader mittendrin. Hierbei seid ihr aber erst einmal gar nicht so der krasse Titanenschlächter, wie man vielleicht denken mag. Euer Charakter hat nämlich ein Trauma aus der Zeit, als er auf einer Mission war und all seine Kameraden starben.

Doch dieses Trauma scheint der von euch selbst erstellbare Charakter zu überwinden, mehr oder weniger, und unterstützt Armin, Eren und Co. dabei, das Loch in der Wall Maria zu verschließen. Die Kämpfe gegen die Titanen machen dabei wirklich Spaß und vor allem durch die Option des manuellen Anvisierens von Körperteilen schlitzt man sich von Titanen-Nacken zu Titanen-Nacken.

Es fühlt sich noch einmal deutlich cooler und spaßiger an als im Vorgänger, da man einfach mehr Kontrolle über seine Möglichkeiten hat. Zudem könnt ihr nun auch Skills einsetzen, welche ihr im Laufe des Spieles lernen und austauschen könnt. Und noch cooler: Es gibt Team-up-Angriffe mit euren Squad-Mates!

Nach ein wenig Spielzeit öffnet sich der Titel dann ordentlich, aber leider konnte ich davon nur einen kurzen Teil anspielen. Denn ihr könnt nun als Squad-Leader neue Charaktere rekrutieren und mit ihnen auf Erkundung außerhalb der schützenden Mauern gehen. Eine offene Welt, in der ihr Lore-Bücher, Materialien und massig Titanen zum Schlachten finden könnt, wartet hier auf euch. Auf einem Pferd könnt ihr euch schneller durch die Gegenden bewegen, ihr könnt euch an Titanen anschleichen oder sogar die Umgebung verwenden, um die übergroßen Feinde auszuschalten.

In einer Höhle konnte ich zum Beispiel Steine von der Decke fallen lassen, um einen Kampf zu vermeiden. Von der Karte her wirkte die Außenwelt wirklich sehr groß. Ich bin gar kein Fan von dem Trend, überall eine Open World einzubringen. In A.O.T. 3 passt das aber irgendwie perfekt und wirkt wie eine logische Entwicklung der Reihe.

Baut ein eigenes Squad!

Abseits von den Kämpfen mit den Titanen könnt ihr euch im Hauptquartier mit den Charakteren aus der Serie anfreunden, euer Squad bearbeiten oder die Ausrüstung eures Charakters verbessern. Letztere besteht aus verschiedenen Teilen und kommt sogar mit unterschiedlichem, neuem Aussehen der Klingen. Alle Teile zusammen ergeben einen bestimmten Rang und je höher dieser ist, desto stärker seid ihr natürlich. Außerdem gibt es zusätzliche Effekte, die dadurch aktiviert werden, wie erhöhter Schaden oder bessere Bewegung mit dem ODM.

Neue Fähigkeiten könnt ihr mit Motivationspunkten erhalten. Diese sind aufgeteilt in Bravery, Knowledge und Leadership. Bravery erhaltet ihr im Kampf mit Titanen, während Knowledge durch das Verbessern von Ausrüstung und das Erkunden der Welt außerhalb der Mauern steigt.

Leadership hingegen verbessert sich durch das Interagieren und Management des Squads. Die Skills, die ihr dadurch erhaltet, können ausgerüstet und aktiviert werden, manche sind aber direkt automatisch aktiv. Ihr könnt nur eine bestimmte Anzahl an Fähigkeiten ausrüsten. Die Anzahl erhöht sich aber mit eurem Squad-Rang. Dieser wiederum erhöht sich durch das Absolvieren der Story und von Missionen.

Bei eurem Squad gibt es unterschiedliche Truppen, welche ihr bestücken müsst. Dabei kommen nicht alle mit euch auf die Erkundung außerhalb der Mauern. Das Combat Team folgt euch außerhalb der Mauern, während das Planning Team für Training und Strategie verantwortlich ist. Das Supply Team kümmert sich um Materialien und das Technical Team entwickelt neue Ausrüstung. Alle Charaktere haben Fähigkeiten, welche sie besser in bestimmten Teams machen. Ein gutes Management ist also wichtig, um das Maximum herauszuholen.

Neue Mechaniken in den Kämpfen

In A.O.T. 3 besiegt ihr nicht alle Titanen einfach durch das Abschnetzeln des Nackens. Stärkere Titanen, und vor allem die Bosse, haben eine Break-Leiste. Diese muss durch Angriffe auf den riesigen Gegner und dessen Schwachpunkte gefüllt werden. Ist dies passiert, wird der Feind schutzlos und der Nacken kann angegriffen werden.

Außerdem könnt ihr bei Titanen zum Beispiel Beine abschlagen, um sie zum Stolpern zu bringen. Vor allem wenn gerade ein Squad-Mate gegriffen wurde, kann dies dabei helfen, dass eine Person nicht bald verdaut wird. Auch euch kann das passieren. Schnappt euch ein Titan, ist Buttonmashing angesagt. Landet ihr im Mund, ist das Spiel direkt vorbei und ihr werdet schnabuliert.

Abseits davon könnt ihr mit Knopfdruck einen Ausweich-Modus aktivieren, um eben den Angriffen von Titanen auszuweichen. Während ihr einen Großteil von Angriffen mit eurer Abwehr abwenden und sogar parieren und kontern könnt, so können mit roten Symbolen angekündigte Attacken nicht pariert werden. Hier hilft nur ein Ausweichen, was euer Charakter auch automatisch macht in diesem speziellen Modus. Das hat mich persönlich einiges an Gewöhnung gebraucht … vor allem im Kampf gegen den War-Hammer-Titanen.

Wir durften beim Anspielen einen Sprung in der Geschichte von Attack on Titan machen und in Kapitel 9 springen. An der Stelle eine kleine Spoiler-Warnung! Es handelt sich hierbei um Ereignisse, die spät in der Geschichte stattfinden. Hier sind Eren und der Rest eures Squads für den Angriff auf eine andere Zivilisation zuständig. Wieso und weshalb, möchte ich gar nicht verraten.

Aber wichtig ist: Ihr müsst hier nun auch gegen Menschen kämpfen. Diese befinden sich zwischen Häusern auf der Straße und auf den Gebäuden. Im Kampf gegen die Personen auf dem Boden muss ich aber sagen, war ich erst echt frustriert. Die Kamera ist hier ein wenig sehr hakelig und schaffte es vor allem beim automatischen Anvisieren nicht so richtig, hinterherzukommen.

Der Kampf gegen die neun Titanen

Hier kann man aber mit dem automatischen Anvisieren und den neuen Donnerspeeren dieses Problem eigentlich schnell lösen. Ich durfte diesen Teil nämlich noch einmal spielen, nachdem ich mehr Erfahrung mit der Steuerung hatte. Dann ging das irgendwie alles viel flotter und einfacher. Vielleicht lag mein Problem auch einfach in der fehlenden Erfahrung, welche man an dem Punkt in der Story eigentlich haben sollte. Ich befürchte aber, dass das trotzdem nicht viel an dem Problem mit der Kamera ändert.

Kurz darauf begann der Kampf gegen den War-Hammer-Titanen. Und hier hatte ich echt so meine Probleme und habe erst einmal ganz schön auf die Mütze bekommen. Das hat natürlich frustriert, weil ich mit dem Ausweich-System oder den Angriffen einfach noch nicht so vertraut war. Hier müsst ihr wirklich gut im Spiel sein, ihr müsst richtig ausweichen, die Schwachpunkte analysieren, bei kritischen Attacken des Titans entweder ausweichen oder schnell einen Schwachpunkt attackieren und gleichzeitig auf eure Waffen achten. Ich habe durchaus den ein oder anderen Versuch gebraucht, auch da es nur limitierte Heil-Items gibt.

Hier hatte sich bei mir also offen gesagt auch ganz schön der Frust breitgemacht, denn der Kampf dauert echt lang. Die Break-Leiste des War-Hammer-Titanen füllt sich nur sehr langsam. Aber auch hier durfte ich, nachdem ich ein wenig mehr über die Steuerung und Co. gelernt hatte, noch einmal ran. Und da muss ich sagen – es funktionierte direkt viel besser. Ich habe die Donnerspeere sinnvoller genutzt, das Ausweichen habe ich besser nutzen können und generell kam ich besser damit klar. Ich denke also, auch hier war ein Teil meiner Frustration die fehlende Erfahrung, die man eigentlich an dem Punkt haben sollte.

Ein hübscher Nachfolger

Visuell hat mir A.O.T. 3 beim Anspielen gut gefallen. Koei Tecmo und Omega Force haben es perfekt geschafft, den Anime in 3D zum Leben zu erwecken. Es gibt sehr viele verschiedene Arten von Titanen, die allesamt albern, aber auch irgendwie gruslig aussehen.

Die offene Welt ist natürlich auf den ersten Blick sehr groß, wirkt aber von dem, was ich sah, gar nicht so leer – obwohl man da nichts finden wird außer Titanen. Innerhalb der Mauern sieht die Stadt detailliert aus, zumindest detailliert genug, um hübsch auszusehen, während ihr mit dem ODM durch die Gegend wirbelt. Gebäude zerfallen effektreich, während die Titanen durchrennen, und es spritzt auch ordentlich Blut.

Die japanische Sprachausgabe bringt die bekannten SprecherInnen zurück und klingt super. Aber für alle, welche die Sprache nicht sprechen, gibt es wieder das übliche Problem von Action-Games ohne englische oder deutsche Sprachausgabe. Die Charaktere quatschen, die Untertitel befinden sich im unteren Teil des Bildschirms, während ihr jedoch mit dem Bekämpfen von Titanen beschäftigt seid. Das ist aber vielleicht auch nur eine Marotte von mir, dass ich dann lieber englische Stimmen haben würde, um nicht nebenbei lesen zu müssen.

Bevor ich zum Fazit meiner Anspiel-Session komme, möchte ich eine Sache hervorheben: Beim Entwickeln von A.O.T. 3 hat sich das Entwickler-Team eindeutig Gedanken gemacht, den Titel so zugänglich wie möglich zu machen. Das Umherdüsen mit dem ODM sowie das Ausweichen und Bekämpfen von Titanen kann durchaus schwierig sein.

Für Spielende, welche also eher einfach nur das Abenteuer und die Story erleben möchten, gibt es zahlreiche Optionen, welche das Spielen vereinfachen. Ihr könnt einstellen, Heil-Gegenstände automatisch zu nutzen bei geringer Gesundheit, wie automatisch euer Charakter die Feinde anvisiert und sogar das Schießen der Anker vom ODM kann automatisiert werden. Das ist alles komplett optional – und ich finde es sehr cool, dass es diese Möglichkeiten gibt.

Werdet zum neuen Levi

Ich war ein großer Fan von A.O.T. 2 und hatte viel Spaß damit. Deswegen waren meine Erwartungen an den Nachfolger tatsächlich recht hoch. Und man hat sie übertroffen! Ich freue mich jetzt schon sehr darauf, die offene Welt zu erkunden, mein eigenes Squad aufzubauen und die Geschichte des Anime noch einmal von Anfang bis Ende zu erleben.

Ich bin mir sicher, der Titel wird sich auch wieder ein wenig repetitiv anfühlen wie der Vorgänger, immerhin schlachtet man stundenlang dieselbe Art von Gegner. Aber man scheint sich des Problems bewusst gewesen zu sein und hat versucht, dies mit zusätzlichen Skills, dem Break-System und der offenen Welt zu vermeiden. Ich gehe davon aus, dass die finale Version ein Must-Play für Fans von Attack on Titan wird. Aber ob dies auch wirklich so sein wird, werden wir euch in unserem finalen Review dann verraten!

 

Transparenz: Die Reise und der Aufenthalt beim Anspielevent in Paris wurden dem Autor gesponsert. Bildmaterial: A.O.T. 3, Koei Tecmo, Omega Force

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