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PEGI greift durch: Spiele mit Lootboxen und Gacha-Mechaniken sind jetzt ab 16 Jahren

Bereits im März kündigte PEGI an, dass ab Juli eingereichte und ab Oktober veröffentlichte Spiele mit Lootboxen, Gacha oder anderen suchtfördernden Spielmechaniken und unüberwachter Online-Kommunikation deutlich strikter beurteilt werden und die Altersfreigabe entsprechend abgehoben wird.

Diese neue Regelung orientiert sich an der deutschen USK, die bereits seit 2021 Spiele mit diesen Elementen separat kennzeichnet, aber nicht das Freigabealter anhebt.

Viele bekannte und beliebte Spiele betroffen

Seit wenigen Wochen ist die neue Regelung aktiv und viele bekannte Spiele sind bereits von der Regelung betroffen. Das bekannteste Spiel ist sicherlich EA Sports FC 27, welches zum ersten Mal in der Geschichte der FIFA- und EA-FC-Reihe eine Alterseinstufung „ab 16“ bekommt.

Grund dafür sind die Kartenpacks für den „Fifa Ultimate Team“-Modus, welche eine zufällig Lootbox-Mechanik verwenden und gleichzeitig deren Wahrscheinlichkeiten nicht offenlegen. In einigen Ländern der Welt ist dieser Modus des Spiels deshalb sogar verboten.

Aber auch andere beliebte Spiele trifft die neue Altersfreigabe. Darunter fallen unter anderem das Gacha-Actionspiel Zenless Zone Zero von HoYoverse, welches zuvor ab 12 Jahren freigegeben war. Auch Genshin Impact ist nun ab 16 freigegeben. Wann Honkai: Star Rail folgen wird, ist bislang unklar: Bei der USK-Einstufung ist das Spiel bereits seit längerem ab 16 Jahren freigegeben, im PEGI-System steht es derzeit noch bei einer Freigabe ab 12. Ebenfalls noch nicht betroffen von der neuen Alterseinstufung ist Monopoly Go.

Statement der PEGI

Connor Hinde von der Games Rating Authority, sagt auf Linkedin folgendes:

„Seit Juni werden neu eingereichte Spiele anhand eines erweiterten Kriterienkatalogs im PEGI-Bewertungssystem geprüft. Dazu zählen auch neue Kriterien zu interaktiven Risiken. Als britische Verwaltungsstelle von PEGI wendet die Games Rating Authority diese aktualisierten Kriterien nun auch auf ausgewählte, bereits veröffentlichte digitale Produkte an. Bei bestehenden, ausschließlich digital erhältlichen Spielen mit einer PEGI-Freigabe ab 3, 7 oder 12 Jahren, die kostenpflichtige zufällige Inhalte wie Lootboxen enthalten, wird die Altersfreigabe auf PEGI 16 angehoben […].“

Der Prozess hat in dieser Woche begonnen und soll den gesamten Monat über fortgesetzt werden. Hinde empfahl Publishern und Entwicklern, sich bei Fragen oder Bedenken an den PEGI-Helpdesk zu wenden.

Änderungen als Folge einer jahrelangen Diskussion

Mit der neuen Alterseinstufung möchte die PEGI signalisieren, dass Glücksspielelemente in Spielen nicht für Kinder geeignet sind. Die neue Einstufung soll Eltern und potenziellen Spielerinnen und Spielern helfen, die Risiken von Lootboxen und Gacha-Mechaniken besser einzuschätzen.

In Deutschland gab es bereits 2019 eine größere Diskussion über Lootboxen und Gacha-Mechaniken, die zu einer Änderung der Regelungen bei der USK-Alterseinstufung im Jahr 2023 führte. Damals wurde das Spiel Coin Master am 10. Oktober 2019 im der ZDF-Sendung Neo Magazin Royale thematisiert. Eines der Kernelemente der aggressiv für Kinder Jugendliche beworbenen App waren Spielautomaten-Mechaniken und aggressive Monetarisierung – „Glücksspiel für Kinder, getarnt als lustiges Abenteuerspiel“, war der Vorwurf. Die USK änderte kurz darauf die Alterseistufung des Spiels.

via Eurogamer, Bildmaterial „Würfel“ via Pixabay unter freier Lizenz

3 Kommentare

  1. Ich mein ein Schritt in die richtig Richtung aber es wird halt immer noch nicht als das anerkannt was es ist und zwar Glückspiel. Demnach sollte diese Spiele halt auch durchweg ab 18 sein (plus die ganzen anderen Beschränkungen die Glückspiele haben). Ich verstehe einfach warum man da ein unterschied macht wenn man ins Kasino geht oder Gacha spielt, es ist das selbe Suchtprinzip, vor allem da die Gacha Spiele im Gegensatz viel einfacher zugreifbar sind, weil es kaum kontrolliert werden kann, sie in den gängigen Stores einfach zu bekommen sind und auch sie auch kostenlos sind. Da sollte eigentlich jeden den Alarmglocken läuten.

    Also ja schön das wenigsten etwas gemacht wird aber halt immer noch eine schaden das diese Glückspiele unbeschränkt den Videospielmarkt verseuchen dürfen.

  2. Bei uns ist es wohl so, dass es kein Glücksspiel ist weil man keinen materiellen Gewinn bekommen kann. Tja 🙃

  3. Trails into Reverie enthält Ingame-Glücksspielautomaten, bei denen man keine materiellen Gewinne erzielen kann. Trotzdem hat das Spiel in Deutschland eine USK-Freigabe ab 18 eine PEGI-Freigabe ab 18 Jahren erhalten. Ich glaube daher, dass es noch etwas anderes sein muss wie man Glückspiele kategorisiert.

    Edit: nochmal geprüft PEGI: 18 und USK: 12

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